In einer an Geschichte und Tradition nicht gerade armen Stadt, ist das Odeon Theater in Goslar ganz sicher immer eine Erwähnung wert; einfach viel mehr als eine Randnotiz der Stadtgeschichte. Über viele Jahrzehnte war das Odeon ein Ort für Kultur und Tagungen, war Gründungsort der CDU und für viele Schülerinnen und Schüler der Ort für erste Erfahrungen auf der Bühne. Das Odeon-Theater war ein Ort für Begegnungen.
Fast jede und jeder Goslarer hat Erinnerungen, seine ganz persönliche Beziehung zu diesem besonderen Haus.
Auch für mich, für einen Zugereisten. Das Odeon-Theater war eines der ersten Orte, die ich im Jahr 2011 in Goslar kennengelernt habe; Sensibilisiert durch die damalige Bürgermeisterin Gudrun Pfeiffer und den heutigen Ratskollegen Pascal Bothe. „Wenn Sie gewählt werden, kümmern Sie sich bitte um das Theater!“ war eine so wichtige Aussage der Beiden und machte mich auf den brutalen Sanierungsstau im Odeon aufmerksam. Über Jahre und Jahrzehnte schafften es Rat und Verwaltung leider nicht, den geschichtsträchtigen Ort und die wichtige Kulturspielstätte auf der Höhe der Zeit zu halten. Das Haus wurde richtig auf Verschleiß gefahren.
Und ja, bevor sich Rat und Verwaltung nach 2011 wirklich Gedanken darüber machen konnten, wie wir das Odeon-Theater endlich in Stand setzen, musste ich es auf Hinweis meiner Verwaltung und der Brandschützer absperren. Absperren nicht nur für einen Abend oder eine Woche, sondern auf Dauer. Gerade die Verkehrsrichter erinnerten in der vergangenen Woche nochmals daran. Die Schließung des Odeon-Theaters als Symbol für die desolate Haushaltssituation, den Stillstand, die schwierige Situation in der Stadt Goslar.
Ich erinnere mich jedenfalls sehr gut - und nicht sehr gerne - an die Proteste während der Ratssitzung zum Thema ODEON-Theater, hitzige Debatten und viele Zuschriften verärgerter Bürgerinnen und Bürger. Aber Brandschutz ist Brandschutz. Und die Anforderungen des Brandschutzes konnte das ODEON-Theater nicht erfüllen. Gleichzeitig gab es die klare Aussage der Mehrheit der Stadtgesellschaft, dass zehn oder zwölf Millionen Euro für eine Sanierung nicht im Haushalt zur Verfügung stehen. Der Investitionshaushalt von Goslar ist in den vergangenen Jahren – zum Glück – kontinuierlich gestiegen, aber die prognostizierten Summen sprengten vor sechs Jahren alles, was von der Ratsmehrheit vertretbar erschien. Und ich halte das auch rückblickend für richtig, wie wir entschieden haben, entscheiden mussten.
Seit der Schließung im Jahr 2012 wartet das Odeon nun auf einen neuen Impuls. Die FDP, wie passend, hat den Bau eines Parkhauses an eben dieser Stelle vorgeschlagen und konnte sich – zum Glück – nicht durchsetzen.
Ich habe viele Runden gedreht, viele Gespräche geführt, viele potenzielle Investoren durch das Haus geführt. Und wie beim Fliegerhorst auch, hörte ich sehr oft die Aussage: „Herr Junk, das wird nie was – niemals finden Sie einen Trottel, der sich dieser Immobilie annimmt!“. Goslars Ehrenbürger Hans-Joachim Tessner sprach gar vom „Groschengrab“.
Aber seriöse Kommunalpolitik bedeutet eben keine Effekthascherei, ist kein 100 Meter Lauf. Für mich waren und sind Ausdauer und Strategie Koordinatensystem. Und nach jeder Absage habe ich den Kopf gerade nicht in den Sand gesteckt, sondern weitergearbeitet. Und es hat sich sich gelohnt, zu arbeiten und dieses Haus nicht einfach aufzugeben.
Nach einem ersten Kennenlernen im Rahmen der Fliegerhorstentwicklung, im Rahmen des Goslarschen Pancket und inzwischen vielen weiteren Gesprächen und Ortsterminen haben wir nun Partner gefunden. Partner der Stadt, die nicht den schnellen Profit suchen und vor allem sehr genau wissen, wie man mit denkmalgeschützter Substanz umzugehen hat. Wir haben die Retter des ODEONS gefunden.
