Juli 2019
Der Webreader eines Internetbuchladens ist nützlicher, als ich dachte
Ich möchte auf meinem E-Reader, dem Tolino, ein bestimmtes Buch lesen, und zwar sofort. Im Onlineshop einer großen Buchhandelskette ist die digitale Version nur auf Deutsch verfügbar, ich interessiere mich jedoch für die englische Originalversion. Eigentlich bin ich begeisterte Nutzerin der Onleihe, doch auch hier werde ich nicht fündig und außerdem ist mein Bibliothekszugang abgelaufen. Meine Bibliothek verlangt von ihren Nutzer*innen, die Jahresgebühr persönlich zu zahlen. Da es schon spät abends ist und ich im Ausland weile, ist der Onleihezug für mich – zumindest für heute – abgefahren.
Doch noch gebe ich nicht auf. Auf dem Smartphone öffne ich Google und tippe „BUCHTITEL filetype pdf“ ins Suchfeld. Tatsächlich ist gleich das erste Ergebnis ein Treffer und kurze Zeit später befindet sich das Buch als PDF-Datei auf meinem Telefon. Ups. Doch wie soll es von dort auf den Tolino kommen? Natürlich könnte ich aufstehen, ins Arbeitszimmer gehen, den Laptop starten, das Buch per Bluetooth oder Kabel vom Telefon auf den Laptop kopieren und von dort mittels Kabel auf den E-Reader befördern. Das erscheint mir angesichts der nächtlichen Stunde zu umständlich.
Dann kommt mir der rettende Gedanke: Für den Tolino habe ich einen Account bei der bereits eingangs erwähnten Buchhandelskette. Die stellt mir einen Webreader zur Verfügung. Auf dem sind alle in der Cloud gespeicherten Bücher verfügbar (oder ist er gar selbst die Cloud?) und die wiederum synchronisieren mit meinem Gerät. Bisher habe ich diese Option nicht genutzt. Ob sie mir in meiner jetzigen Lage nützlich sein wird?
Ich rufe die Webseite über meinen Browser im Smartphone auf und logge mich ein. Zu meiner Überraschung bietet der Webreader tatsächlich die Möglichkeit, eigene Dokumente hochzuladen. Ich orte die PDF-Datei des Buchs in den Tiefen meines internen Telefonspeichers und lade es in die Cloud. Als Nächstes erzeuge ich mit meinem Smartphone einen Hotspot und schalte das WLAN auf dem Tolino ein. Normalerweise habe ich das Gerät immer im Flugzeugmodus, damit der Akku möglichst lange hält. Der Tolino synchronisiert mit der Cloud, denkt kurz nach, dann zeigt er mir das neue Buch an. Ich tippe auf „Herunterladen“ und schon ist es lesebereit.
Theoretisch jedenfalls, denn erst jetzt realisiere ich, dass PDFs auf dem Reader nur so mittelmäßig lesefreundlich sind. Der Text ist zu klein und ich müsste ständig zoomen und scrollen. So habe ich mir mein abendliches Lesevergnügen nicht vorgestellt. Also nehme ich noch mal das Smartphone zur Hand und frage die Suchmaschine nach Möglichkeiten, PDFs ins EPUB-Format zu konvertieren. Wieder führt bereits das erste Ergebnis zum Erfolg. Ich lade die Datei bei einem Anbieter namens Online-Umwandeln hoch und warte zwei Minuten, bis ein Download-Link erscheint und ich das frisch konvertierte EPUB erneut herunterlade. Jetzt wiederholt sich die ganze Prozedur aus „Im Buchladenaccount einloggen“, „Webreader öffnen“ und „Buch hochladen“. Leider hat der Konverter den Dateinamen in einen Salat aus Zahlen und Buchstaben verwandelt. Erstaunlicherweise bietet der Webreader die Möglichkeit, Buchtitel und Autor, ja sogar das Titelbild zu bearbeiten. Ich nutze diese, dann synchronisiere ich den Tolino erneut und kann dann endlich mein Buch herunterladen. Leider bin ich jetzt so müde, dass ich das Lesen auf später verschiebe.
(Steffi)













