Nach drei Monaten Peru bin ich hier angekommen. Das ist das erste was man zu der Arbeit festhalten muss. Denn aus der Schule auszubrechen, sich aufzumachen, die Welt zu entdecken, frei zu werden von allem Bekannten, Alltag und Gewohnheiten, bringt eine totale Veränderung mit sich. Und diese Veränderung prägt, nicht nur das Auftreten, auch den eigenen Charakter, man fällt hin, steht wieder auf, lernt aus seinen Fehlern und denkt über sein vergangenes und zukünftiges Leben nach. Dabei erlebt man so viele neue Abenteuer, lernt neue Menschen kennen, eine komplett neue Kultur und das, für mich zumindest das erste Mal in meinem Leben und all das macht die Zeit so wertvoll, so intensiv, so unvergesslich, sie macht sie einfach zu einer der besten Zeit seines Lebens.
Freiheit spüren: der „Wolkenaufgang“ in Puno
Zu Beginn sah ein Leben für mich im peruanischen Umfeld aus, wie das Leben eines Chamäleons aus dem Dschungel, das in die Stadt gezogen ist. Grau, könnte man jetzt sagen, aber ich will eher auf die Anpassung heraus: Ich verwandelte mich zum Improvisator, zum In-Den-Tag-Hinein-Leber, der Planlose, der keinen Kalender kennt, keine Richtlinien hat, keine Erwartungen und keine Beschränkungen, kein Internet, kein Smartphone, kein Druck, der mich in Deutschland immer gestört hat. Ein wirklich freies Leben, könnte man sagen, das andere von außen betrachtet, eventuell als chaotisch und ziellos beschreiben würden, ich in meinem Herzen jedoch eher als erfüllend und frei erlebt und gefühlt habe. Ich habe versucht Peru durch das Auge eines Peruaners kennenzulernen und habe so eine dermaßen eindrucksvolle Zeit erlebt, die erst den Anfang eines grandiosen Jahres markiert.
Ich ziehe beim Tag der Behinderten mit meiner “Familie” durch Urubamba
Doch ihr wollt sicherlich mehr über diese Veränderung erfahren, was hieß das denn konkret und nicht in einem Meer von Symbolen und Metaphern ertrinken, oder vielmehr Schwimmen lernen; so wie ich anfangs überfordert war mit der neuen Sprache und schwimmen lernen musste, so muss es euch nun auch ergehen. Doch welche Veränderung war das, wie war das neue Leben in Peru, was hat sich geändert, konnte ich meine Erwartungen bis jetzt erfüllen, oder war es mir gar nicht mehr wichtig diese beizubehalten. Was hat sich an meiner Wahrnehmung der Menschen in meinem Umfeld verändert und was hat sich an meiner Selbstwahrnehmung geändert? Das und noch mehr werdet ihr wohl oder übel in meinen folgenden Zeilen über mich und meine prägende Zeit in Peru erfahren müssen.Ich hatte mir viele Ziele im Voraus gesetzt, viele Erwartungen und Hoffnungen in ein noch weißes Buch geschrieben, die es, wie sich herausstellte eher, ein schwarzes Band um die aus den im Wind wehenden, vor Freiheit strotzenden Bäumen gemachten Seiten, legten und es somit zu Fesseln verwandelte. So war mein Leben zu beginn, ein Wechseln zwischen entfesselter Freiheit und eingekerkerter Persönlichkeit, ein Leben in anderem Gewand. Ein Leben, in dem ich in peruanischer Tracht gekleidet durch die Straßen meiner neuer Heimat zog, Urubamba, eine Stadt mitten im Valle Sagrado mal tanzend, mal lachend und mal weinend. Die Sonne auf meinen Rücken scheinend, vom Rückenwind angetrieben, den meine Motivation zu helfen, Dinge hier zu bewegen und mein weißes Buch mit Erfahrung und Abenteuer zu füllen, trieb ich zu Beginn mehr oder weniger haltlos, in eine inneren Ausgeglichenheit, die sich äußerlich durch meine Tracht verhüllt jedoch nicht erkennen ließ.