Seit einigen Monaten sind wir konkret mit Dirk Felsmann und Dr. Meinhoff aus Hannover unterwegs und im Gespräch mit dem Ziel, dem Odeon neues Leben einzuhauchen. Ein Abriss ist vom Tisch und auch das weiter vor sich hin gammeln auch. Eine gruselige Umgestaltung und eine Verschandelung ebenfalls. Stand heute wollen wir das Gebäude zunächst von seinem hässlichen Anbau befreien.
Das Gebäude selbst wird zu Wohnungen umgebaut und die historische – denkmalgeschützte - Fassade wird komplett erhalten. Das eigentliche Highlight wird aber der neu geschaffene Garten in der Mitte des Hauses. Wo bisher die Theatersessel standen, wird das Dach geöffnet und es entsteht ein Innenhof, für den der profane Name eigentlich viel zu wenig ist.
Die Wohnungen werden ihre Balkone nach innen, zum Hof hin, öffnen und ein Wohnen ermöglichen, wie es in Goslar an keiner zweiten Stelle möglich ist. Wohnen in einem Kulturdenkmal, wohnen mitten im Odeon und ganz stadtnah. Diese Nutzung und dieses Investitionen (deutlich höher als ein Neubau) trauen sich nur echte Fachleute zu; Menschen, die Denkmäler schätzen und schützen.
Ich bin froh über diese Entwicklung, froh über eine neue Nutzung des ODEON-Theaters und froh darüber, dass sich nachhaltige und strategische kommunalpolitische Arbeit auszahlt.
Wie geht es nun konkret weiter? Nun, die potentiellen Investoren Felsmann und Dr. Meinhoff stellen ihre Pläne in zwei öffentlichen Ausschüssen des Rates vor (28. Februar/Betriebsausschuss GGM und 7. März/Bauausschuss). Bei positiver Vorberatung wird der Rat noch im Frühjahr dem Verkauf des Gebäudes und der angrenzenden Flächen zustimmen und zum 1. Juli 2019 hätte unser Odeon dann einen neuen Eigentümer. Dann beginnt die Arbeit: Baurecht, Abstimmungen mit dem Denkmalschutz...........
Aber wir sind ja die Möglichmachverwaltung in Goslar. Wenn alles klappt steht in drei oder vier Jahren ein schickes neues Odeon mit fantastischen Wohnungen.
Damit schaffen wir attraktiven Wohnraum, erhalten einen historischen Ort – ein wichtiges Denkmal an einem prominenten Ort und wir werden Geschichte und Seele des Hauses gerecht.
Herzenssache Goslar: Starke Typen wie Dirk Felsmann
Wenn in einer Stadt etwas vorangeht, was passiert - dann hängt das immer auch mit „Typen“ zusammen. Menschen, die sich für eine Sache, ein Projekt begeistern lassen und denen das Machen, Probieren und Umsetzen einfach Freude bringt.
Das gilt für den „freiwilligen“ Bereich in Vereinen, bei der Feuerwehr, in der Kultur, in der Kunst, im Sport. Das gilt aber auch für Betriebe und Unternehmen. Es braucht auch „Unternehmertypen“ in einer Stadt.
Und von diesen Unternehmertypen haben wir in Goslar, zu unserem großen Glück, so einige. Und viele von den Typen durfte ich bereits kennenlernen, manche waren auch schon einmal „Herzenssache“. Ich denke z. B. an den Kaffeeverrückten Markus Dill, den Naturkosmetikenthusiasten Carl-Michael Diedrich oder den Unternehmer mit Ideen, Dirk Junicke. Und natürlich muss auch der Draht zum Oberbürgermeister passen bzw. kann gerade auch der Oberbürgermeister die Unternehmertypen von „außen“ für Projekte in der Stadt gewinnen. Das hängt dann mit Vertrauen zusammen, das hängt auch damit zusammen, dass man gemeinsam Ideen entwickelt und Ziele verfolgt. Ich erinnere mich z. B. gerne an die Aussage von Dirk Junicke aus Bad Harzburg, der vor einigen Monaten daran erinnerte, dass ich ihn für sein inzwischen vielfältiges Engagement in Goslar gewinnen konnte.
Und auf ähnliche Weise habe ich auch Kontakt zu Dirk Felsmann, Unternehmer aus Hannover, aufgenommen. Bei unserer ersten Begegnung in Wöltingerode, aber auch z. B. nach dem vorletzten Pancket, haben wir nicht nur gemeinsam geplaudert, sondern auch das eine oder andere leckere Bier zusammen getrunken. Erst war da nur eine Idee, dann gab es viele Gespräche und am Ende steht ein 10 Mio. Euro-Invest in bezahlbaren Wohnraum in unserer Stadt Goslar, auf dem Fliegerhorst.
