Aus gegebenen Anlass...
Ob ich etwas mag oder nicht, ist egal.
Ob mir etwas moralisch verwerflich erscheint, ist wumpe.
Ob ich einen Kink, ein Ship, eine Praxis widerlich finde ist strunz!
Etwas existiert, also hat es ein Recht zu existieren, gleich was ich persönlich davon halte, gleich was du persönlich davon hältst.
Kreativ Schaffende - erst recht nicht im Fandom-Bereich - sind - abseits von Content Notes, Tags, Alterswarnungen - nicht dafür verantwortlich, Inhalte von dir fernzuhalten. Dieser Job liegt bei dir, du bist dafür verantwortlich, Tags und Altersbereiche zu meiden, die dir nicht behagen.
Jede andere Auffassung, jedes "Oh, das ist irl moralisch verwerflich, das geht auch in der Fiktion nicht!" ist ein Schritt näher an Zensur. Das ist umso gefährlicher, wenn wir Moral vorschieben - warum? Weil Moral sich immer wieder verschiebt und verändert. In meiner Lebenszeit habe ich mitbekommen, dass Queerness in DTL erst entkriminalisiert, dann langsam destigmatisiert, dann ein bisschen mehr gleichberechtigt und akzeptiert wurde - nur um wieder immer mehr in den Randbereich gedrängt zu werden.
Moral ist kein Absolutes Maß dafür was sein darf und was nicht.
Wenn Kunst frei sein soll - verdammt noch mal, wenn WIR als Menschen frei sein sollen - dann MÜSSEN wir akzeptieren, dass es auch Mist gibt, dass es beschissene Menschen gibt, die beschissene Dinge tun und beschissene Dinge schreiben und mit denen entsprechend umgehen, sei es auf Basis des Gesetzes oder auf Basis von Nicht-Interaktion.
Gegen beschissene Dinge gibt es Gesetze. (das inkludiert übrigens auch die Verbreitung von realen minderjährigen Menschen).
Gegen beschissene Medien im Bereich Fiktion gibt es das eigene Urteilsvermögen und die Fähigkeit, einen Schritt zurückzumachen. Wer mehr externe Kontrolle will als das - oder diese Kontrolle ausüben will - lädt die nächste Zensurwelle ein. Erst in Online Spaces und dann - wie wir in den USA erleben - IRL.
Wenn wir weiter unabhängige, unzensierte Medien wollen, die uns alle widerspiegeln, dann müssen wir auch verteidigen, dass abgefuckter Scheiß existiert.
(und im übrigen auch mal mit Kram interagieren, der nicht unser Glas Milch ist. Zum einen kann man u.U. doch mal was finden, was einem wider Erwarten gefällt. Zum anderen ist es sehr hilfreich, zwischen mildem Unwohlsein und absolut viszeraler, instinktiver Ablehnung zu unterscheiden.)
Ja, das ist about Pro-Shipping und Anti-Shipping.
Ich denke, meine Position ist klar?















