Rezension -Das ganze Leben auf einmal-
Klappentext
Tom leitet ein Theater in der englischen Provinz und ist alleinerziehender Vater einer Tochter, Hannah. Jedes Jahr zu ihrem Geburtstag bringt tom ein besonderes Stück auf die Bühne, um Hannah und sich selbst den Glauben an Wunder zu erhalten. Denn Hannah ist unheilbar krank, und kurz vor ihrem sechzehnten Geburtstag spürt sie, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt. Als auch das Thater geschlossen werden soll, kämpfen Tom und Hannah dafür, dass ihre Geschichten noch nicht zu Ende sind. Steckt in einem letzten Bühnenzauber eine letzte Chance?
Schreibstil
Der Schreibstil ist angenehm und leicht, man wird einfach davon getragen. Das Buch ist aus zwei Blickwinkeln geschrieben, zum einem aus der Sicht von Tom, dem übervorsorglichen Familienvater und von Hannah, der schwerkranken Tochter. Der Wechsel passiert leicht und ergänzt sich sehr gut. Man taucht somit noch tiefer in die Geschicht ein und fühlt sehr mit beiden mit.
Inhalt
Es ist das Jahr 2005, eine Zeit, in der das Theater nicht mehr an oberster Stelle steht. Tom ist Leiter des Theaters und hat Hannah, seiner herzkranken Tochter, schon immer einen Blick hinter die Kulissen gewährt und sie mit einbezogen. Jedes Jahr zum Geburtstag bekommt sie eine private Vorstellung, der gesamten Theatergruppe.
Hannah möchte gerne ein normales Leben führen, kann sich aber selbst nur schwer die Zukunft ausmalen. Erst als sie Callum trifft beginnt sie das Leben einer “typischen” Jugendlichen zu leben.
Tom tut sich schwer mit der Veränderung, er ist sehr besorgt und fürsorglich.
Die Charaktere sind sehr anschaulich und sympathisch beschrieben, man fühlt mit jedem mit und nicht nur Vater und Tochter, sondern auch die gesamte Theatergruppe wächst einem ans Herz.
Man beginnt selbst zu überlegen, wie es wäre eingeschränkt zu sein und nicht zu wissen, wie lange man überhaupt noch leben darf. Hannah ist sehr stark, aber merkt bald, das ihre Krankheit immer schlimmer wird.
Aber leider müssen sich beide nicht nur mit diesem Thema auseinander setzen auch ihr geliebtes Theater soll geschlossen werden. Als Tom sich resigniert zurück zieht, kämpft Hannah bis zur letzten Sekunde weiter.
Das Buch hat mich aber trotz der ernsten und traurigen Handlungen nicht hinuntergezogen, im Gegenteil. Die Theatergruppe ist ein sehr lustiger Haufen und auch die Geschichte an sich hat mich eher dazu angespornt, die Tage zu genießen und mit Menschen, die ich liebe, zu verbringen.
Einige Abschnitte haben mich sehr berührt und zum Nachdenken angeregt. Auf Seite 288 ist dieser Satz zu finden:
“Das Leben ist voller Risiken und und voller Leute, die am Leben vorbeigehen, weil sie allen Risiken ausweichen wollen.”
Oder auch dieser Spruch von Brecht auf Seite 248:
“Man weiß eigentlich nie, was man gerade fühlt, weil es unter Schichten von Gewohnheit und Verdrängung begraben liegt. man muss zurücktreten und tief in sich gehen, wenn man die Wahrheit finden will. Denn die Wahrheit macht oft Angst.”
Fazit
Das Buch hat mich wirklich überrascht und sehr berührt, nicht nur der angenehme Schreibstil auch der Aufbau und die schöne Handlung des Buches hat mich begeistert. Am Ende habe ich sogar ein paar Tränchen verdrückt.
Vielen Dank an das Bloggerportal und dem Wunderraumverlag, die mir das Buch zur Rezension zur Verfügung gestellt haben. Meine Rezension wird durch die Bereitstellung des Buches nicht beeinflusst.
Zum Buch
Verlag: Wunderraum
Autor: Keith Stuart
Buchlänge: 566
Preis: 20 €












