Übernatürlich besties, mein Kopf hat letztens angefangen, Käsi als "Käsestiel" zu bezeichnen. -stiel nicht wie in "Castiel", sondern wie in "Besenstiel". Dachte ich teile diesen Qualitätscontent mit euch
Dieter und Karsten gehe zusammen Übergangsjacken kaufen. Karsten verheddert sich in seiner Jack Wolfskin Jacke und Dieter zeigt ihm geduldig wie man die Fleecejacke innen von der Regenjacke trennt.
Großes fettes Dankeschön Anon für den Prompt (Außerdem wollte ich dich wissen lassen dass ich durch diesen Ask den Namen Wolfskin verstanden habe. Hat nur 22 Jahre gedauert) 1.4k Diersten ficlet incoming 🥳
„Das Wetter zur Zeit is ja auch wieder zum Kotzen,“ sagte Dieter, als er mit kritischem Blick und gerunzelter Stirn aus dem Fenster schaute. Er hatte sowieso schon einen schlechten Tag gehabt, weil heute Morgen beim Frühstück das Brot ausgegangen war. Der Bäcker des Vertrauens hatte natürlich auch geschlossen gehabt, und deswegen musste Dieter letztendlich seine Leberwurst auf labbriges Weißbrot schmieren. Das hatte er dann – recht widerwillig – auch getan, während Karsten ihm gegenüber mit Freude eine Scheibe Sandwich-Weißbrot nach der anderen zuerst mit Butter und dann mit Nutella bestrich und diese genüsslich mampfte.
Als wäre das alles nicht schon genug gewesen, hatte er dann nicht mal mit seinem eigenen Auto fahren können. Nein, er war jetzt neben Karsten in dessen winzigen Ford K gepfercht, da sein geliebter, vorbildlich gepflegter Wagen, mit dem er jeden Samstag durch die Waschanlage beim V-Markt fuhr und danach mit liebevoller Vorsicht den Innenraum saugte, weil dieser perfekte 1A tip-top gepflegte Wagen keinen TÜV bekommen hatte. Frechheit. Absolute bodenlose Frechheit. Die alte Schrotlaube, die Samu letztes Jahr auf ebay Kleinanzeigen gekauft hatte und bei der in jeder Kurve eine der Türen aufging, die hatte natürlich ohne jegliche Beanstandung eine neue TÜV-Plakette erhalten. Aber Dieters geliebter seit Jahren von Hand sorgfältig gepflegter-
„Naja is hald Mai,“ erwiderte Karsten, und riss damit Dieter aus seinen Gedanken. „Des sagd ma doch so, dr Mai machd was er will“
„April,“ meinte Dieter, und plötzlich hatte er trotz seiner schlechten Montags-Laune den Anflug eines Lächelns im Gesicht. „Das sagt man über den April, Käsi“
„Oh,“ machte Käsi überrascht. „Bisch dr da sicha?“
„Ja,“ schmunzelte Dieter, „Der April macht was er will. Alte Bauernweisheit.“
„Mh,“ murmelte Karsten zustimmend und ließ seinen Blick nun über den Parkplatz streifen. Sie saßen seit mittlerweile einigen Minuten im geparkten Auto auf dem Aldi-Parkplatz, weil es nach strahlendem Sonnenschein wie aus dem Nichts genau in dem Moment zu schütten begonnen hatte, als Käsi in perfekter Manier auf den Millimeter genau parallel zwischen den beiden eingezeichneten Linien geparkt hatte.
„Was mach mer denn jetzd, wenns nimmer aufherd zum schiffa?“
„Naja,“ Dieter zuckte mit den Schultern, „vielleicht fahrn wir dann einfach wieder heim. Ich hab echt kein Bock da jetzt nass zu werden“
„Ha nee,“ seufzte Käsi, „Des lösd ja aba des Problem ned. Dann meckersch morga wieda weil koi Brod dau isch“
„Jaa naja hast schon recht,“ seufzte Dieter, „Aber ich will halt au ned nass werden. Bis die schwere Jeans-Jacke wieder trocknet … Ich hätte halt doch letztens die Übergangsjacke kaufen sollen, die war bei Kik total billig im Angebot-“
„Mensch Didi,“ unterbrach Käsi ihn, „Über n Kik hammer doch scho gschwätzd. Ar-beits-be-ding-ung-en.“ Beim letzten Wort betonte er jede einzelne Silbe so extra deutlich, ein klatschendes Grundschulkind hätte es nicht besser machen können.
