Ca. ab Mitte der 1970er
Gefriertruhen entstressen Weihnachten im Supermarkt
C. war ab den 1960er Jahren bis Anfang der 1990er als Einzelhandelskauffrau in einem Supermarkt tätig und erzählt:
C: "Vor Weihnachten war es immer brutal stressig, an Heiligabend ganz besonders. Wir hatten ja jede Menge gefrorene Puten und Gänse, die die Leute bestellt hatten. Die mussten wir erst mal eintüten und beschriften, weil die Leute Vögel unterschiedlichen Gewichts bestellt hatten. Und dann kamen alle an Heiligabend vormittags und wollten ihre Pute oder Gans und noch andere frische Sachen, aber bitte sofort – im Laden war da echt Ausnahmezustand. Und wir schufteten alle wie bekloppt, damit die Leute ihre Ware bekamen. Wenn der Ansturm dann bewältigt war, warst du schon durch und dann gings ohne Pause heim, Baum schmücken, Essen machen, um die Kinder kümmern und so weiter – die Stimmung war dann schon alles andere als besinnlich. Entspannt hat sich das erst, als immer mehr Leute Gefriertruhen hatten."
Mia: "Wann war das ungefähr?"
C: "Dass der Stress mit den Puten und so spürbar weniger wurde, das muss so ab Mitte oder Ende der 70er, Anfang der 80er gewesen sein*? Da haben die Leute dann lang im Voraus ihre Pute und auch andere Dinge, die sie zu Weihnachten brauchten, geholt und bequem in der Truhe gelagert. Es gab nicht mehr diesen extremen punktuellen Andrang, das war schon eine Erleichterung. Frische Sahne und Blattsalate und solche Sachen waren dann das Einzige, was man noch kurz vorher holen musste. Weniger Stress für die Kunden und viel weniger Stress auch für uns Angestellte."
* An dieser Stelle diskutieren wir noch ein bisschen darüber, ab wann überhaupt Gefriertruhen weit verbreitet waren. C. rekonstruiert anhand ihrer Dienstjahre im Supermarkt, während ich google. Wikipedia gibt die folgende Auskunft "Im Laufe der 1960er Jahre wurden auch Gefriertruhen und -Schränke üblich." Könnte also passen mit den 70ern.
(Mia Culpa, erfragt Anfang 2023)