In sechs früheren Mannschaftsunterkünften entstehen hier bis zum Ende des kommenden Jahres insgesamt 36 Mietwohnungen zwischen 75 und 120 Quadratmetern. Auch zwei Doppelhäuser werden zu vier weiteren Wohnungen saniert, sodass am Ende 40 Wohnungen den Markt bereichern und ein Stück der Fliegerhorstgeschichte bewahren. Der Mietpreis soll acht Euro betragen, das erscheint mir sehr fair.
Dabei wohnt man im östlichen Teil des Fliegerhorstes. Integrierte Lage, mitten im Grünen, stadtnah am Krankenhaus und der Nahversorgung, perfekt erreichbar mit den Stadtbussen, in Kürze noch einen bilingualen Kindergarten vor der Tür. Man wohnt in kleinen Einheiten, je Gebäude nur sechs Wohnungen und mit einem Stellplatz vor der Tür. Der Weg zum Joggen ist nicht weit, die Natur vor der Tür und, auch das ist sicher einzigartig, man lebt in einem Denkmal. Mit Liebe zum Detail hat Herr Felsmann mit seinem Kompagnon, Dr. Meinhof, die Gebäude in ihrer ursprünglichen Optik belassen. Die „alten“ Fenster wurden restauriert oder durch neue Holzfenster ersetzt. Die Fassade bleibt aufgrund einer raffinierten Innendämmung erhalten und auch die weiteren baulichen Eingriffe fanden und finden in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege statt.
Und dennoch werden die Wohnungen allen modernen Erfordernissen gerecht und erhalten mit Eichenparkett, neuen Küchen und moderner Installationstechnik all das, was man heute erwarten darf und muss. Ich freue mich über diese Entwicklung! Auch sie sorgt dafür, dass in wenigen Monaten bereits über 100 Mensch in unserem neuen Stadtteil wohnen werden und mit der weiteren Entwicklung wohl bald mehr als 500 Bürgerinnen und Bürger hier ein neues Zuhause finden. Standortpolitik, die man erleben kann, der man jeden Tag beim Wachsen zuschauen kann. Ich muss sagen, die Entwicklung auf dem Fliegerhorst macht mich stolz. Wer hätte gedacht, dass wir über 60 Hektar in so kurzer Zeit reanimieren und für Goslar zu einem Gewinn machen.
Und mit wir meine ich hier tatsächlich alle Beteiligten: Die Bima, die Klosterkammer, die Unternehmensgruppe BLB, die Wirtschaftsförderung, den Rat, die Verwaltung und natürlich diese „verrückten“ Typen, die schon Grundstücke gekauft haben, als es noch nicht nach Fortschritt aussah, sondern nach Dornröschenschlaf. Vor drei Tagen haben wir im Rat daneben auch die Weichen dafür gestellt, dass ab dem nächsten Sommer ein bilingualer Kindergarten (mit der Chance auf Erweiterung zu einer Schule) errichtet wird und den Fliegerhorst-Kindern eine eigene Einrichtung gibt. Auch dies wird übrigens von einem echten Goslarer Typen entwickelt, aber die Geschichte zu Folkert Bruns ist eine eigene Sache, manchmal auch eine schwierige Sache (Bruns ist ja kein einfacher Typ ☺), aber doch zu jeder Zeit auch eine Herzenssache. Diese Herzenssache sollte ich vielleicht bei passender Gelegenheit mal erzählen.
Ich freue mich jedenfalls Tag für Tag über die vielen „Typen“ in unserer Stadt und ermuntere jeden, seine Idee, seine „Macke“ durchzusetzen und zum Wohle der Stadt zu spinnen. Von Sir Winston Churchill ist der Satz überliefert: „Erfolg ist nichts endgültiges, Misserfolg nichts fatales: was zählt, ist der Mut weiterzumachen.“ In diesem Sonne: Weitermachen, Ihr verrückten Typen in Goslar, ich find euch richtig gut! Weitermachen Dirk Felsmann & Dr. Meinhof, nicht nur auf dem Fliegerhorstgelände, sondern auch beim Umbau des ODEON-Theaters
Meine #Herzenssache in dieser Woche: Echte Typen wie Dirk Felsmann!
Két energiapiaci szakértőt kérdezett a Hír24 a paksi bővítés pénzügyi és energetikai kérdéseiről. Egyikük az atomenergia, másikuk inkább a napelemes rendszerek mellett érvel.
A piros sarokban Hárfás Zsolt, az Atomenergia Info szakértője, a kék sarokban Felsmann Balázs, a Corvinus Egyetem kutatóközpontjának vezetője.