Die Villa der guten Laune
“Tanz ist die Poesie des Fußes.“ - John Dryden
neue Woche, neuer Eintrag. Letzte Woche stoppte ich am Samstag morgen, mit meiner Ankunft in Mzuzu, dort geht es heute weiter.
Mit zitternden Knien machte ich mich mit Gepäck und Kelvin auf den Weg zum Mzoozoozoo. Wir gingen durch die Slums, eine echte Abkürzung und mein Geheimtipp für jeden, der mal nach Mzuzu kommen sollte. Unsere Wege trennten sich allerdings schon dort, denn während Kelvin zum Tahifa Markt musste, wollte ich mich fertig für meine Fahrstunde machen.
Erschöpft kam ich im Zoo an und zog in das Dorm ein. Meinem Fahrlehrer hatte ich zu dem Zeitpunkt schon mitgeteilt, dass ich später komme als geplant, da ich erstmal meine Ruhe brauchte. Meine „Auszeit“ verbrachte ich auf der Mauer vor dem Dorm und unterhielt mich mit dem Gardenboy namens Isaac. Im Zoo arbeiten zwei Isaacs, ein Koch und der Gärtner.
In der Fahrschule angekommen wartete ich ausnahmsweise nicht so lange und aß vor der Stunde mit Anita, der Sekretärin, ein Mandazi, dass ich für sie und mich gekauft hatte.
Green, meinem Lehrer, erklärte ich, dass ich nicht mehr allzu viel Zeit hätte um meinen Führerschein zu beenden und dass wir uns jetzt auf die Prüfung vorbereiten sollten.
Zu mir ist er nie streng, was ich meinen seltsamen Fahrstil vielleicht zu verdanken habe, er lässt bei mir oft die Kritik weg und während meinen Lehrstunden musste ich bisher nie die malawischen Handzeichen geben wenn ich gefahren bin.
Das hat natürlich seine Vorteile, ich bin zum Beispiel nicht sofort als weißer Fahrschüler geoutet, wenn ich meine Hand nicht aus dem Fenster strecken muss und außerdem kann ich mich dann viel besser auf die Straße konzentieren, wenn ich nicht mit meinen Händeln wedeln muss. Vorallem muss man das nur in der Prüfung machen, nachher interessiert das keinen mehr....
Naja jetzt ist er etwas strenger, Spaß habe habe ich aber fast sogar noch mehr, weil ich langsam besser werde. Rückwärts abbiegen klappt super (wenn ich von links komme zumindest, von der rechten Seite stellte sich das doch als etwas kniffliger heraus).
Nach der Stunde (ich durfte mich selber direkt im Zoo droppen, denn im Auto saß hinten schon der nächste Schüler und er hat mir ein Kompliment für meine Fahrskills gegeben ☺ Im englischen würde ich jetzt sagen: „I felt gassed“ ! ) duschte ich und ging dann in die Stadt. Frühstücken bei Khan stand mal wieder auf dem Plan, weshalb ich ihn im Shop abholte. Gemeinsam liefen wir dann zu ihm nach Hause (er hat sein Auto wieder verkauft … ). Unser Weg führte uns über den Markt, wo ich noch schnell unserem Gemüseverkäufer winkte und dann weiter hinter Khan herlief, der hatte echt ein affentempo drauf!
Auf der Straße zu seinem Haus kamen uns schon sein Cousin und sein Mitbewohner entgegen, die eigentlich nur auf der Suche nach Khan waren. Also gingen wir vier wieder gemeinsam zurück.
Bei ihm auf dem Boden sitzend aßen wir dann wie üblich Omlett mit Chapati - natürlich mit den Fingern, so wie es sich gehört.
Jetzt folgt ein kleiner Exkurs in die Mädchenwelt: Jedesmal nach dem Duschen, besonders hier in Malawi, verliere ich viele Haare, es nervt, aber ich habe mich damit arrangiert. Nun kommt es öfters vor, dass wir frisch geduscht zu Khan gehen oder dort duschen, weshalb Khan das auch schon mitbekommen hat. Er ist der Meinung ich müsse Öl an meinen Haarwurzeln einmassieren, was ich total unpraktisch finde, weil meine Haare danach ja wieder fettig aussehen.
