Tag 2137 / Mit Heinz auf Lautsprecher durch Berlin

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Tag 2137 / Mit Heinz auf Lautsprecher durch Berlin
Tag 1406 / "Schneiderstraße 133... dann zeig ich dir Aachen..."
Tag 3491 / Gestern im Stau auf der Autobahn die Mittelstreifenblumen gefilmt
Heute beim Fahren in der Innenstadt den Regen
Tag 3070 / Die Traurigkeit über Zyklustag 1
mit Reiseplanung versucht zu kompensieren
Tag 3048 / Mit Spritzen geübt
Für vieles gebetet
Tag 3034 / Negative Grundannahmen ersetzen
Streichen: Alle kriegen Kinder, nur ich nicht. Sogar die hat ein Kind, warum ich nicht?
Neu: Alle kriegen Kinder und ich auch. Alle kriegen Kinder und ich bin eine von allen. Ich bin genau im richtigen Alter, um Kinder zu bekommen. Genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um gesunde Kinder zu bekommen
Statt: Wie willst du das schaffen?
Neu: Wenn es soweit ist, werde ich genau wissen wie ich das schaffe oder wo ich mir Hilfe hole.
Statt: Ich habe die falschen Abbiegungen genommen, ich habe die falschen Entscheidungen gefällt oder die falschen Menschen getroffen.
Neu: Ich habe genau die richtigen Abbiegungen genommen, genau die richtigen Entscheidungen und Menschen getroffen, damit ich jetzt mir klar bin wie stark dieser Kinderwunsch ist und dass ich ihn erfüllen werde - no matter what.
Andere sind sich viel sicherer, dass das klappt. Der Aydan war sich sicherer, er hat nicht so viel gezweifelt. Mein Arzt ist ja ganz positiv. Silvie sagt auch nicht: Hör auf, lass es sein.
Statt: Wie soll diese Wohnung je befreiter von all den Sachen und dem Staub sein?
Neu: ich werde diese Wohnung so aufräumen, dass es okay ist. Ich werde darin mein Baby wachsen, krabbeln, essen, schlafen sehen.
Tag 2959 / Die Unzufriedenheit sitzt ja in mir drin. Das ist nichts, was jemand von außen über mich gießt.
Die Unzufriedenheit kommt aus mir heraus. Das ist meine Art, auf die Umstände zu reagieren. Die Umstände sind nicht unzufrieden. Die Umstände können schön sein oder schwierig. Die Umstände können auch einfach neutral sein. Das ist eine Arbeit, eine Tätigkeit, die erforderlich ist. Ich führe diese Arbeit aus. Ich könnte mich freuen daran, dass ich sie ausführen kann, dass ich mich so gut eingearbeitet habe. Aber diese Arbeit macht mich unzufrieden, sage ich, finde ich. Ich bin unzufrieden wegen der Arbeit. Ich bin unzufrieden wegen mir, wegen meiner Einstellung zu der Arbeit, wegen meinen Wünschen zur Arbeit, allgemein zum Leben. Ich kann diese Unzufriedenheit pflegen, indem ich die Dinge so lasse wie sie sind oder meine Wünsche und Einstellungen so lasse wie sie sind. Ich kann entweder versuchen, an den Umständen etwas zu ändern, mich weg zu bewerben und wenn ich eingeladen werde, sage ich plötzlich das Bewerbungsgespräch ab, weil es mir dann zu schnell geht, weil die doch nicht genug Geld am Anfang zahlen, weil ich jetzt integriert bin, weil das kurz vor meinem Urlaub war, weil ich nicht wusste, dass die Kündigungsfrist so kurz ist. Ich bin unzufrieden, bewerbe mich, gehe in die Handlung und dann, wenn sich eine Tür eventuell öffnet, mache ich sie zu. Ich bin unzufrieden und sehr unglücklich, dass ich bis heute keine Familie selbst gegründet habe, ich bin unzufrieden, dass ich so alleine bin, ich bin unzufrieden, unglücklich, traurig, weil ich gerne Mutter werden möchte und es bis jetzt nicht geworden bin, weil ich auch mir sehr wünsche, eine zufriedene Partnerschaft zu führen. Ich wünsche mir sehr eine Freundin zu haben, mit der ich mich zum Kaffee verabrede, aber inzwischen würde ich nur noch entkoffeinierten Kaffee trinken. Ich kann mich darüber freuen, dass ich so viele Freunde habe in AA. Ich kann jeden Abend bei diesem Telefonmeeting anrufen. Da sind Menschen, die mich verstehen. Gestern ging es eben auch um meine Unzufriedenheit und ich hab gesagt, ich muss viel mehr gucken, was ich auf der Habenseite vorweisen kann, meine Negativseite, die ist gar nicht so lang. Ich hab so vieles, für das ich leider im Moment verloren habe, hinzugucken, Dankbarkeit zu empfingen, Wertschätzung. Da sind diese fantastische Katze, die Wohnung - egal, ob die aufgeräumt ist oder nicht, es ist doch eine sehr sehr schöne Wohnung, tolle Lage - ich arbeite im Obersten, ich bin da ganz wichtig in dem Kollegium, ich kann so schöne Empfindungen haben, ich kann mich so freuen im Urlaub, an Massagen, ich kann mich so freuen beim Schwimmen, das ist eine so große Gabe, daraus so viel ziehen zu können! Ja und es ging in meiner Aussage darum, dass ich mich vergleiche mit den Normalos, mit denen, die da arbeiten und ihre drei Kinder haben und die immer befördert werden und Zuschläge bekommen und die verdienen noch mehr Geld als ich. Und während des Meetings fiel mir auf, das ist gar nicht Vergleichen, das ist