Unsere Voluntariogruppe, mit der alten Voluntariogruppe kurz nach der Ankunft
Beim Kulturaustausch mit den Behinderten: Wir feiern das „Oktoberfest“
Die Arbeit lernte ich hier in den ersten zwei Wochen schnell kennen und fühlte mich sofort wohl. Neben kurzer Überlegungszeit entschied ich mich neben dem Gesundheitszentrum im Behindertenprojekt, der Öffentlichkeitsarbeit und in der Schule als Englischlehrer zu arbeiten. Meine Arbeit umfasste also eine große Bandbreite an Aufgaben und war sehr abwechslungsreich. Zweimal die Woche hieß das von Urubamba, der Stadt wo unsere Organisation Corazones Para Peru (im Folgenden CPP genannt) ihren Sitz hat, nach Huilloc, einem kleinen, sehr traditionellen Bergdorf, zu fahren um einmal die Woche Englisch für Kinder der 2ten und 3ten Klasse der weiterführenden Schule (13-15 Jahre alt) und das zweite Mal in der Posta (sp. Für Gesundheitszentrum) dem Zahnarzt bei seinen Arbeiten zu helfen, Patient_innen zu betreuen und die Gesundheit der Menschen im Blick zu halten und zu verbessern. Die Restlichen drei Tage der Woche begann ich die Menschen mit Behinderung des Projekts mehr und mehr kennenzulernen, entwickelte neue Ideen, um ihre Situation politisch, gesundheitlich und gemeinschaftlich zu verbessern und verfasste ein neues Konzept um die Arbeit nachhaltiger zu gestalten. Neben der Möglichkeit mich mit ihrer Situation während den Koch-, Strick- und Spieleworkshops Mittwochs vertraut zu machen, begann ich sie und ihre besonderen Fähigkeiten in Besuchen bei ihnen zu Hause persönlich kennenzulernen. In der PR, also der Öffentlichkeitsarbeit, überlegte ich mir Strategien, um das Projekte im Zeitalter der sozialen Netzwerke gut und authentisch über Facebook zu präsentieren und verfasste wöchentliche Facebookposts, gestaltete auf verschiedensten Medien Werbematerial und ging neben vielen Computerreparaturen auch Cusco nach traditioneller Peruanischer Kleidung durchforsten um den Kleinen Laden in Deutschland regelmäßig mit Nachschub an Ponchos, Handschuhen, Mäppchen, kleinen Notizbüchern und vielem mehr zu versorgen.Doch erstmal zurück zu mir, um meine Veränderung zu verstehen solltet ihr drei Dinge über mich wissen: Musik, Religion und Pfadfinder. Schon in meiner Bewerbung legte ich für meine Organisation aus, dass diese drei Dinge mein Leben ausmachen und die Dinge sind, die mein Herz bewegen. So galt es die Veränderung dieser drei Dinge zu verkraften und sie in Deutschland hinter mir zu lassen. Wie ein Vogel, der mit dem einen Auge zurück in die Heimat schielt und auf sein altes „Ich“ machte ich mich also am 6.7.16 auf in das Abenteuer mit 14 anderen Freiwilligen nach Peru, das erste Mal außerhalb von Europa, das erste Mal eine andere Kultur, das erste Mal ohne meine Basis, eben wie ein Vogel ohne Halt unter, meinen Füßen.
Bei der Organisation von Dreharbeiten für die PR
Das sind natürlich nur die regelmäßigen Aufgaben, die vielen einzelnen Geschichten, die täglich überraschend den neuen Alltag erfrischen, gehören nun schon längst zu meinem Lebensgeschichtenrepertoire. Dieses Repertoire erzählt nicht nur von meinen Geschichten, sondern auch von
meinen Erfahrungen. Diese sind vorstellbar umfangreich und dennoch versuche ich sie auf den Punkt zu bringen. Meine Arbeit war nicht so geplant. Ich kam her, da ich dachte ich würde im Kinderdorf arbeiten können. Doch dem war nicht so und schon kam die erste Herausforderung auf mich zu: Ich musste meinen Erwartungen absagen und mich auf eine neue Situation einstellen. Dadurch habe ich gelernt, wie wertvoll Veränderung ist. In dem Projekt für Menschen mit Behinderungen blühte ich innerhalb von sehr kurzer Zeit auf und erfahre jeden Tag Dankbarkeit, Zusammenhalt und welche Kapazitäten diese Menschen dennoch haben. Ich lernte diese Menschen mit ihren ganz besonderen Möglichkeiten kennen und schätzen und öffnete mein Herz für diese neue sehr spannende Arbeit. Demnach habe ich gelernt, dass Erwartungen oft auch ein Hindernis, für ein aufgeschlossenes Leben sein kann.
