Auf den meisten Manuskripten, welche restauratorisch oder konservatorisch bearbeitet werden, fanden Eisengallustinten Verwendung. Eisengallustinten reagieren sehr sensibel auf Wasser, sie sind in den wenigsten Fällen wirklich wasserfest, Migrationen und durchschlagende Tinten sind nach einer wässrigen Behandlung an der Tagesordnung. Oft sind diese Migrationen mit bloßem Auge nicht zu erkennen, aber im Laufe der Zeit würden dort Verbräunungen auftreten. In diesem Fall können wässrige Behandlungen das Gleichgewicht der Papierstruktur stark stören und vorher gut erhaltene Papiere beschädigen. Die Einwirkungen der Tinten sind jedoch natürlich sehr abhängig von Papierbeschaffenheit und Papierdicke. Bisherige Löslichkeitstest der Papierrestauratoren waren nicht sehr zielführend, bis 2011 von Jacobi und seine niederländischen Kollegen ein Test entwickelt wurde, um das Kleben von Rissen im Papier ohne eine Aktivierung der Eisengallustinte zu bewerkstelligen. Der Test wurde so entwickelt, das er die Auswirkungen beim Vorgang des Risschliessens selbst simuliert. Auf mit Bathrolophin getränktem und mit Eisengallustinte bestempelten Papier, wird die geplante Risschlissung vorgenommen, wenn zuviel Feuchtigkeit verwendet wird, bilden sich pinke Ausblutungen. Nur wenn bei der getesteten Technik keine pinke Verfärbung auftritt, kann man davon ausgehen, das die geplante Behandlung die Eisengallustinte nicht negativ beeinflusst. Im Vortrag wurde über weitere Untersuchungen berichtet, bei denen verschiedene restauratorische Behandlungen ( welche wässrige Interaktionen enthalten) mittels dieses “Dutch mending test” geprüft wurden. Richtige Badbehandlungen und Behandlungen mit Ethanol können so jedoch nicht zuverlässig getestet werden. Gut geeignet ist der Test aber für Behandlungen mit moderater Feuchtigkeitszufuhr. Sehr interessant war, das Ergebnis, dass bei recht hoher Luftfeuchtigkeit keine Migration stattfand. Der ausführliche Untersuchungsbericht ist in der aktuellen “Journal of Paper Conservation” veröffentlicht.