Letzten Samstag war es dann soweit, als ich bei ihm war, wieder frisch geduscht, habe ich mich dazu überreden lassen. Er massierte mir also den Kopf mit Haaröl ein, was nicht unangenehm war ☺, und ich ließ es dann etwas länger als eine Stunde einwirken und wusch es dann wieder aus.
Das Haaröl roch verdammt gut und erinnerte mich an eine Lotion, die meine Familie hatte, als ich noch kleiner war, ich glaube sie war aus Thailand …
Mama ? Papa ? Diese rosanen und hellblauen Body Lotions? Könnt ihr euch daran erinnern?
Meine Harre mussten wieder trocknen und dafür setzten wir uns raus in den Garten in die Sonne. Ich spielte eine Weile mit seinen Hunden, die noch super knuffig sind, und versuchte ihnen „Sitz“ beizubringen, oder zumindest , dass sie einem nicht in die Füße beißen oder einen anspringen. Jetzt ist das noch niedlich, aber wenn sie größer sind, kann das zum Problem werden.
Außerdem aß ich ein bisschen von der Eiscreme, die wir vor Tansania mal gekauft und bei Khan untergestellt hatten.
Mitlerweile haben er und seine Mitbewohner die Hälfte schon gegessen, aber das ist auch gut so, denn wir werden so oft zum Essen eingeladen, dass es wirklich keine große Sache ist, dass er sich auch bei uns „einlädt“.
Gegen halb vier oder vier musste Khan dann doch zurück auf die Arbeit, aber wir gingen noch gemeinsam zu seinem Shop, wo ich mich dann verabschiedete. Wir hatten uns für den Abend im Zoo verabredet, ein Freund von ihm namens Salman, sollte kommen, und er sei mega witzig und ich müsse ihn unbedingt kennenlernen … naguuut!
Mit Musik in den Ohren ging ich wieder zurück nach Hause. Vielleicht war es auch schon später, als wir uns veraschiedeten, denn als ich im Zoo war habe ich mal wieder einen Skype Anruf (Es war eigentlich ein WhatsApp-Call ...) gemacht, der zwei einhalb Stunden ging. Es war echt schön und ich hab die kleine Ablenkung genossen.
Als ich auflegte war es schon dunkel, was nicht allzu verwunderlich ist, da es hier um halb sechs/sechs dunkel wird. Der Zoo war gefüllt und Menschen haben sich amüsiert.
Ich saß im Zoo vorne und aß Reis mit Kartoffeln und Curry Sauce … etwas was ich mir bei Khan eingepackt hatte und mitgenommen hatte.
Während ich mein Essen zu mir nahm, redete ich ein bisschen mit ein paar Locals, auch wenn ich es eher nervend fand in der Situation.
Ich bewegte mich dann in den Movie Room, wo die Musik nicht mehr allzu laut war, Olympia lief und ein paar Weiße in einer netten Runde zusammensaßen.
Ich nahm eine der Steckdosen in Anspruch und lud mein Handy auf, und kam ins Gespräch mit den Anderen.
Sie waren auch Volontäre, aber bloß für vier Wochen, und waren etwas enttäuscht darüber, dass sie nichts weltbewegendes geschafft haben und niemandem so wirklich helfen konnten …
Ich weiß, viele Volontäre gehen ins Ausland um anderen Menschen „zu helfen“, weil sie ja die Hilfe soooo dringend nötig haben, aber das sind genau die Volontäre, die ich am unangenehmsten finde und vielleicht nicht mal unbedingt als besonders tolerant bezeichnen würde...
Ich weiß das klingt hart, aber was die Leute vergessen, die hier her kommen um zu helfen, ist, dass die Menschen hier glücklich sind, zurecht kamen bevor wir da waren, und dass unsere westlichen Ansichten in vielem hier völlig fehl am Platz sind, und Vorstellungen die wir von einem „guten“ System haben, hier nicht umsetzbar sind.
Man kann Tipps geben, vielleicht gute Projekte starten, die aus durchaus sinnvoll sein können, und man kann versuchen hier und dort Dinge zu „verbessern“ (ich setzte das in Anführungszeichen, weil es eine Verbesserung nach westlichen Standards ist und somit ein Zustand geschaffen wird, der für uns Europäer als „besser“ verstanden werden würde).