Beim Nachdenken über Land und Leute am Feuer
Doch auch negative Erfahrungen prägen mein Leben hier. So wurde ich das erste Mal mit Krankheit konfrontiert, musste mein gesamtes Leben neu ordnen und für mich selber in einen Rhythmus einfinden. Zu Beginn sorgte das dafür, dass ich ein Leben hatte, in dem ich nicht sehr gesund lebte und nicht gut auf mich aufpasste. Ich musste herausfinden, was mich glücklich macht, was mir hilft ausgeglichen zu sein und wie ich für mich auch mal die Handbremse ziehen konnte. Außerdem musste ich erfahren, dass ein Dank, für die Arbeit die man tut, nicht immer selbstverständlich ist, Kommunikation sehr wichtig ist und dass man sich von anderen seine Meinung nicht verbieten sollte, sondern weiter kämpfen und für seine Überzeugungen und seine Persönlichkeit, seine Stärken und Schwächen einstehen sollte. Meine Arbeit war mir, wie man sieht, sehr wichtig in dieser Zeit, da sie für mich den wichtigsten Bestandteil meines Jahres darstellte. Doch bald merkte ich, dass mein Alltag nicht nur meine Arbeit beinhalten durfte, es fehlte auchHinzu kam die Erfahrung einer richtigen Arbeit, Schule hat nichts mit Arbeit zu tun, alles was ich tat, tat ich immer nur für mich. Jetzt arbeite ich über 40 Stunden die Woche, um ganz konkret die Lebensbedingungen der Menschen hier zu verändern. Und für diese Menschen bedeutet so wenig schon so viel.
Hier lerne ich was wirklich zählt im Leben, offen und respektvoll mit den Menschen umzugehen, das anzusprechen, was einem auf dem Herzen liegt, für das was ich tue einzustehen und Verantwortung zu übernehmen, sich zu trauen, auch mal etwas zu wagen, solange es ein gutes Ziel hat. So haben wir ein Physiotherapiezentrum für die Menschen mit Behinderung eröffnet und uns viele Pläne für die Zukunft gemacht, wir träumen dafür, dass unsere Träume zu Zielen werden, die schlussendlich Wirklichkeit werden können. Ich fühle mich hier viel eher im Leben, meinem Sinn gerecht und angenommen von den Menschen.
Tanz…
die Freizeit. Hier erlebte ich so viele wertvolle Momente in dieser Zeit. Zu Beginn wollte ich natürlich nichts verpassen, ging tanzen, probierte mich durch das peruanische Essen, hörte auf Vegetarier zu sein und genoss die peruanische Mentalität mehr und mehr. Immer öfter hatte ich das Gefühl, dass die Menschen hier viel eher so „ticken“ wie ich. Hier sehen die Menschen mit ihrem Herzen, wenig ist geplant, die Dinge werden so angegangen, dass es praktisch ist und nicht, dass eine Regel eingehalten wird. So wurde ich nicht wirklich „gekulturschockt“ ich würde eher sagen, dass ich mich oft viel wohler hier fühlte, also eher „gekulturbesänftigt“. Eine der Dinge die mir hier wichtig waren, mich voll und ganz auf das Leben hier einzulassen, worunter meine Familie in Deutschland etwas gelitten hat. Ich probierte es aus einen Blog zu schreiben, was schnell nicht klappte und meine Mutter konnte höchstens alle zwei Wochen mit mir skypen. Mit dem vorerst gewollten Abstand, kam ich die erste Zeit ganz gut klar, aber schon nach dem zweiten Monat lernte ich das erste Mal in meinem Leben das Wort Sehnsucht, Sehnsucht nach zuhause, seinen Freunden, seiner Familie, seiner Musik, seinen Pfadfindern kennen. Der entflogene Vogel schaute erstmals über seine Schulter nach Hause und begann zu begreifen, wie wertvoll das Nestleben ist. Man lernte mehr und mehr schätzen, wie wertvoll