Kampftag der Arbeiterklasse
Und wieder - was für ein Tag! Heute habe ich nur eine kleine Runde machen wollen. Am Ende war ich sieben Stunden unterwegs. Von Jachal bin ich in Richtung Huaco gefahren und dann über eine Südroute zurück. Aber was waren das für unbeschreibliche Eindrücke. Ich habe natürlich wiedermal gefühlte hundert Mal anhalten müssen, um die wahnsinnig schöne Kulisse einzufangen. Leider gibt es Probleme mit meiner Drohne. Ich kann sie nicht starten, weil eine Meldung sagt, dass der Gimbal nicht verbunden ist. Dabei bewegt er sich beim Einschalten so, wie es sein soll. Keine Ahnung, was hier schief läuft.
Unterwegs habe ich Ulli getroffen, einen Wiener, der mit einem Wohnmobil auf Tour ist. Das sah etwas anders aus, als die üblichen Wohnmobile. An einem Stopp habe ich ihn interviewt und durfte mir auch sein selbst entworfenes Mobil mal genauer anschauen. Er hat auf einen Toyota Landcruiser einen Aufbau gebaut, so wie er es haben wollte. Extrem cool. Wir haben ein wenig geplaudert und uns an den nächsten Fotostopps wieder getroffen. Und was soll ich sagen - der Mirador auf der Ruta RP 491 war der Hammer. Auf solch einen Ausblick war ich nicht vorbereitet. Man denkt immer, alles schon gesehen zu haben, aber der Blick von da oben ist schwer zu toppen. Man sieht die ganzen geologischen Strukturen durchbrochen vom Flusslauf des Rio Huaco und das ist im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. Und auch sonst war auf der ganzen Strecke ein Highlight am anderen. Natürlich habe ich wieder zu viele Fotos gemacht, aber die Schönheit der Natur ist schlicht überwältigend. Diese recht trockene Gebirgslandschaft hat so viele Facetten, da bin ich als Geografie-Lehrer einfach beeindruckt. Ich dachte echt, das wäre eine recht kurze Tour, da die ganze Runde gerademal 96 km lang war. Aber da habe ich mich total getäuscht. Die Berge sind schon wahnsinnig schön, aber auch kleinere Dinge, wie die Kakteen oder die anderen Formen der trockenen Vegetation, sind immer wieder für ein Foto gut. Und das Ding ist: die meisten der Bilder könnten locker als Poster taugen!
An einem Stand an der Straße habe ich mir für 1500 ARS eine Salami gekauft und das war dann zum Teil neben einem Käse aus dem Minimarkt dann auch mein Abendessen. Zur Not schmeckt das Zeug auch ohne Brot!
Ich habe übrigens festgestellt, dass in den Sohlen meiner Schuhe ein Menge Stachel steckten, die wohl auf den verschiedenen trockenen Wegen mit vielen kleinen Pflanzen, die sich mit Stacheln gegen Fressfeinde wehren, unter meine Sohlen geraten sind. Spricht für die Qualität der Stacheln und nicht für die Qualität meiner in Rancagua erworbenen chinesischen Schuhe.
Leider funktioniert das WiFi hier nicht besonders, so dass es quasi unmöglich ist, etwas zu posten. Also hänge ich wiedermal hinterher. Und das Internet wird sicher in den nächsten Orten auch nicht wahnsinnig besser werden, da ich recht weit von der „Zivilisation“ entfernt bin.
Vokabel des Tages: Käse - queso