3. und 4. Mai 2018
Drei Techniksplitter aus dem Krankenhaus
Eine Ärztin verwendet zur Kontrolle des Pupillenreflexes eines Patienten die LED-Leuchte ihres iPhones.
Ein Vater, der sich mit seinem vierjährigen Sohn ein Krankenzimmer mit uns teilt, muss diesem die Eigenheiten linearen Fernsehens in Erinnerung rufen. „Das ist doch KiKa. Die spulen das ab und das läuft dann einfach. Da kann man nicht 'Pause' drücken.“
Und auf dieser Kinderstation einer großen Berliner Klink gehen die Uhren auf den Displays der zentral angebundenen Monitore für Puls und Sauerstoffsättigung satte sechs Minuten nach. Das ist jedenfalls die Abweichung gegenüber meinem Smartphone, dessen Zeitanzeige ich für sehr zuverlässig halte, da sie mit dem Telefonnetz synchronisiert ist. Die angesprochene Krankenschwester bestätigt meine Beobachtung.
Das finde ich einerseits ziemlich anachronistisch – es handelt sich hier ja nicht um eine Billig-Mikrowelle aus dem Baumarkt, sondern um modernes, zentral steuerbares und vermutlich sündhaft teures Krankenhausequipment. Andererseits erscheint es mir fahrlässig. Bei Vorfällen wie Sauerstoffnot oder Herzarrhythmien – und um die zu erkennen, ist so ein Monitor ja da – ist ein mögliches Missverständnis von sechs Minuten kein Spaß.
Im Techniktagebuch-Redaktionschat wird spekuliert, ob diese Abweichung hiermit zusammenhängt. Ich meine aber, dass die Monitore auch unabhängig vom Stromnetz betrieben werden können, z.B. wenn ein Patient verlegt wird. Insofern müssten sie auch über eine Uhr verfügen, die nicht bloß die Frequenz der Netzspannung verwendet.
(Virtualista)















