18.12.2019
Der Leihroller wird teurer, aber das Leihrad wird besser
Als ich morgens zur Straßenbahnhaltestelle komme, steht die nächste Bahn mit 11 Minuten angeschlagen. Das reicht nicht, um meinen Zug zu bekommen. Da es nicht regnet und auch nicht besonders kalt ist, beschließe ich, mit einem Leihroller zum Bahnhof zu fahren. Der nächste steht gleich um die Ecke. Ich zücke mein Handy und scanne den Code am Roller. Der Scanvorgang bricht ab, weil ich noch mit einem winzigen Rest in unserem WLAN hänge, also so, dass das Smartphone das WLAN noch erkennt, aber das Internet quasi nicht existent ist. Ich schalte das WLAN an meinem Smartphone aus und möchte gerade noch mal scannen, als mir unten auf dem Bildschirm der aktuelle Preis fürs E-Roller-Fahren angezeigt wird. Statt 20 Cent pro Minute kostet es jetzt 25 Cent. Ich fand 20 Cent schon zu viel, 25 Cent übersteigt dann doch den Maximalwert für meine Zahlungsbereitschaft und ich wende mich enttäuscht von dem Leihroller ab.
Statt dessen laufe ich 50 Meter bis zur Leihradstation. Dort stehen auch viele Leihräder bereit, ich nehme einfach das erste, ohne näher hinzugucken, das einzige, was mich interessiert ist, dass es ein Rad mit tiefem Einstieg ist. Ich scanne den QR-Code auf dem hinteren Schutzblech und mit einem Klick wird das Schloss geöffnet. Das ist neu für Essener Leihräder. Bisher bekam ich nach dem Scannen immer einen vierstelligen Zahlencode angezeigt, mit dem ich dann das Zahlenschloss öffnen konnte.
Ich bin sehr erfreut über diese zusätzliche Erleichterung und fahre zum Bahnhof. Am Bahnhof drücke ich in der App auf “Abgeben” und bekomme den Hinweis, dass ich einfach das Schloss wieder runterdrücken soll und dann die App aktualisieren. Das mache ich so und aktualisiere mehrmals – nichts tut sich. Dann fällt mir auf, dass das WLAN wieder aktiviert ist (warum auch immer) und sich vermutlich in einen Telekom-Hotspot eingewählt hat, was aber sehr verlässlich nicht funktioniert. Ich deaktiviere das WLAN und aktualisiere noch mal. Jetzt ist das Fahrrad offiziell abgegeben und ich kann meinen Zug noch ohne Stress erreichen.
Etwas traurig finde ich, dass die schöne E-Roller-Zeit jetzt möglicherweise schon vorbei ist. Seit einigen Wochen sind aber auch andere Anbieter in Essen präsent, vielleicht werde ich da mal die aktuellen Preise prüfen.
(Anne Schüßler)













