Die Pferdesuche beginnt!
Am Freitag, den 14.06., war der große Tag. Ich besichtigte das erste Pferd. Meine Mutter und ich waren bei Equiander („Püppi“). Eine wunderhübsche, sehr große KWPN Stute. Und sowas von artig. Sie stand beim Fertigmachen wie eine Eins. Sie ist geländesicher, bockt nicht, buckelt nicht, hat keine Unarten. Und kann etwas, das hat man auf den Videos gesehen. Außerdem hat sie wahnsinnig viel Erfahrung, war auf Ritterfesten als “Kinderreitpony” unterwegs, kennt Turniere usw.
Ich bin also situationsbedingt recht nervös auf´s Pferd gestiegen. Nach dem Zügelaufnehmen ging der Kopf sofort in die Höhe. Er war überall, nur nicht dort, wo er hingehört. Ich hatte auch keine Chance, das zu ändern. Naja, es war halt das erste Mal, dass ich auf ihr sitze. Also kein Drama und Dreieckszügel rein, um uns das Leben für den ersten Proberitt zu erleichtern. Damit lief es dann auch deutlich besser. Ich trabte an und ritt sie in allen drei Gangarten. Schnell merkte ich, dass sie ein sehr, sehr starkes Pferd ist. Anfangs war ich natürlich noch sehr vorsichtig und habe mich erst langsam ran getastet. Im Laufe der Zeit wurde ich mutiger und es wurde besser zwischen uns. Die eine Ecke, in der „ihre Familie“ stand, war ihr dennoch irgendwie unheimlich. Sie hat dort immer wieder, Runde um Runde, gescheut. Sie ist nicht weg gesprungen oder ähnliches, aber hat immer wieder geglotzt und war unkonzentriert. Selbst, nachdem ich ihr mehrfach die Gelegenheit und Zeit gegeben habe, sich dort hinzustellen und zu gucken. Daran habe ich dann gemerkt, dass sie mich veralbert und/oder testet. Nachdem ich etwas konsequenter in meinen Ansagen wurde, dass wir jetzt trotzdem durch diese Ecke gehen, wurde es besser. Dennoch hatte ich immer das Gefühl, dass ich sie von allem erst einmal überzeugen muss. Sie fiel im Galopp immer wieder aus, war sehr guckig und angespannt. Davon, dass ich sie vermutlich niemals sitzen kann, so schwungvoll wie sie läuft, wollen wir mal gar nicht reden. Dennoch, obwohl gerade alles so negativ klingt, war ich schon irgendwie begeistert. Vom „Datenblatt“ hat einfach alles gepasst. Ein absolutes Verlasspferd. Ich bin mir sicher, nach ein paar Wochen kann ich sie in einen Hänger packen, los zur See und ab geht die Luzi. Und wenn ich sie reiterlich erst einmal “geknackt” habe, habe ich bestimmt ein ganz tolles Pferd an meiner Seite! Die Halterinnen haben ebenfalls erzählt, dass sie einfach lange braucht, sich einem Menschen anzunähern. Das hat sie auch gezeigt, sie war zwar lieb, aber nicht sehr zugänglich im Umgang. Sie hat kein Interesse an uns gezeigt, aber das kann sich ja mit der Zeit ändern!
Die nächsten Pferde zum Probereiten werden es auf jeden Fall nicht leicht haben. Dachte ich.
- Dana