die Privilegien waren, die man nun nur noch vermissen konnte. Die Veränderungen in Peru brachten mich vorerst in einen ganz neuen unentdeckten Modus. Doch lange hielt ich es nicht aus so frei und ungeplant zu Leben. Eine Struktur musste her und erstmals verstand ich, wie wichtig es ist auch mal einen Plan zu haben und wie anstrengend es ist, dass so viele Peruaner_innen eben keinen haben. So nehme ich von den bisherigen drei Wochen auf jeden Fall mit, dass der materielle Luxus, den wir in Deutschland haben in allen Punkten überflüssig ist und die gegenseitige Wertschätzung und Gemeinschaft viel wichtiger ist. Auch meine spontane Ader sollte ich auf jeden Fall behal ten, diese jedoch in eine gute Lebensstruktur einbetten. Pausen machen ist super wichtig für den Körper und durch Ruhe entdeckte ich ganz neue Seiten von mir. Ich zwang mich, mich auch mal zu langweilen und erfuhr dadurch wie bereichernd das Musizieren alleine sein kann, auf welche Gedanken das ein oder andere Buch mich bringen kann und dass ein ordentliches Zimmer auch die Seele entspannt. Ich lernte eine ganz neue Sprache der Musik kennen.
„So kam ich eines Tages um mein Verständnis des Jazz, meine Lieblingsmusik, auf der Gitarre einigen Jungs aus dem Kinderdorf weiterzugeben. Ich redete von Akkorden, sie nickten, ich redete von Rhythmus, sie lächelten denn den liebten sie, doch als ich über Melodie und die C-Dur Tonleiter zu sprechen begann, schauten mich drei ahnungslose Gesichter an. Die reine Sprache des Musikmachens ist universell, doch die Namen, die die Menschen den Tönen gaben eben nicht, denn hier spricht man von Do, Re, Mi, Fa, Sol, La, Si und Do und nicht von C, D, E, F, G, A, H, C…“
Dennoch gewann ich die Jungs auch für meine Musik und seit dem Moment jammen wir ab und zu mal und tauschen uns nicht nur über unsere Musik aus. Diese Kultur ist in Peru so wunderschön, viele Menschen tanzen, singen und musizieren mit den einfachsten Mitteln und mit einem Enthusiasmus, den man in Europa selten sieht. Wir mögen vielleicht die anspruchsvolleren Instrumente haben, aber was bringt es uns dass, wenn wir sie nicht mit Inbrunst und Hingabe spielen können.
Genauso ist das Erleben der Natur ein ganz anderes. Hier ist es in den Religionen der Menschen verankert, die Natur zu achten und sie zu nutzen. Dadurch haben sie einen erstaunlich kleinen ökologischen Fußabruck, obwohl sie nicht mal wissen, was Mülltrennung ist. Als ein in der westlichen Kultur lebender Mensch konnte ich hier schon so viel lernen, mit wenigen Mitteln ökologisch nachhaltiger zu leben. Doch nicht nur die Achtung der Natur ist eine andere, die Natur an sich auch. Hier kommt man innerhalb von wenigen Stunden in eine komplett unterschiedliche Umgebung. Bereits vier Gletscherwanderungen habe ich gemeistert, ganz nach Pfadfindertradition bin ich bereits zu heißen Quellen gewandert und habe das natürliche Fortbewegungsmittel, das sich unten an meinen Beinen befindet entdeckt. Beim Wandern komme ich zur Ruhe, finde neue Herausforderungen und kann mich Austauschen. Das neue hierbei ist jedoch, dass ich es in keinem Pfadfinderkontext gemacht habe. So musste ich auch erfahren, dass die Lieder, die ich mit der Natur und dem Wandern in Deutschland verbunden habe, für andere Menschen nerven, da sie die Tradition nicht verstehen, dass ich auch meine ganz eigene Kultur mitgebracht habe.
