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Internationaler Tag der Pressefreiheit
Heute ist internationaler Tag der Pressefreiheit! Hoffen wir, dass irgendwann der Tag kommt, an dem alle Journalisten weltweit frei und unzensiert berichten können.
Arbeitstage der besonderen Art
Es gibt Arbeitstage, die sehen alle mehr oder weniger gleich aus - selbst im Journalismus. Allerdings ist der Beruf manchmal so abwechslungsreich wie kein anderer. Zum Beispiel, wenn in Kassel die documenta begonnen hat. Bunte Kunstwerke in der Stadt, verrückte Skulpturen - und vor allem viele unterschiedliche und internationale Menschen. Allein am Eröffnungswochenende war die Stadt so belebt wie zu kaum einem anderen Zeitpunkt. Zahlreiche Besucher und Künstler tummelten sich auf dem Friedrichsplatz in der Innenstadt, auch um den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier zu sehen. Er hat die documenta eröffnet und bei einem Rundgang einigen Schaulustigen die Hand geschüttelt.
Meine Aufgabe am Eröffnungswochenende: Das Flair der Stadt beobachten, mit Besuchern sprechen und sie fotografieren. Außerdem habe ich den Snapchat- und Instragram-Account der HNA bedient. Mal etwas ganz anderes, aber spannend und vor allem mit viel Spaß verbunden! Doch die documenta dauert schließlich nicht nur ein Wochenende, sondern 100 Tage. Bis September ist jeden Tag eine neue Performance, ein neuer Spaziergang mit Besuchern und vor allem sind viele neue Gäste in Kassel, die interessante Geschichten erzählen können. Das reicht von einer 85-jährigen Dame aus Fritzlar, die bereits bei der ersten documenta dabei war, bis zum jungen Mann aus Tokio, der neben Kassel noch Basel und Amsterdam bereist. Viele Geschichten lauern noch in Kassel, die erzählt werden wollen.
(Lara)
Foto: Lothar Koch
Nein, wir schicken den Artikel nicht vorher zu
Fährt man als Journalist auf einen Termin und verabschiedet sich anschließend von seinem Gesprächspartner, fällt immer mal wieder diese eine Frage: “Schicken Sie mir den Artikel vorher noch einmal zu?” Dann muss man verdeutlichen: Nein, wir haben in Deutschland den Grundsatz der Pressefreiheit und den der freien Berichterstattung. Wenn jeder Artikel vor der Veröffentlichung noch einmal von Dritten abgeändert wird, kommt das einer Zensur gleich. Natürlich ist es verständlich, dass manche Leute die Sorge haben, schlecht dargestellt zu werden. Aber eine Zeitung, in der jeder Politiker, Unternehmer oder Sportler das rausgestrichen hat, was ihm nicht gefällt, möchte keiner lesen. Möglich ist es, die Zitate vorab zuzuschicken, damit die Person zu sehen bekommt, welche ihrer Sätze wortwörtlich öffentlich erscheinen. Deshalb gilt für Interviews: Der Gesprächspartner hat das Recht, den Text zu autorisieren. Das kann manchmal nerven, wenn der ganze Artikel mit roten Markierungen zurück ins Postfach kommt. Dann setzt man sich am besten noch einmal mit dem Interview-Partner in Kontakt. Auch bei fachlich komplexen Themen kann es helfen, den Artikel von einem Experten gegenlesen zu lassen, damit sich keine inhaltlichen Fehler einschleichen.
Der Deutsche Journalisten-Verband hat einen Leitfaden für die Autorisierung von Interviews formuliert:
1. Das gesprochene Wort darf nicht durch Veränderungen sinnentstellt werden. Redaktionen sollten dazu einen Verhaltenskodex erstellen.
2. Bei Wortlautinterviews dürfen sich Interviewte den Text zur Freigabe vorlesen lassen, sofern Korrekturen der Sinnwahrung, Korrektheit und sprachlichen Klarheit dienen.
3. Fragen des Interviewers dürfen ebenso wenig geändert werden wie Grundrichtung und Authentizität der Antworten.
4. Umstände des Interviews (schriftlich, telefonisch, Pressegespräch) sind transparent zu machen.
(Lara)
Chaos auf dem Schreibtisch
Das Genie beherrscht das Chaos, sagt man. Wenn sich das auch auf Blätterchaos bezieht, sind wir Journalisten alle nobelpreiswürdig. Meist druckt man sich Informationen zu einem Thema aus, schreibt etwas dazu, hat einen Block voller Stichpunkte, die man sich auf Terminen notiert hat, einen Zettel mit der Planung für die morgige Ausgabe und dann vielleicht noch eine persönliche To-Do-Liste – oder auch mal zwei, drei, vier davon. Alles auf einem Schreibtisch sieht dann gerne mal so aus:
(Lara)
Volo-Seminar in Hamm - Teil I: Mut zum Punkt!
Teaser schreiben, Überschriften finden, Interviews führen und fotografieren: Derzeit drücken vier HNA-Volontäre zusammen mit 14 weiteren Volos von anderen Medien drei Wochen lang die Schulbank in der Akademie für Journalistenausbildung in Hamm. Leiter Dr. Edmund Schalkowski und andere Gastreferenten vermitteln uns das journalistische Handwerk. „Zum Schreiben gehört Talent“, sagt Schalkowski. Doch es gebe einige Kniffe, die man erlernen kann. Gesagt, getan.
Zuerst die eher trockene Thematik: Nachrichten schreiben. Am besten so, dass der Leser sie auch gerne liest. Deswegen ist der Einstieg eines Berichts das A und O. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die wir alle nach und nach ausprobieren. Artikel für Artikel schreiben wir in leserfreundliche Meldungen um und diskutieren danach über unsere Texte: Wie kriegt man diesen Satz noch knackiger hin? Sind alle wichtigen Informationen auf den Punkt gebracht? Und sind die Infos auch hierarchisch gegliedert?
