Kultur (früher nannte man es Volkscharakter) wird zur Unabänderlichkeit naturalisiert. ‘Das vornehme Wort Kultur tritt anstelle des verpönten Ausdrucks Rasse, bleibt aber ein bloßes Deckbild für den brutalen Herrschaftsanspruch.’ (Adorno). Der Ethnopluralist schreibt dem Muslim eine fixe Identität zu, um die er ihn insgeheim beneidet – ein hasserfüllter Neid, der sich aus einer Regressionssehnsucht nach der eigenen, in der kapitalistischen Vermittlung verlorengegangenen vermeintlichen Ursprünglichkeit speist. Eine Sehnsucht nach Autorität und Heroismus, das Aufgehen des Individuums in der Umma und ein klares Regelwerk, welches das diesseitige Leben nur als Restriktion zu denken erlaubt. Die mit dem Verwertungsinteresse des Kapitals einhergehende Angst des Einzelnen vor der eigenen Überflüssigkeit drängt zur Hypostasierung der substantiellen Identität mit dem Deutschtum, die sich aus der Attribuierung des Muslims als nicht-identisch Fremdem speist. Das Halāl der linken Kulturschutzgemeinde ist wiederum der Respekt vor religiösen Gefühlen, der die Chance verhindert, dass der Gläubige ‘denke, handle, seine Wirklichkeit gestalte, wie ein enttäuschter, zu Verstand gekommener Mensch, damit er sich um sich selbst und damit um seine wirkliche Sonne bewege. Die Religion ist nur die illusorische Sonne.’ (Marx) Doch den Islamapologeten geht es gar nicht um die Herauslösung des Individuums aus der Zwangszuschreibung, der Subsumierung von Menschen unter dem religiösen und kulturellen Morast, sondern um die Förderung von ‘kulturellem Selbstausdruck’ (Die Linke). Muslime werden zum Mündel für die linken Kulturrelativisten, die damit die Versklavung der Individuen zu Angehörigen ihrer Kultur weiter vorantreiben. […] In diesem Zusammenhang gilt die Kritik der Religion als ‘die Voraussetzung aller Kritik’ (Marx) – jede andere ließe sich von ihrem faschistischen Gehalt nicht differenzieren.
ISF - Avantgarde des staatstragenden Widerstands












