Frida Kahlo über Bedürfnisse
Frida Kahlo sagte einst zu ihrem Mann: „Ich bitte dich nicht, mich zu küssen oder dich zu entschuldigen, wenn ich denke, dass du Unrecht hast. Ich werde dich nicht bitten, mich zu umarmen, wenn ich es am meisten brauche, oder mir zu sagen, dass ich schön bin, selbst wenn es eine Lüge ist. Ich werde dich nicht bitten, mir süße Worte zu schreiben, mich anzurufen, um mir zu erzählen, wie dein Tag war, oder mir zu sagen, dass du mich vermisst. Ich werde dich nicht bitten, zu schätzen, was ich für dich tue, mich um mich zu kümmern, wenn meine Seele müde ist, oder meine Entscheidungen zu unterstützen. Ich werde dich nicht einmal bitten, mir zuzuhören, wenn ich tausend Geschichten zu erzählen habe. Ich werde dich um nichts bitten – nicht einmal, für immer an meiner Seite zu bleiben. Denn wenn ich darum bitten muss, will ich es nicht mehr.“
Diese kraftvolle Aussage spiegelt den Kampf zwischen unerfüllten Bedürfnissen und einem externen Kontrollort wider. Während das Anerkennen unserer Bedürfnisse ihren Wert nicht mindert, suggeriert es doch eine Abhängigkeit, die unser Selbstwertgefühl untergräbt. Wahre Verbundenheit und Erfüllung in Beziehungen entstehen nicht durch Forderungen oder Erwartungen, sondern durch den freiwilligen Austausch von Fürsorge und Zuneigung. Wenn wir anfangen, diese Dinge zu fragen oder, schlimmer noch, zu fordern, opfern wir dabei oft unseren Selbstrespekt.
Das Wesen einer Beziehung sollte ein gegenseitiger, freiwilliger Austausch sein – ein Austausch von Freude, nicht von Verpflichtungen. Es ist niemandes Pflicht, unsere Erwartungen zu erfüllen. Je mehr wir uns darauf verlassen, dass andere uns vollständig fühlen lassen, desto mehr offenbaren wir unsere eigene Unreife. Im Gegensatz dazu spiegelt sich Reife darin wider, dass wir uns auf das Wohlergehen anderer konzentrieren und nicht auf unsere eigenen Bedürfnisse.
Leider betont die westliche Gesellschaft oft die Vorstellung „Was kannst du tun, um mich glücklich zu machen?“ statt „Was kann ich tun, um dich glücklich zu machen?“ Wenn sich jemand nicht die Mühe macht, zu fragen, was er für Sie tun kann, zeigt das, worauf sein Fokus liegt – auf sich selbst. Anstatt zu versuchen, andere zu erziehen oder zu manipulieren, damit sie uns mehr wertschätzen, sollten wir uns darauf konzentrieren, in ihren Augen auf natürliche Weise bedeutsam zu werden, ohne auf Druck, Schuld oder Scham zurückzugreifen.
Alexander Schröpfer