Einstiege für nachrichtliche Artikel:
Kontextsatz und Leadsatz
Kurze Szene
Pointierter Einstieg (Gegensätze, Vorurteile, Zitate, etc. aufgreifen)
In den nächsten Tagen steht Redigieren auf dem Programm, was in Redaktionen oft als eher undankbare Aufgabe gilt. Wir bekommen jede Menge Pressemitteilungen und manche sind wirklich knifflig beziehungsweise schlecht geschrieben. Beim Redigieren wird nicht nur Grammatik und Rechtschreibung geprüft, sondern oft muss der ganze Text neu geschrieben werden.
Eine kleine Checkliste:
die klassischen W-Fragen beantworten: Wer? Was? Wann? Wo? Wie?
Quelle nennen
das Wichtigste nach vorn
konkret, kurz, knapp und klar schreiben
Mut zum Punkt!
Tempus: Einstiegsperfekt (wirkt dynamischer, aktueller); Präsens für hochdramatischer Meldungen
Übrigens hilft auch ein sogenannter Blablameter: Der sagt, wieviel „Bullshit“ oder „heiße Luft“ noch in einem Text steht.
(Christina)
Üben für den Notfall
Im Journalismus kann es auch mal um Leben oder Tod gehen. So dramatisch war es vor einigen Tagen zum Glück nicht, jedoch wurde beim Deutschen Roten Kreuz im Schwalm-Eder-Kreis für den Notfall geübt: Zwei DRK-Mitarbeiter zeigten mir, wie man einen Defibrillator, auch AED-Gerät genannt, benutzt.
Diese handtaschengroßen medizinischen Geräte hängen an immer mehr öffentlichen Orten. Bricht eine Person wegen Herzkammerflimmern zusammen, das zu einem Infarkt führen kann, sollen Laien mithilfe der Geräte den Betroffenen so lange versorgen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Die Scheu, diese Geräte zu benutzen, ist unter Menschen aber noch groß. Auch ich hätte ein mulmiges Gefühl, einem Menschen einen Elektroschock zu verpassen. Kein Grund zur Sorge, sagen die DRK-Mitarbeiter, man könne nichts falsch machen. Schritt für Schritt gingen sie mit mir durch, wie man einen Defibrillator einsetzt und nahmen mir damit jegliche Zweifel.
(Christina)
Hier gibt es eine Anleitung:
1. Findet man einen auf dem Boden liegenden Menschen, muss der Helfer zunächst prüfen, ob er noch bei Bewusstsein ist und seine Atmung prüfen.
2. Ist beides nicht der Fall, muss der Helfer auf sich und die Situation aufmerksam machen - also Hilfe holen und den Rettungsdienst rufen. Erst dann sollte der Defibrillator geholt werden, am besten von einer weiteren Person. “Es ist ganz wichtig, dass der Notdienst gerufen wird, denn das AED-Gerät ersetzt keinen Arzt”, betont der DRK-Mitarbeiter.
3. Ist der Rettungsdienst benachrichtigt, kann nun der Defibrillator eingesetzt werden. Die Geräte sind für Laien sehr simpel gehalten. Man muss nur den Einschaltknopf drücken und sofort kommuniziert das Gerät mit dem Helfer.
4. Der Defibrillator sagt dem Helfer, dass er die Pads auf der entblößten Brust anbringen soll. Zwei Fotos auf den Pads zeigen die richtigen Körperstellen.
5. Sind die Pads angebracht, startet der Defibrillator eine Analyse des Herzrhythmus‘. Er unterscheidet zwischen Sinusrhythmus, Herzkammerflimmern und Asystolie. Nur bei einem Herzkammerflimmern erlauben Defibrillatoren einen Schock.
6. Stellt das AED-Gerät ein Herzkammerflimmern fest, gibt er dem Helfer die Anweisung für einen Schock. Der Helfer muss dann auf den zweiten Knopf des Geräts drücken. Niemand darf in dem Moment den Patienten berühren.
7. Nach dem Schock fordert der AED möglicherweise zu einer Lungen-Herzdruckmassage auf. Die Handballen müssen dann mittig auf das Brustbein gelegt werden. Im Sekundentakt dann 30 Mal fest drücken. Der AED zählt mit. Dann zwei Mal beatmen. Der AED wird weiterhin sagen, was zu tun ist.
Abenteuerlicher Videodreh
Als Volontär steht man bei Videos normalerweise hinter der Kamera. Aber dieses Mal war alles anders: Denn ich stand im Mittelpunkt des Videos - oder besser gesagt meine Hände. Zur Einstimmung auf Halloween haben wir ein Kürbisschnitz-Video (hier geht’s zur Anleitung auf HNA.de) gedreht. Und das ist aufwendiger als man zunächst denkt.
Denn beim Dreh eines How-to-Videos gibt es einiges zu beachten: Nach jedem Schritt muss man die Hände aus dem Bild nehmen (wichtig für den Schnitt), die Position der Kamera darf während des gesamten (mehrstündigen!) Drehs nicht verändert werden und die Ausleuchtung des Tisches muss stimmen (auf die wichtigen Elemente darf kein Schatten fallen). Auch wenn der Dreh lange gedauert hat – von der Zeit im Schnittraum will ich gar nicht sprechen – letztendlich hatten mein Volo-Kollege Clemens und ich jede Menge Spaß.
Und jetzt wünschen wir euch viel Freude beim Nachmachen!
Tipp für alle: Vor dem Dreh immer checken, ob die Akkus voll und die Speicherkarten leer sind. Andersdrum wäre eher schlecht ;-)
(Sindy)