Lobbying & Wissensmanagement
Zu diesem Thema erschien ein Artikel in der 03|2012er Ausgabe der Fachzeitschrift “Wissensmanagement”.
Der sogenannte „War for Attention“ ist für die meisten nicht profitorientierten Mitgliedsorganisationen (NPOs) von existenzieller Bedeutung: Ohne Sichtbarkeit können sie eine der Hauptaufgaben, nämlich die Vertretung der Interessen ihrer Mitglieder, nicht wahrnehmen. Dabei geraten Verbände, Kammern, Stiftungen und andere nicht gewinnorientierte Organisationen zunehmend in Konkurrenz zu kommerziellen Akteuren wie Agenturen, PR-Dienstleistern und Netzwerkplattformen. Große Unternehmen nehmen ihre Lobbyarbeit häufig selbst in die Hand, kleinere bedienen sich Online-Plattformen, auf denen sie sich vernetzen und ihre Interessen kund tun. Spätestens seit der Popularisierung von Social Media orientiert sich die Kommunikation zunehmend am Modell eines individualisierten Dialogs in mehreren, aufeinander abgestimmten, oft elektronischen, Medien. Dieser Dialog bedeutet oft eine neue Qualität und Quantität an Rückmeldungen, die zu bearbeiten sind.
Interessensvertretungen verkaufen im Unterschied zu sogenannten Business to Consumer (B2C)-Unternehmen Themen und Positionen statt Marken und Produkte. Dadurch differenzieren sie sich auch von Medienunternehmen. So liegen die Schwerpunkte beim Organisationskapital dann auch in anderen Kernprozessen.
Diese Organisationen sind insbesondere darauf angewiesen, ihre Informations-, Beziehungs- und Kommunikationsprozesse mit folgenden Zielgruppen zu optimieren:
den Mitgliedern, Spendern oder Beitragszahlern,
potenziellen neuen Beitragszahlern,
Meinungsführern in den Themengebieten der Organisation – Fach- und Breitenmedien, Experten, Institutionen, Politik,
aktuellen und potenziell neuen Mitarbeitern und Mithelfern.
Die wachsenden Anforderungen an die Business Excellence bei zunehmend komplexerer Themenvernetzung und Medienvielfalt können nur noch über ein integriertes Kommunikations- und Wissensmanagement erfüllt werden.
Basis aller Maßnahmen ist eine übergreifende Informations-, Kommunikations- und Wissensmanagement-Strategie, die sich in einer durchgängigen ITK-Infrastruktur widerspiegelt.
Stichpunktartig kann der Zusammenhang von Anwendungsbereichen sowie Zielgruppen und IT-Systemen oder Infrastruktur folgendermaßen zusammengefasst werden:
Öffentlichkeit (Internet): PR, Agenda Setting, Themen Monitoring
Mitglieder, Assoziierte (Extranet oder Mitgliederportal): Information, Kommunikation, Services
Geschäftsstelle(n) (Intranet): Prozesse, Strukturen, Mitarbeiter