Naja … trotzalledem waren sie super sympathisch, aber ich habe ihnen auch gesagt, dass viele mit dem Gedanken die Welt zu ändern her kommen, an dem Gedanken sich aufhängen und sollte der Plan nicht aufgehen, mit einem schlechten Gefühl und ein Stück kaputter nach Hause gehen.
Und obwohl sie alle älter waren, und man sonst nicht immer angehört wird als 19 Jährige, haben sie alle genickt und auch eingesehen, dass kleine Dinge oftmals mehr bringen, selbst wenn man es nicht realisiert.
Eine Art Kulturaustausch hilft meist mehr als man denkt, lernen in beide Richtungen, ein „richtiger Austausch“ eben.
Aber genug davon, ich könnte mit dem Thema vermutlich sieben Seiten füllen, aber das ist bloß meine persönliche Meinung und es gibt durchaus Menschen, die helfen wollen und tatsächlich eine wirklich nötige Hilfe sein werden. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Irgendwann kamen Uzair und Azhar überraschenderweise und ich setzte mich zu ihnen. Sie sagten mir Khan müsse auch bald kommen, sie hätten ihn an der Tankstelle getroffen.
Und als er kam, kam er nicht alleine. Plötzlich waren drei Autos voller Pakistani auf dem Parkplatz vorm Zoo und ich kannte fast alle von ihnen.
Ich sollte mit ihnen raus gehen, und im Pavillion chillen. Und während sie ihren Whiskey mit Cola tranken, ich eine gefrorene Sprite in der Hand hielt und langsam aber sicher zu einem Eisklotz mutierte, wurde mir Salman, der afrikanische Pakistani, der seiner Ex Freundin nach Australien hinterher gereist ist und sehr gerne und sehr viel redet, vorgestellt.
Ungefähr 75% von dem was er sagt ist Sarkasmus, nicht ernst zu nehmen oder pseudointellektuell, aber dennoch sehr unterhaltsam.
Ich beschloss, nachdem ich schließlich komplett druchgefroren war, einen Tee zu trinken... Ich wurde nicht nur von den Pakistani sondern auch von den Locals, die mich kannten, ausgelacht und für seltsam und verrückt erklärt.
Azhar und ich sollten in der Nacht #TeamSober sein, und keinen Schluck Alkohol trinken.
Gegen elf Uhr fuhren wir in drei Autos zur Villa, denn wir wollten tanzen. Im Auto wäre ich zwar fast eingeschlafen und als wir ankamen waren vielleicht sechs andere auf der Tanzfläche, aber ich ließ mich nicht entmutigen.
Mit der Zeit kamen die anderen Autos nach, auch wenn die Meisten von den Insassen totale Tanzmuffel sind. Ich glaube ihr Alkoholpegel hat sie dann letzendlich doch zum Tanzen gebracht, ganz zu meinem Vergnügen natürlich, denn alleine tanzen macht einfach nur halb so viel Spaß.
Zwischen 0 und 1 Uhr füllte sich dann die Villa und das gedränge, wie man es kennt, fing an. Da kamen Erinnerungen von der „guten alten“ Zeit wieder auf und es war fast wie vor einigen Monaten. Natürlich wird es nie so sein wie damals, es fehlen einfach zu viele aus unserer ursprünglichen Gruppe.
Trotz des Fehlen Einiger war es ein super witziger Abend. #TeamSober hat zusammen getanzt, ich hab mit Khan und Salman herumgealbert und sogar Mafia, der eigentlich Zubair heißt und gar nicht mehr so angsteinflößend ist, wenn er getrunken hat, war aufeinmal zutraulich und gar nicht schüchtern!
Irgendwann, es war glaube ich zwei Uhr, war ich erstens müde und zweitens war die Luft draußen. In der Villa wird es immer ziemlich schnell ziemlich warm, und dann ist das Tanzen einfach anstrengend ☺.
