future?publish
Ja, ich war auf der future!publish in Berlin. Wie ich dahingekommen bin? Mit dem Zug und einer gewonnenen Eintrittskarte.
Eines vorneweg: Die Zukunft hat sich nicht in allen Vorträgen blicken lassen und wiedermal waren die Pausengespräche (fast) das Beste. Ich habe mich mit vielen Kollegen ausgetauscht, neue kennengelernt und alte Kontakte aufgefrischt. Und wo steckt nun the Future im Publishing?
Stephan Porombka hat in seiner Keynote am ersten Tag etwas gesagt, das mir zunächst etwas seltsam erschien: Wir sollen Öffentlichkeit gestalten. Hmmmm, gut, habe ich mir gedacht und im Programmheft geblättert.
Als dann u.a auch Johannes Ulrich Schneider, Leiter der Leipziger Universitätsbibliothek, die Frage nach der Schaffung von Öffentlichkeit in einer Diskussionsrunde gestellt hatte, kam ich ins Stutzen: Ist die Frage nach der Form literarischer oder anderer Gattungen von Texten überhaupt die Frage nach der Zukunft des Publizierens? Ist sie selbst nicht schon längst überholt? Sollten wir von dieser nicht endlich Abstand gewinnen und weiter denken?
Nichts ist so altbacken und rückwärtsgewandt wie die Frage nach dem Format von Texten. Analog, digital, crossmedial. Dieser Streit macht keinesfalls the Future im Publishing aus. Der Leser hat sich schon entschieden – für alle Formen. Und er bzw. sie unterhält sich über Inhalte in Bibliotheken, Buchläden, bei Lesungen. Diese Öffentlichkeit ist ein gestaltbarer Raum.
Und da haben wir sie wieder: Die Aufgabe, die Stephan Porombka am ersten Tag uns Textschaffenden entgegengeworfen hat: die Gestaltung von Öffentlichkeit – DIE Aufgabe, der sich Verlage und Bibliotheken stellen sollten.
Veröffentlichen kann jeder, Öffentlichkeit gestalten eben nicht. Auf diese Rolle könnten/sollten sich Verlage und Bibliotheken und Buchläden besinnen. Zugegeben: Auch das ist nichts Neues, aber eben etwas, was immer mehr in Vergessenheit geraten ist.
Gestalten wir Text, gestalten wir Öffentlichkeit.
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