Doch all diese Erfahrungen haben mich geprägt, durch meine persönlichen Hochs und Tiefs geführt. Ich persönlich wurde in meiner in Deutschland noch so festen Persönlichkeit aufgeruckelt. Ich wurde eben doch zu einem grauen Chamäleon, mit peruanischer Tracht. Grau, weil ich meinen alten Charakter für eine Zeit lang verlor:
„Ich erkenne dich gar nicht wieder, wo sind deine ausführlichen, mit Gefühlen gefütterten, ehrlichen Antworten, auf meine Wie-Geht’s-Dir-Frage hin, geblieben? Manchmal erkenne ich dich gar nicht wieder, ich habe dich beim ersten Treffen in Deutschland ganz anders eingeschätzt und kennengelernt.“
Das sagte eine Mitfreiwillige eines Tages zu mir beim gemütlichen Tee oben im Kinderdorf und es riss mich aus der ersten Anfangsstimmung. Durch all die Anpassung hatte ich meine alte Persönlichkeit verloren, der tiefgründige, emotionale Jonas, der gewisse Werte vertritt und sich nicht von anderen, sondern von sich selbst leiten ließ. Ein peruanisches Kleid der Spontanität hatte mir die Zeit zur Selbst-Reflektion genommen und ich war in einen Teufelskreis des Stress und der Rastlosigkeit eingestiegen und ich wachte auf. So entdeckte ich mich wieder und hinterfragte mein Handeln der Anfangszeit. Insgesamt gefestigter schaue ich nun auf eine wilde und abenteuerliche Anfangszeit zurück und freue mich auf eine immer noch freie, aber dafür durchdachte nächste Zeit.
Fragt man mich nun nach meinen Highlights, fällt die Antwort mir nicht gerade leicht, zu vieles hat mich schon zum Nachdenken gebracht und doch lassen sich die drei aus diesem Bericht schon erkennen. Denn meine drei wichtigsten Dinge im Leben habe und werde ich nicht verlieren: Die Musik, die Pfadfinder und mein Glaube an Gott. So waren meine Highlights ganz klar die Wanderung nach Lares zu den heißen Quellen, die Gletscherwanderungen und das wandern aufs Kreuz mit den gesamten Freiwilligen. Hier konnte ich immer meine drei Lieblinge mitnehmen. Die Wanderung nach Lares war für mich die bisher größte Herausforderung, wir wanderten 3 Tage durch die wundervollste Landschaft, entlang an weideten Lamas, Wasserfällen, durch den tiefsten Urwald und gegen den stärksten Wind ankämpfend. Abends lagerten wir am Feuer, spielten Gitarre, sangen und kochten uns eine Leibspeise, die für andere so unappetitlich sein könnte, wir in diesem Moment allerdings als größtes Menü, was unser Magen empfinden konnte verköstigten. Zum Ende der Wanderung badeten wir in den heißen Quellen, erfrischten unsere müden Glieder die gesamte Nacht und spielten erneut Gitarre und genossen unser Leben. Auch die Gletscherwanderungen lassen mich zur Ruhe kommen, mich körperlich austoben und einfach die Freiheit dieses Landes spüren. Das Gruppenevent auf dem Kreuz zeigte mir vor allen Dingen, wie stark und wertvoll die Gemeinschaft unserer Gruppe von Freiwilligen hier ist. Diese neue Familie lässt mich dieses Land meine Heimat nennen, obwohl keiner dieser Menschen hier leben. Wir sind wie unser ganz neues Land.
Das letzte Highlight ist definitiv der Tanz hier in Peru, ob in der Disco, im Salsa Kurs immer mittwochs, in der Schule in Huilloc oder oben im Kinderdorf. Ich wusste schon immer das ich mich gerne zur Musik bewege, allerdings nicht, wie viel Selbstvertrauen man daraus schöpfen, wie schwerelos man sich fühlen kann, wie befreit, wie glücklich. Und so tanze ich in die neun drei Monate, fliege wie der Vogel, in einer neuen deutsch-peruanischen Tracht, die meine Persönlichkeit wiederspiegelt und bin längst wieder zu einem bunten Chamäleon mit Charakter geworden.
Jonas Gahrmann,
Voluntario im Hilfsprojekt Corazones Para Peru
Alle Behinderten bei einem Ausflug zu den Banos Termales nach Raya
Perú oder das Land der Chamäleons in Trach-ten und Vögel, die Richtung Neuland fliegen Nach drei Monaten Peru bin ich hier angekommen. Das ist das erste was man zu der Arbeit festhalten muss.