„Naja aber billig ists halt schon,“ gab Dieter zu Bedenken.
„Hach billig, papperlapapp. Du verdiensch gnua beim Onkel Werner in dr Werkstatt, da brauch ma echd koine Kinda in Bangladesch ausboita“
„Okay,“ seufzte Didi. „Naja, Bangladesch hin oder her, der Punkt is ja, dass es schifft wie aus Eimern, und ich hab keine Übergangsjacke. Und du ja auch nich, brauchst nicht glauben, dass der Trenchcoat auch nur im Geringsten wasserabweisend is“
„Mh,“ machte Käsi. „Ja so a Übergangsjack isch hald so braktisch“
„Mhm,“ machte Didi.
„Vor allem au wenns dann mal graupelt“
„Mhm“
Stille.
„Da vorne um d’Ecke isch frei dr Intersport, gell,“ merkte Käsi nun an.
„Ja und?“ fragte Didi.
„Na da gibds mit Sicherheit a guade fair g’handelte Übergangsjack“
„Beim Intersport?“ Didi zog eine Augenbraue hoch. „Weißt was das kostet beim Intersport? Wenn ich den Vorschlag gemacht hätte, hättest du wieder gesagt, Bischd narrisch??“
„Ah geh,“ Käsi winkte ab und startete den Motor wieder. „Mir fahrad jetzd zum Intersport und kaufad a gscheide Übergangsjack. Sei du amal ned imma so kniggad mit deim Geld, mitnimma kaschs irgadwann amal eh ned“
„Na gut,“ seufzte Didi und lehnte sich im Autositz zurück, während Karsten rückwärts ausparkte. „Manchmal frag ich mich wirklich, wer von uns beiden eigentlich der Schwabe is“
- 5 Minuten später standen die beiden mehr oder weniger trocken im Eingangsbereich vom Intersport, direkt zwischen den Fußballschuhen und den Tennisschlägern. Händchenhaltend machten sie sich auf den Weg, zwischen dutzenden Kleiderständern hindurch, an der Kasse vorbei wo sie die junge Verkäuferin grüßten, Käsi mit einem freundlichen Lächeln, Didi mit einem kaum merklich angezogenen Mundwinkel. Im hinteren Teil des Ladens kamen sie zum Stehen, direkt vor einem Kleiderständer mit unzähligen Übergangsjacken in den unterschiedlichsten – natürlich wasserabweisenden – Farben.
Beide machten sich daran, einzelne Jacken herauszuziehen, kritisch zu begutachten und dann mit einem leichten Kopfschütteln wieder zurückzuhängen- natürlich an die richtige Stelle. Wir sind ja hier nicht bei den Hottentotten. Oder bei Hempels unterm Sofa. Nach einer Weile, Didi hatte sich gerade eine schlichte dunkelblaue Jacke über den Arm gehängt um sie später anzuprobieren, stieß Käsi auf ein Fundstück, das er mit leuchtenden Augen herauszog.
Es war eine knallorange Jack-Wolfskin Jacke, die er stolz in die Höhe hielt, um sie über den Kleiderständer hinweg seinem Freund zu zeigen.
„Was meinsch zu der dahana?“
„Mh,“ machte Didi mit leichtem Grinsen, „ich wusste gar nich, dass du unter die Schülerlotsen gegangen bist. Wie is das so, macht das Spaß mit der Kelle rumzufuchteln?“
„Seggl,“ erwiderte Käsi, aber er konnte ein amüsiertes Schmunzeln nicht verbergen. „Ernschdhafd, meinsch die isch z’auffällig?“
„Ach was,“ sagte Didi nun, „Solange sie dir gefällt. Dir isses doch sonst auch egal, was die Anderen von dir denken“
„Gfälld se dir denn?“ fragte Käsi mit direktem Augenkontakt zu Didi.