Khan war selbst aber auch nicht mehr allzu motiviert, weshalb wir dann zu ihm nach Hause fuhren. Abendessen stand auf dem Programm. Das mag absurd klingen, aber wir saßen zu sechst auf dem Boden um zwei Uhr in der Früh und aßen Reis, Chapati und Kartoffelcurry (mit Hühnchen aber das hab ich weggelassen), außerdem tranken wir Tee und Wasser und es war einfach mal wieder ein Familiengefühl und ein Gefühl der Akzeptanz, das ich total schätze. Ich kann mich gar nicht genug dafür bedanken, dass wir hier so gut aufgenommen wurden, in einer sehr strikten Community, auch wenn es immer noch viele gibt, die es nicht gerne sehen, dass wir so viel mit den Pakistani machen.
Naja, ihre Kultur und Religion sind ihnen doch sehr wichtig und das respektiere ich natürlich auch.
Weil ich im Dorm schlafen sollte und ich es mit zwei Schweizern teilte, die am nächsten Morgen ziemlich früh raus mussten und ich sie nicht wecken wollte, und auch sonst wenig Lust hatte in den Zoo zu fahren, fragte ich Khan ob ich bei ihm schlafen könne. Natürlich erlaubte er es mir und ich bekam sogar Jogginghose und Schlabber-XXL-Shirt zum Schlafen.
Um vier lagen wir im Bett, ich teilte es mit Khan, aber ich konnte nicht wirklich gut schlafen, ich war die Nacht ziemlich unruhig und irgendetwas im Inneren hielt mich wach.
Also wachte ich dementsprechend früh auf und versuchte eine Weile wieder einzuschlafen.
Das funktionierte aber nicht allzu gut, weshalb ich dann mal wieder am Handy hing und mich versuchte zu beschäftigen.
Der Morgen begann wie gewohnt sehr langsam, aber weil ich nichts getrunken hatte ging es mir ausgesprochen gut, im Gegensatz zu manch anderen.
Nach dem gemeinsamen Frühstück warteten wir eine Weile, bis das Auto von Khans Freund Mansu repariert war, womit er mich dann in den Zoo fuhr.
Im Zoo angekommen musste ich meinen Blog anfangen zu schreiben, bzw. weiterführen und nach zwei Stunden Konzentration war ich soo müde, dass ich bis sechs Uhr geschlafen habe. Nach einem kurzen Telefonat mit Sandra ging es mir etwas besser, meine Müdigkeit und schlechte Laune, die sich angestaut hatten, waren wie weggeblasen.
Dafür hat man Freunde ja.
Nach weiteren zwei Stunden Blog schreiben … (ich weiß ich bin langsam), es war mitlerweile acht Uhr Abends, hatte ich gänzlich aufgegeben. Ich schaute mir lieber alte Fotos an, Tanzvideos und hörte Musik, dann hatte ich mein Abendessen: zwei Orangen. Ich ging zurück ins Dorm kuschelte mich in meine Decke ein, saß auf dem Stuhl und lud mein Händy auf. Tja sehr spannend ich weiß.
So ging mein Abend irgendwann zuende, nur dass ich mich von meinem Stuhl zu meinem Bett bewegte und dort weiter vergammelte.
Mzuzu macht alleine einfach weniger Spaß und das Dorm ist, verglichen mit dem Caravan, doof...
Irgendwann habe ich dann doch noch geschlafen. Der nächste Tag sollte etwas ereignisreicher werden. Ich wachte auf um zur Fahrschule zu gehen und nach meiner ersten Stunde ging ich wieder in den Zoo, wo ich eine Stunde wartete um meine zweite Stunde um 10 Uhr zu nehmen. Langsam bin ich echt „gut“; Malawi-Verhältnisse-Gut … !
Ich hatte meinen Laptop dabei und lief dann anschließend zum Coffee Den, wo ich, mit einer (oder zwei) Tasse(n) Cappuccino, produktiv werden wollte.
Ich zog das durch! Irgendwann, gegen zwei Uhr, kam Michi ins Den und blieb mit seinem Reisegefährten für eine Weile.
Als sie wieder fuhren machte ich mein Blogeintrag fertig und lud ihn endlich hoch. Während des Hochladens unterhielt ich mich mit einem Malawier, der sich zu mir setzte, über seine und meine Arbeit. Er arbeitet für eine NGO in Mzuzu, die sich mit den kulturellen Problemen in de rmalawischen Gesellschaft beschäftigt, wie die Heirat 14 Jähriger Mädchen mit 30 Jährigen Männern in Nkhata Bay District, oder Schwangerschaft und Bildung in jungem Alter.
