Geschichte und anderes Theater
Anlässlich des 140. Geburtstags von Sir Winston Churchill und des hundertsten Jahrestags des Ersten Weltkriegs (und da mich allgemein Geschichte schon immer interessiert und fasziniert hat) starte ich nun diesen Geschichtsblog und heiße euch alle willkommen :-) "Verstehen kann man das Leben nur rückwärts. Leben muss man es vorwärts" (Søren Aabye Kierkegaard, 1813-1855) Man muss bedenken, dass wir die Geschichte von hinten betrachten. Wir wissen schon im Vorfeld, welche Folgen jede Entscheidung mit sich gezogen hat. Diese Möglichkeit hatten die Leute damals natürlich nicht zur Verfügung. Wir sind sozusagen deren Hellseher. Wir wissen wie viele Menschen dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer fielen und fragen uns unüberlegt, wie dumm die Leute doch sein mussten, um solche Skandale einfach zuzulassen. Dabei vergessen wir, uns in ihre Lage zu versetzen: Welches Ambiente herrschte? Was stand in den Zeitungen? Was war den Leuten damals am wichtigsten? Wie sah es mit der Gesellschaftsordnung aus? Und vor allem, wie ging es dem Bildungssystem? Erst wenn man richtig in deren Haut steckt, kann man ihr Handeln nachvollziehen und verstehen (das heißt aber nicht, dass es richtig war so zu handeln!!) Somit ist für mich persönlich Geschichte das Schlüpfen in verschiedenste Rollen und das Eintauchen in vergangene Welten. Hautnah und lebendig. Es ist ein großes Theater, in dessen Zuschauerreihen die ganze Menschheit sitzt. Jeder muss irgendwann auf die Bühne und sein Stück aufführen. Doch davor muss man üben, von den Patzern der Vorgänger lernen und deren Tanzschritte nochmal einstudieren, sodass man von ihren Fehlern lernt und sich nicht bloßstellt. Aufgezeichnet wird die Show von riesigen Kameras, die jedes Zucken in Filmen und Büchern verewigen. Egal ob man eine Haupt- oder Nebenrolle spielt, die Aufführung kurz oder stundenlang ist, jeder schreibt Geschichte! Es ist Zeit!









