9. bis 29. Januar 2021
PDF, dieses neumodische Zeug! Wo fängt das an, wo hört es auf?
Im vergangenen Jahr habe ich eine Zahnzusatzversicherung bei der HUK-Coburg abgeschlossen. Eigentlich in der Erwartung, dass ich über kurz oder lang ein bis zwei Implantate oder anderen teuren Zahnersatz brauchen werde. (Dinge, bei denen der Zahnarzt vielsagend mit dem Kopf zu wackeln beginnt, wenn man fragt "und was kostet das so?")
Einstweilen würde diese Versicherung aber auch die Kosten für die Zahnreinigung zumindest anteilig übernehmen. Ich habe entsprechende Rechnungen aus dem Jahr 2020 und möchte sie nun einreichen. Ich kenne dazu im Wesentlichen drei Varianten: Man kann die Rechnungen einfach in einen Briefumschlag stecken und an die Versicherung schicken, in der Annahme, dass die schon verstehen werden, worum es geht.
Mit etwas mehr Sorgfalt kann man von der Versicherung bestimmt auch ein Formular bekommen (per Post oder in diesem Internet), welches man dann ausfüllen und zusammen mit den Rechnungen einschicken kann.
Und drittens hat die Versicherung von Welt heutzutage für so etwas natürlich eine App.
Wer mich kennt, ahnt, was nun kommt. Ich installiere mir die App der HUK und melde mich mit meinen Vertragsdaten an. Das ist nicht ganz so einfach, man muss den Zugang zunächst auf der Website anlegen. Ich bekomme dabei erstens als Nutzerkennung eine kryptische Zahl zugewiesen, die nichts mit der Versicherungsscheinnummer, meinem Geburtsdatum oder ähnlichem zu tun hat, und zweitens erhalte ich eine sogenannte Super-PIN per Post.
Auf einem Spezialpapier, von dem eine Folie abgezogen werden muss, um die PIN zu enthüllen. Die Folie ist sehr stark bedruckt, die PIN zeichnet sich auf halbtransparentem Untergrund nur ganz schwach ab. Durch Eingabe dieser Ziffernfolge im Web kann ich mich endgültig so registrieren, dass ich auch Rechnungen per App einreichen kann.
Ich fotografiere also mit dem Smartphone die erste Rechnung und stelle dabei fest, dass ich sie auch in Form einer PDF-Datei einreichen könnte. Super, denke ich, habe ich ja alles gescannt und per Dropbox auch auf dem Smartphone verfügbar. Ich suche also die PDF-Dateien für zwei weitere Rechnungen heraus und reiche diese ebenfalls ein. Außerdem wähle ich (wieder auf der Website) die Option, dass ich Antworten online und nicht per Briefpost erhalten möchte.
Zwölf Tage später erhalte ich eine Mail, dass ein neues Dokument im Postfach meines persönlichen Bereichs bei der HUK bereit liegt. Diese Nachricht folgt dem Muster vieler Institutionen, die möglicherweise sensitive Informationen auf gar keinen Fall per Mail verschicken wollen, sondern stattdessen nur die Ankündigung, dass man sich diese bitteschön auf eigenes Risiko von ihrem Server herunterladen möge.
Ich logge mich also auf der Webseite der HUK ein und finde eine "Leistungsabrechnung" in Form eines PDF-Dokuments vor, das leider eine Erstattung von € 0,00 ausweist und dazu folgende Hinweise enthält.
Nun gut, das mit der Rechnung von vor Versicherungsbeginn will ich wohl einsehen. Aber was war an den zwei anderen Rechnungen denn verkehrt? Die habe ich ja nun gerade nicht als potentiell verwackelte und unterbelichtete Handyfotos eingereicht, sondern als ordentlich gescannte PDFs. Auf der Webseite kann ich die eingereichten Rechnungen nicht einsehen, wohl aber in der App. Und da erkennt man bei genauem Hinsehen, dass bei den beiden späteren Rechnungen ein Teil der Seite fehlt. Natürlich der rechte Rand, wo die Beträge stehen. 🤦
Also suche ich doch wieder das Papier beider Rechnungen heraus, fotografiere sie noch einmal in der App und prüfe, ob diesmal alle Inhalte vorhanden und leserlich sind, und schicke sie ab. Diesmal dauert es nur eine Woche, bis eine Ankündigung der Abrechnung eintrifft. Dann noch eine kurze Lachsekunde angesichts folgender Meldung:
Und dann wird mir auch gleich klar, dass ich natürlich nicht das seit einer Woche offene Browser-Tab verwenden kann, sondern mich noch einmal neu bei der Website anmelden muss, um die Dokumente einzusehen. Und freundlicherweise will die Versicherung mir diesmal die Kosten für zwei Zahnreinigungen in vollem Umfang erstatten.
(Virtualista)









