Absturz des A320 der #GermanWings, Flug #4U9525
Als ich vor zwei Tagen die Nachricht des Absturzes bei Twitter las, da ahnte ich es schon, welcher Medienhype auf uns zu kommen könnte.
Vorweg, allen Hinterbliebenen der Absturzopfer spreche ich meine tiefste Anteilnahme aus. Einen einem nahestehenden Menschen so plötzlich durch den Tod zu verlieren, ist ein schwerer Schock. Die hinterbliebenen Angehörigen werden eine lange Zeit brauchen, um diese neue Lebenssituation zu realisieren und mit ihr leben zu können. Ich wünsche ihnen für diesen Weg den erforderlichen Lebensmut und alles Gute. Meine Gedanken sind bei ihnen.
Nun zu diesem Blog und warum ich ihn verfasse.
Unbestritten, ein solches Ereignis passiert nicht jeden Tag und das ist auch gut so. Flugzeuge gelten als das sicherste Verkehrsmittel weltweit. Im letzten Jahr starben rund 3.000 Menschen bei Flugzeugabstürzen. Das klingt im ersten Moment viel. Bedenkt man aber, dass im Jahr 2014 weltweit 3,3 Milliarden Menschen mit dem Flugzeug transportiert wurden, dann sind cirka 0,00009 Prozent die tödlich verunfallt sind. Für 150 Menschen, die durch den Absturz des A320 der GermanWings zu Tode kamen machen wir Schweigeminuten, Gedenkveranstaltungen, Politiker reisen zum Unglücksort, die Presse Schlagzeilen. Entsetzlich, wie ich das finde.
Bedenken wir doch, dass täglich etwa 201 Menschen in Deutschland eines nicht natürlichen Todes sterben. In dieser Zahl sind die Verkehrsunfalltoten, die tödlichen Arbeitsunfälle, die Suizide, die Grippe- und Bakterien-/Virentoten in den Krankenhäusern enthalten. Hinter jedem Toten stecken auch hier Angehörige. Menschen, die sie liebten. Schicksale. Sie werden genauso wie die Angehörigen des Fluges 4U9525 vom plötzlichen Todes eines ihnen nahe stehenden Menschen überrascht.
Doch wer nimmt an ihrem Schicksal teil?
Welche Hilfe(n) erhalten sie?
Wer macht für diese Hinterbliebenen eine Schweigeminute?
Welche Medien berichten über sie tagelang mit Schlagzeilen?
Welche Politiker besuchen sie?
Fragen über Fragen. Wo bleibt da Ihre Empathie für diese Menschen, liebe LeserInnen?
Denken Sie doch mal darüber nach. Vielleicht finden Sie Antworten auf meine Fragen.