Internationaler Tag der Pressefreiheit
Heute ist internationaler Tag der Pressefreiheit! Hoffen wir, dass irgendwann der Tag kommt, an dem alle Journalisten weltweit frei und unzensiert berichten können.
seen from United States

seen from Russia

seen from Russia
seen from Panama

seen from Australia
seen from China
seen from United States
seen from Germany

seen from United States
seen from United States
seen from Germany

seen from Poland
seen from United States
seen from United States
seen from Netherlands

seen from Pakistan
seen from Russia
seen from Türkiye
seen from China
seen from China
Internationaler Tag der Pressefreiheit
Heute ist internationaler Tag der Pressefreiheit! Hoffen wir, dass irgendwann der Tag kommt, an dem alle Journalisten weltweit frei und unzensiert berichten können.
Arbeitstage der besonderen Art
Es gibt Arbeitstage, die sehen alle mehr oder weniger gleich aus - selbst im Journalismus. Allerdings ist der Beruf manchmal so abwechslungsreich wie kein anderer. Zum Beispiel, wenn in Kassel die documenta begonnen hat. Bunte Kunstwerke in der Stadt, verrückte Skulpturen - und vor allem viele unterschiedliche und internationale Menschen. Allein am Eröffnungswochenende war die Stadt so belebt wie zu kaum einem anderen Zeitpunkt. Zahlreiche Besucher und Künstler tummelten sich auf dem Friedrichsplatz in der Innenstadt, auch um den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier zu sehen. Er hat die documenta eröffnet und bei einem Rundgang einigen Schaulustigen die Hand geschüttelt.
Meine Aufgabe am Eröffnungswochenende: Das Flair der Stadt beobachten, mit Besuchern sprechen und sie fotografieren. Außerdem habe ich den Snapchat- und Instragram-Account der HNA bedient. Mal etwas ganz anderes, aber spannend und vor allem mit viel Spaß verbunden! Doch die documenta dauert schließlich nicht nur ein Wochenende, sondern 100 Tage. Bis September ist jeden Tag eine neue Performance, ein neuer Spaziergang mit Besuchern und vor allem sind viele neue Gäste in Kassel, die interessante Geschichten erzählen können. Das reicht von einer 85-jährigen Dame aus Fritzlar, die bereits bei der ersten documenta dabei war, bis zum jungen Mann aus Tokio, der neben Kassel noch Basel und Amsterdam bereist. Viele Geschichten lauern noch in Kassel, die erzählt werden wollen.
(Lara)
Foto: Lothar Koch
Nein, wir schicken den Artikel nicht vorher zu
Fährt man als Journalist auf einen Termin und verabschiedet sich anschließend von seinem Gesprächspartner, fällt immer mal wieder diese eine Frage: “Schicken Sie mir den Artikel vorher noch einmal zu?” Dann muss man verdeutlichen: Nein, wir haben in Deutschland den Grundsatz der Pressefreiheit und den der freien Berichterstattung. Wenn jeder Artikel vor der Veröffentlichung noch einmal von Dritten abgeändert wird, kommt das einer Zensur gleich. Natürlich ist es verständlich, dass manche Leute die Sorge haben, schlecht dargestellt zu werden. Aber eine Zeitung, in der jeder Politiker, Unternehmer oder Sportler das rausgestrichen hat, was ihm nicht gefällt, möchte keiner lesen. Möglich ist es, die Zitate vorab zuzuschicken, damit die Person zu sehen bekommt, welche ihrer Sätze wortwörtlich öffentlich erscheinen. Deshalb gilt für Interviews: Der Gesprächspartner hat das Recht, den Text zu autorisieren. Das kann manchmal nerven, wenn der ganze Artikel mit roten Markierungen zurück ins Postfach kommt. Dann setzt man sich am besten noch einmal mit dem Interview-Partner in Kontakt. Auch bei fachlich komplexen Themen kann es helfen, den Artikel von einem Experten gegenlesen zu lassen, damit sich keine inhaltlichen Fehler einschleichen.
Der Deutsche Journalisten-Verband hat einen Leitfaden für die Autorisierung von Interviews formuliert:
1. Das gesprochene Wort darf nicht durch Veränderungen sinnentstellt werden. Redaktionen sollten dazu einen Verhaltenskodex erstellen.
2. Bei Wortlautinterviews dürfen sich Interviewte den Text zur Freigabe vorlesen lassen, sofern Korrekturen der Sinnwahrung, Korrektheit und sprachlichen Klarheit dienen.
3. Fragen des Interviewers dürfen ebenso wenig geändert werden wie Grundrichtung und Authentizität der Antworten.
4. Umstände des Interviews (schriftlich, telefonisch, Pressegespräch) sind transparent zu machen.
(Lara)
Ein Hoch auf die Pressefreiheit
Heute ist internationaler Tag der Pressefreiheit! In einigen Ländern wird sie immer wieder verletzt und missachtet. Deshalb sollten wir uns heute daran erinnern, wie wichtig unabhängige und freie Berichterstattung ist - gerade bei der aktuellen weltpolitischen Lage.
Wenn ein Artikel platzt