Verungleichen. Ich verungleiche mich, denn wir sind ungleich. Ich bin ich. Diese Chefin ich bin nicht, ausgestattet, mit dem, was sie innerlich hat. Ich bin jemand ganz anderes. Vergleichen, Verungleichen führt zu nichts. Wir bleiben ungleich. "Der andere ist anders", hat der Verstorbene gesagt. Ich mache das nach meinen Fähigkeiten. Ich mache das mit der Arbeit nach meinen Fähigkeiten. Ich werde das mit der Mutterschaft machen nach meinen Fähigkeiten. Ich werde das Beste geben. Und doch gibt es Dinge, die jemand anders machen würde. Deshalb ist er ja auch jemand anderes. Ich mache die Dinge mit meinem Kind so wie ich es kann und so wie ich es eben mache, weil ich ich bin. Da ist jemand in Kaiserslautern und erklärt sich bereit, auf eigene Kosten mehr als fünf Stunden durch die Gegend zu fahren, um mir sein Sperma zu schenken. Der möchte kein Geld dafür. Vielleicht ist es für ihn ein Kick, vielleicht hat er gerne gerne Sex ohne Kondom. Wenn es ihm nur um Sex ohne Kondom ginge, den könnte auch woanders leichter haben. Jemand, der sich bei der Army verpflichtet, der hat vielleicht auch Sehnsucht danach, dass etwas von ihm bleibt, danach, etwas von ihm weiterzugeben, egal wo er stationiert ist. Der zieht nicht in den Kampf, wenn er nicht ans Gewinnen glaubt. Und ich bin so ein Haufen Zweifel, Unsicherheit, Unzufriedenheit, Ungenügsamkeit, anstatt diesen großen Schatz anzunehmen. In jedem Fall kann ich guten Sex haben, im besten Fall springt eine Schwangerschaft und ein gesundes Kind dabei raus. Es kostet mich sehr viel weniger an Zeit Kraft und Geld, als nach Dänemark zu fahren. Ich würde so gerne diese Unzufriedenbrille absetzen und ich weiß genau, so war das schon mal: Der Weg zu dieser schönen Brille, die es nicht mehr gibt, der war so schwer. Ich hab so viele Brillen umgetauscht. Jetzt hab ich wieder eine, durch die ich gelber gucke als es ist, weil der Rahmen so stark reflektiert, weil ich das Licht bricht. Ich hab eine Zeit lang Agatha Abstinent-Beschwerdebriefe geschrieben und jetzt schreibe ich gerade private Beschwerdebriefe. Wegen dieser 20 Euro von dem Arzt, wegen der Datenlöschung, die jetzt aber vollzogen ist bei der Klinik in Spanien. Ich hätte auch 99 Euro in den Wind schießen können, damit ich da nicht so einen unangenehmen Auftritt in den BH-Laden habe. Aber so viel Geld hab ich auch nicht. Ich könnte die 20 Euro einfach abschreiben. Ich war kurz davor, die dritte Gleitsichtbrille zu bestellen. Es ist nicht gut, viel Geld auf dem Konto zu haben. Da kommt man auf komische Ideen. Ich stehe in der Alten Schönhauser und überlege zehn Minuten, ob ich jetzt zum Wannsee fahre oder nicht. Mich darf dabei keiner sehen, weil ich krankgeschrieben bin. Am Ende denk ich: Mach das Wichtigste zuerst - Rossmann, Rewe, den Blumenkasten und ins Telefonmeeting heute Abend, weil es mir gestern so gut getan hat. Nachdem ich gestern geteilt hatte, bin ich in die Küche gegangen. Und da hat Gott mir den schönsten Regenbogen hingesetzt und ich weiß, das war schon mal so, dass da während dieses Telefonmeetings ein wunderschöner Regenbogen von der einen Häuserwand über Innenhof bis zur anderen Häuserwand war. Man hat den Anfang gesehen und das Ende des Regenbogens. Der war so kräftig! Warum macht Gott das? Weil es richtig war zu teilen, weil es richtig war, zu erkennen, was ich was ich alles habe und nicht sehe. Ich muss nur hingucken. Überall sind solche schönen Regenbogen. Ich muss die Zufriedenheit wiederfinden, zufrieden, mit dem was ist, dankbar für das, was sein könnte, wo Menschen auf mich zukommen.
Ich danke ihm für seine positive Haltung, ich danke ihm, dass er mich unterstützt mit diesem Wunsch, Mutter zu werden. Aber ich selbst müsste eine positive Haltung haben. Ich kann nicht erwarten, dass er mir gut zuredet, dass es klappt. Ich muss doch selber daran glauben! Wenn ich nicht auch daran glaube, dieses Vorhaben zu gewinnen, dann brauchen wir uns beide nicht treffen. Ich muss noch zuversichtlicher sein als er. Wie viel mehr soll der noch auf mich eingehen? Was er jetzt alles schon Positives gesagt hat, dass er möchte, dass ich mich wohlfühle. Und was sehe ich dahinter? Jemand, der vögeln will. Und natürlich tut er das auch, weil es ihm Spaß macht. Der hat beim Video-Chat gesagt, dass das was ganz Besonderes, was ganz Lebensveränderndes ist, dass er einen Sohn hat. Eine Art Liebe, die mit nichts vergleichbar ist. Der hat Dinge gesagt, wo man denken würde, der ist aber religiös. Und er hat es später spirituell genannt. Dass ich "very gorgeous" bin, hat er getextet. Und ich schreibe, dass ich Respekt habe vor seinen Muskeln. Ich muss da hinfahren in der Gewissheit: Ich bin eine tolle Frau, die eine tolle Mutter sein wird.
Tag 2472 / Letztendlich ist es vielleicht ähnlich, ist es vielleicht das Gleiche