Das alles fand ich ziemlich interessant, weshalb es mich ausnahmsweise mal nicht störte angequatscht zu werden.
Am späten Nachmittag war ich dann auch wieder im Zoo und wartete dort auf die Ankunft von Sandra und ihrer Familie. In meiner Wartezeit schaute ich Sherlock Holmes und ließ die Vorfreude in mir aufsteigen.
Um sechs waren sie dann da! Ich umarmte Sandra als hätte ich sie seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Ihr kleiner Bruder war sofort super aufgeschlossen und die anderen waren auch super nett, die Müdigkeit durch die lange Autofahrt war ihnen dann doch etwas anzumerken.
Nachdem sich alle in ihren Zimmern eingerichtet hatten fuhren wir nach Chimaliro und gingen für's Abendessen ins Macondo Camp.
Ich hatte gefüllte Nudeltaschen und sie waren einfach nur herrlich gut.
Eigentlich wolte Khan noch kommen, aber er war ziemlich eingespannt auf der Arbeit, weshalb wir das Treffen auf den nächsten Tag verschoben.
Sandra und ich gingen dann ins Dorm, erzählten ein wenig, aber auch Sandra war ziemlich müde, also schliefen wir ein ohne uns gute Nacht zu wünschen.
Der Dienstag begann wieder mit einer Fahrstunde, die gesamte Familie war schon auf den Beinen, als ich aus dem Haus musste, und liefen sogar an meiner Fahrschule vorbei, als ich auf meine Stunde wartete. Nach meiner Stunde lief ich mit Musik in den Ohren zum Den, um dort die gesamte Manschafft anzutreffen. Wir frühstückten und ließen es uns gut gehen. Dann folgte der übliche Einkaufstrip: Dapp, Shoprite, Markt. Weil sich langsam wieder der Hunger bei einigen einschlich, bestellten sie sich Kartoffelecken mit Krautsalat in eine der Garrküchen. Anschließend ging es wieder in den Zoo, wo wir, bzw. ich , meine Tasche packte. Wir hatten es nicht sehr eilig nach Chipunga zu kommen, also ließen wir uns etwas Zeit.
Sandra fuhr das Auto und während die anderen etwas litten, vielleicht unter ihrem Fahrstil, dem ungefederten Auto oder der Staße (man wird es nie herausfinden), fand ich die Fahrt durchaus angenehm und ich kann stolz sagen, dass mir nicht schlecht geworden ist.
In Chipunga gab es dann die gewohnte Haustour für Besucher und Kaffeezeit mit deutschen Süßigkeiten, „die sich ja nicht ewig halten und deshalb unbedingt vernichtet werden mussten“! Schokobons, Buenos, Twix' und der ganze andere Kram, an den man hier kaum oder gar nicht heran kommt.
Dazu gab es natürlich Chipunga Kaffee, echter kann man es nicht haben: Chipunga Kaffee in Chipunga. Jeder versuchte sich etwas zu beschäftigen: Christian und Matthias (großer Bruder) werkelten an unserem Strom herum, jetzt funktionieren alle drei Glühlampen wieder!!!, reparierten unsere Mausefallen und verteilten diese dann im Haus; Sandra und ich fingen mit dem Kochen an, zumindest, das was kalt serviert werden konnte, aber Vorbreitung brauchte. Zum Beispiel kümmerte ich mich um die Tomatensauce, die später in den Teig der Tomaten-Indazis gegeben wird. Sandra wiederum schälte und kochte die Süßkartoffeln und Kochbananen.
Wir wollten eine Art Buffet mit malawischen Leckereien bereitstellen, weshalb wir natürlich auch noch Cassava (Maniok) und Kochbananenchips zubereiteten.
Am Ende hatten wir so viel zu Essen, dass ich die nächsten Tage noch davon hatte.
Aber ich fand es sehr lecker!
Um acht oder halb neun ging es dann für mich ins Bett, ich las noch etwas, blies die Kerzen aus und versuchte einzuschlafen. Kurz darauf kam Sandra ins Bett und wir schliefen ziemlich bald ein.