Für die Recherche hat man als Journalist unterschiedliche Kapazitäten: Kleine Meldungen werden nur etwas umformuliert, eingereichte Pressetexte hingegen komplett redigiert und oftmals auch gekürzt. Der meiste Aufwand aber fließt in die Recherche für einen Artikel. Man sucht im Internet Informationen, spricht am Telefon mit verschiedenen Personen und fährt meist auch zu einem Menschen hin. So war es bei meiner Recherche für das Thema „Nachsuche von Wildtieren“: Ich habe mich mit einem Jäger getroffen, der mir fast zwei Stunden lang erzählt hat, wie die Nachsuche abläuft, was man als Jäger beachten muss und wie sein Hund für die Nachsuche ausgebildet wurde. Außerdem zeigte er mir spannende Bilder von verschiedenen Jagdeinsätzen und Nachsuchen nach Wildunfällen. Der Jäger war freundlich, aber auch streng und sehr genau. Ein Foto von ihm durfte ich nicht machen, der Neid unter den Jägern sei zu groß. In der Redaktion habe ich den Artikel geschrieben und als Fragen-und-Antworten-Text gestaltet.
Am nächsten Tag rief der Jäger an – und zog seine Aussagen zurück. Er wolle unter keinen Umständen, dass der Artikel veröffentlicht wird. Nach all der Arbeit und Zeit, die ich investiert habe, war das mehr als ärgerlich. Aber um keinen handfesten Streit mit einem Leser heraufzubeschwören, blieb mir nur eins übrig: Den fertigen Artikel in die Mülltonne zu werfen.
(Lara)
Foto: imago stock&people
Chaos auf dem Schreibtisch
Das Genie beherrscht das Chaos, sagt man. Wenn sich das auch auf Blätterchaos bezieht, sind wir Journalisten alle nobelpreiswürdig. Meist druckt man sich Informationen zu einem Thema aus, schreibt etwas dazu, hat einen Block voller Stichpunkte, die man sich auf Terminen notiert hat, einen Zettel mit der Planung für die morgige Ausgabe und dann vielleicht noch eine persönliche To-Do-Liste – oder auch mal zwei, drei, vier davon. Alles auf einem Schreibtisch sieht dann gerne mal so aus:
(Lara)
Der Aufmacher auf Seite 1
„Du schreibst einen Artikel für die erste Seite der Zeitung? Das ist ja total cool!“, sagt meine Freundin, als ich ihr davon erzähle, dass ich den sogenannten Aufmacher-Artikel für die Melsunger Allgemeine schreibe. Das ist der Artikel direkt unter dem großen Foto auf der Titelseite. Tatsächlich eine große Ehre, zweifellos. Aber auch eine große Herausforderung, die man keinesfalls unterschätzen sollte. Da kann ich keine Story von süßen Tieren oder die Lebensgeschichte eines Musikers erzählen, sondern muss mich an harte Fakten von Arbeitsagentur, Gemeinden, Ämtern und Co. halten. Gar nicht so einfach, bei langen Listen voller Zahlen durchzusteigen. Und die Prozente und Prozentpunkte (ich musste erst kurz nachlesen, worin genau die Unterschiede liegen) kann ich nicht einfach nacheinander runterrattern, sondern muss sie in eine logische Reihenfolge bringen und vor allem: gewichten. Stichwort des guten Journalismus. Der geschriebene Artikel wird noch mal mit dem Redaktionsleiter durchgesprochen und – meistens – in Teilen umgestellt, neu formuliert oder korrigiert. Am Ende kann ich stolz auf mich sein, die Hürde gemeistert zu haben, aber ich weiß auch, wie viel Arbeit dahintersteckt und wie groß die Herausforderung ist, jeden Tag auf der ersten Zeitungsseite gute und interessante Fakten zu liefern. (Lara)
Die Bundesliga-Stars am Telefon
Seit ich denken kann, spielt Fußball in meinem Leben eine wichtige Rolle. Schon als Kind kickte ich im Verein, Fußballübertragungen im Fernsehen waren und sind einfach ein Muss. Umso glücklicher bin ich, dass heute die große Sommer-Leidenszeit eines jeden Fußballfans endlich endet. Die neue Bundesliga-Saison geht nämlich los!
Das wirkt sich sogar auf meine tägliche Arbeit bei der HNA aus. Da ich aktuell in der Sportredaktion bin, habe ich auch beruflich jeden Tag mit der Bundesliga zu tun. Spontan fällt mir nicht ein, was mir besseres passieren könnte.
Um für den Leser einen möglichst guten und spannenden Sportteil zusammenzustellen, überlegen wir täglich, welche lesenswerten Geschichten wir machen können. Auch in der Sportredaktion gilt dabei: Der Griff zum Telefon, um sich die Meinung eines Experten zu einem bestimmten Thema einzuholen, ist oftmals Pflicht. Wenn man dann aber hört, dass man mal eben Yunus Malli, Bundesliga-Profi beim FSV Main 05 (siehe Foto), oder Jennifer Cramer, aktuell deutsche Fußball-Nationalspielerin, anrufen soll, dann ist das schon ein starkes Gefühl.
Ein Yunus Malli magt zwar nicht so bekannt sein wie ein Lionel Messi, dafür misst er sich Woche für Woche mit den besten Fußballern in ganz Deutschland. Als großer Fan dann mal eben mit einem Sportler zu sprechen, den man sonst nur aus dem Fernsehen oder dem Stadion kennt, ist einfach ganz besonders.
Aus der Distanz lässt es sich schlecht beurteilen, wie die Profis im persönlichen Gespräch drauf sind - egal, ob nun Fußballer, Handballer oder Basketballer. Und natürlich ist man auch selbst ein bisschen nervös, wenn man mit bekannten Sportlern spricht. Schließlich macht man das ja nicht jeden Tag.
Aber schon schnell habe ich gemerkt, dass die Profis “eben auch nur Menschen sind”, wie man so schön sagt. Sämtliche Telefonate waren ein super Erlebnis. Meine Gesprächspartner waren allesamt nett, locker drauf und sympathisch. Und wenn dann ein Sören Gonther, Fußballprofi bei Zweitligist St. Pauli, lässig über sein Lieblingslokal in Hamburg plaudert, entstehen Gespräche, die man so schnell auch nicht vergisst.
(Kevin)