Tag 136 - 137 … und alles ward anders
Ich nenne ihn mal den Manila-Pesttag.
Am Morgen bin ich zuerst mit einem Jeepney zu einer Metro-Station gefahren. Dort mit einem MTR-Zug bis Tuft-Avenue und weiter mit einem LTR-Zug bis zur Station United Nations. Dort habe ich mir den Rizal-Park angesehen und bin dann weiter gelaufen, bis ich in dem alten historischen Stadtteil namens Intramuros ankam. Das ist ein 64 ha großes Gebiet mit historischen Gebäuden, vielen Colleges und Schulen, der Kathedrale und so weiter. Am letzte Ende ist die ehemalige Festung Fort Santiago mit einigen ganz interessanten Gebäuden, u.a. auch den Zellen, wo im 2.WK viele hundert Filipinos gestorben sind. Die Japaner haben viele von ihnen eingesperrt und einfach verhungern lassen. Auf dem Weg zurück habe ich mir dann endlich eine SIM-Card gekauft und installiert. Endlich hatte ich mobiles Internet. Gerade für das Abrufen von Busverbindungen recht hilfreich. Ansonsten habe ich ja immer MapsMe, was ja offline funktioniert. Kaum aus dem Laden raus quatschten mich dann vier ältere Damen an und nachdem ich ihnen eröffnete, dass ich zurück nach Pasig will, meinten sie, dass sie in MAKATI im Hotel wären, was ja auf dem Weg liegt. Also haben wir uns ein Taxi geteilt und noch einen kleinen Stopp für ein Bierchen in einer Karaokebar eingelegt. Da ich ja ein höflicher Mensch bin, habe ich die Einladung angenommen. Ein paar Bierchen, viel Gequatsche über Gott und die Welt und ab und an etwas Geträllere. Zwei der vier konnten wirklich gut singen. Auch zum Tanzen wurde ich genötigt. Tja und das war es dann auch. Das war das letzte, an das ich mich bewusst erinnerte.
Ich wachte in der Nähe meines Hotels in einem Busch auf, konnte nicht alleine aufstehen, kaum sprechen, nur lallen und meine beiden Handys waren weg. Außerdem fehlte eine Kreditkarte, drei andere hatte ich hingegen noch. Meine Kamera in meiner Umhängetasche war auch noch da. Zwei Männer halfen mir hoch und brachten mich die paar Meter ins Hotel. Ich konnte kaum erklären, was geschehen war und die Leute vom Hotel versuchten, mein iPhone zu orten, was aber nicht gelang. War wohl schon deaktiviert. Den ganzen nächsten Tag habe ich geschlafen. Körper und Geist wollten immer noch nicht.
Ich kann es mir nicht anders erklären, als dass mir jemand KO-Tropfen gegeben haben muss, denn so habe ich mich selbst nach Gelagen nicht gefühlt. Es ergibt alles keinen Sinn. Das Problem: ich habe also jetzt seit dieser Nacht keinen Zugriff mehr auf meine Bank-Konten und auch die AppleID funktioniert nicht mehr, was heißt, dass ich an die meisten meiner Aufnahmen der letzten vier, fünf Monate nicht rankomme. In meinem Zustand der Verwirrtheit habe ich wohl auch eine falsche PIN für die Postbank Visa Card verwendet, womit diese nun auch tot ist. Seitdem bin ich mit Erik in intensivem Kontakt, um das Problem beheben zu können. Auf die Banken kann man leider nur insofern zählen, dass nichts passiert. Naja, irgendwie hatte ich ja noch Reserven und habe nach einem fast durchgeschlafenen Tag Manila verlassen. Ich bin mit dem Bus Richtung Norden gefahren, denn ich wollte in die Bergregion der Ifugao.
Vokabel des Tages: elender Mistdreck - F U C K!
PS: wer weiß, wie man von den Philippinen aus seine AppleID, welche jetzt gesperrt ist, aktivieren kann, bekommt ein schönes Geschenk, wenn ich wieder da bin. Man beachte: das hinterlegte vertrauenswürdige Gerät gibt es nicht mehr, also keine Verifizierung möglich.