Am nächsten Morgen, dem Mittwoch, wachten wir gemeinsam auf und während Sandra das Frühstück für uns und ich den Abwasch machte, kam ihr kleiner Bruder Stefan aus dem Zimmer gekrochen und sorgte für gute Stimmung am Morgen.
Wie gesagt ein sehr aufgeweckter kleiner Kerl, der weiß wie man Freude verbreiten kann!
Kurz darauf wachte auch noch Sandras Mutter auf, meine zukünftige Schwiegermutti ☺, und so saßen wir um sechs Uhr morgens gemeinsam am Frühstückstisch. Christian wachte dann auch noch auf und erzählte von seinem Nachterlebnis. Wie üblich sind die Siebenschläfer in dem Zimmer herum gerannt und auch wie üblich über das Bett. In der Nacht machte er sich dann auf die Jagd und das Ende der Geschichte ist, wir haben jetzt drei … nein vier … weniger … , denn am Morgen rannte ein Vierter im Flur herum. Dann rannte er nicht mehr.
Ich ging zur Arbeit, kam etwa eine Viertel Stunde zu spät durch die ganze aufregung am Morgen und wurde dann wieder nach Hause geschickt, da es keine Arbeit für mich gab... gut dann halt nicht. Ich sollte aber um 10 Uhr wiederkommen und dann beim Macadamia husking helfen.
Während der „Wartezeit“ ging ich mit Sandra und ihrer Familie durch das Dorf und schaute mit ihnen die Grundschule an. Die Führung endete um zehn auf der Farm, wo ich dann schließlich blieb um die Nüsse zu schälen und die Anderen nach Hause gingen um zu packen. Um halb zwölf ging ich allerdings auch noch mal ins Haus, denn ich musste noch den Laptop meines Chefs holen, den ich über das Wochenende laden sollte.
Um zwölf gab es ein CDC Meeting, zu dem ich alleine ging. Das Meeting war diesmal ziemlich erfolgreich und verlief einwandfrei.
Um zwanzig vor zwei war ich dann wieder zu Hause und versuchte mich zu beschäftigen. Ich schaute die letzte Folge Sherlock Holmes und trank Tee (richtig britisch und so). So ging der Tag an mir vorrüber, zum Abendessen machte ich mir den Letzten Indazi Teig und einen weiteren Tee. Ich trank ziemlich viel Tee in der Woche. Wenn ich alleine bin mache ich mir nur ungern Kaffee... ich kann das dann nicht so genießen.
Relativ früh ging es ins Bett, ich lag noch bestimmt eine Stunde dort und las in meinem Buch bevor meine Augen zu müde waren.
Der nächst Morgen begann wie üblich mit einer Tasse Artemisia Tee, Cornflakes und etwa sMusik zum Aufwachen. Ich war auf der Farm, musste aber alleine arbeiten, weil ich für das Kaffeesortieren eingeteilt wurde. Also saß ich von sieben bis zwölf Uhr auf der Farm und hatte Viertelstunde Pause um zu frühstücken. Netterweise hatte Justice mit mir seine Süßkartoffeln und Cassava geteilt, weil ich Milch für uns gekauft hatte. Eine Tasse Milch, die für zwei reicht, kostet 125 Kwacha, etwas mehr als 15 Cent.
Zuhause sendete ich dann die Reports für das CDC Meeting, Studenten Meeting und ein Proposal von einer der GRACE Lehrerinnen.
Wiedereinmal verbrachte ich meinen restlichen Tag mit essen und Tee, fing meinen Blogeintrag an, tippte Rezepte ab, hörte Musik und schaute bestimmt auch einen Film oder zumindest Ausschnitte eines Films.
Am Abend las ich wieder in meinem Buch und schlief dann irgendwann wieder ein.
Am Freitag konnte ich dann endlich mal wieder etwas auf der Arbeit machen, was mir tatsächlich auch Spaß macht: Macadamia sortieren. Zusammen mit Susan knackten, sortierten und gradeten die Nüsse. Außerdem hatten die Nüsse eine sehr gute Qualität und so macht das alles noch viel mehr Spaß. Am Ende des Tages blieben von zwei 15 Liter Eimern Nüsse 2,5 kg Gute ürbig. Das ist keine schlechte Quote!