„Kann ich so nicht beurteilen. Probier sie an, dann sag ich dir ob sie mir an dir gefällt“
„Okay,“ lächelte Käsi, und er begann, sich aus seinem immer noch feuchten Trenchcoat zu winden.
Während Käsi mit seiner knallorangen Jacke beschäftigt war, widmete Didi sich der dunkelblauen über seinem Arm. Er öffnete vorsichtig den Reisverschluss – nicht dass noch was kaputt geht, sonst muss mans auch noch bezahlen! – und schlüpfte dann hinein. Joa sitzt, dachte er. Sitzt, passt, hat Luft. Schön flauschiger Fleece, schön warm, angenehm zu tragen-
„Didi?“, hörte er plötzlich Käsis Stimme mit leicht verzweifeltem Unterton.
„Ja?“ Er drehte sich um, und da sah er die Antwort auf seine unausgesprochene Frage vor sich: Karsten stand da, die orangene Übergangsjacke am Körper. Auf dem ersten Blick nichts Ungewöhnliches. Nur, dass zwei seiner Arme in die Jacke hineingingen, aber nur eine Hand wieder aus dem Ärmel herausschaute. Die andere war augenscheinlich irgendwo auf dem Weg verloren gegangen. Und der seltsamen Ausbeulung an der betreffenden Seite der Jacke nach zu urteilen wusste Didi auch wohin.
„Was machst du denn da?“ fragte er mit unterdrücktem Kichern.
„I steck feschd,“ antwortete Käsi mit einer beleidigten Schnute.
„Okay,“ Didi machte ein paar Schritte um den Kleiderständer herum, um seinem Freund behilflich zu sein. „Lass mal gucken,“ sagte er, und Käsi ließ ihn bereitwillig an der Jacke herumzupfen.
Nach nur einem Augenblick hatte er den Fehler gefunden. „Ah,“ nickte er, „Die Fleecejacke war nicht richtig drin. Dein Arm ist schon im Ärmel, nur ist der Ärmel halt nicht … naja im anderen Ärmel“
„Ach,“ seufzte Käsi, „Was is na des au, zwei Jacka in eina. Und dann so a Gschieß …“
„Ach komm,“ meinte Didi aufmunternd, „Is eigentlich ganz einfach. Kuck her,“ er hob eine Seite der offenen Jacke hoch, um Käsi das Konzept zu demonstrieren, „du nimmst den kleinen Reisverschluss hier …“
- 15 Minuten später hatten sie Käsis Arm befreit und die Anordnung von Fleece- und Regenjacke wieder in Ordnung gebracht. Käsi stand nun da, beide Hände schauten aus den knallorangenen Ärmeln, und er drehte sich vor dem Spiegel einmal im Kreis.
„Nimmst du die?“ fragte Didi.
„Nimmsch du denn deine?“ erwiderte Käsi die Frage.
Didi hob den Arm ein Stück, um die dunkelblaue Jacke zu zeigen, die jetzt wieder darüber hing.
„Ja, ich denk schon“
„Oke,“ lächelte Käsi, „dann nehm ich die“
„Okay,“ erwiderte Didi das Lächeln.
Ein Moment Stille, die beiden lächelten sich an. Dann warf Didi zum ersten Mal einen näheren Blick auf das Preisschild an seiner Jacke.
„… Ist aber schon ganz schön teuer,“ merkte er an.
„Ah ge, des isch hald Jack Wolfskin. Da zahlssch de Name mid. Und du sollsch doch ned immer rumemckern wege dem Geld“
„Hast ja Recht,“ seufzte Didi. „Und das hat dann ja auch Qualität, die kann man in 5 Jahren noch tragen“
„Eba,“ stimmte Käsi zu. Dann, nach einem Moment der Stille, beäugte Käsi das Preisschild an seiner eigenen Jacke. „… Aba meinsch hier gibds wenigdschens Payback-Punkde?“