Ich sollte die Nüsse am Samstag dann mit in die Stadt nehmen und Bernhard geben, zusätzlich sollte ich ihm noch Dokumente überreichen, die Justice für ihn vorbereitet hatte.
In der Frühstückspause ging ich nach Hause und machte mir Kochbananenchips, und weil ich Susan davon erzählt hatte, und wir noch genügend übrig hatten, machte ich gleich noch welche für sie und brachte sie ihr auf die Farm.
Sie haben ihr wirklich geschmeckt (kunowa chomene – sehr lecker ) und hob noch ein paar für Dani, ihren Sohn auf.
Als wir fertig waren mit allem fegte ich noch die Veranda und ging dann wieder nach Hause.
Ich fing den Abwasch an, und legte die Klamotten für das Wochenendeheraus. Ich schaute einen Film zur Hälfte und versuchte dann wieder einmal den Tag todzuschlagen... Das funktionierte mehr oder weniger.
Strom war nicht sehr viel da, weshalb ich die Tage vorher ein paar Probleme hatte mit meinen technischen Geräten, aber das war dann auch egal. Weil ich besser unter Stress arbeiten kann und ich nicht in der Lage war (motivationstechnisch) am Freitag irgendetwas zu Ende zu bringen, stellte ich meinen Wecker am Samstag auf 4:30 Uhr. Überraschend wach und motiviert stand ich auf und fing an den Abwasch zu machen, das Haus nochmal etwas zu säubern, meine Tasche fertig zu packen und alles soweit in Ordnung zubringen, dass man sich wieder wohlfühlen konnte.
Um halb sieben dachte ich, ich hätte ein Auto gehört, weshalb ich mich langsam aber sicher zur Auffahrt ging um dort auf den Transport zu warten... Anderthalb Stunden später kam der PickUp dann...
Mal wieder ein PickUp. Diesmal etwas bequemer und sicherer gesessen als die Woche davor, trotzalledem habe ich jetzt einen schmerzenden blauen Fleck am Rücken... ☺ !
Aber ich will mich nihct beschweren, denn weil ich die Nüsse und die Dokumente von Bernhard hatte holte er mich auf halber Strecke von der Soul Kitchen ab. Im Zoo (es war mitlerweile Neun und ich war komplett gestresst) gab ich ihm die Nüsse. Die Dokumente gab ich ihm schon im Auto, es stellte sich heraus, dass sie falsch ausgefüllt waren. Um halb zehn war ich dann in der Fahrschule, nahm eine Stunde und ging direkt danach zum Schneider, auf den ich eine Stunde wartete. Ärgerlicherweise kam er nicht, weshalb ich zu Khan nach Hause ging. Dort frühstückten wir, ich nahm eine Dusche und wir warteten auf das Auto von seinem Freund Mansu (oder so ähnlich) und fuhren dann am Nachmittag nach Nkhata Bay, wo wir Sandra und ihre Familie treffen sollten.
Es war einjähriges Jubiäum von Sandra und mir! Am 20. August 2015 hatten wir zusammen unser Vorstellungsgespräch bei Artefact, der Beginn einer engen Freundschaft.
Das wollten wir mit einem Abendessen imm Kaya Papaya feiern, auch wenn das Abendessen eher ein Nachmittagsessen war, denn wir aßen gegen vier/ halb fünf.
Vorher saßen wir eine Weile im Mayoka und genossen die Aussicht und das nette Beisammensein.
Es war dunkel als wir in Mzuzu ankamen, und Khan fuhr mich netterweise noch nach Hause. Weil mein Tag so lang und stressig war, war ich doch sehr müde und war kurz vorm Einschlafen.
Nach dem Zähneputzen war ich dann doch wieder recht fit, weshalb ich erst um elf ins bett ging.
Ich denke das reicht für heute.
Wenn ich noch mehr schreibe liest es sich auf jeden Fall keiner mehr durch ;)
Und wieder :sorry für die Rechschreibung, das Programm macht mir wieder das Leben schwer... Ich habe versucht Korrektur zu lesen, aber naja...
Wir hören nächste Woche voneinander ☼ ,
und bis dahin Towonanenge ♥