Dalaran
Kurz nach der Ankunft der brennenden Legion in Azeroth.
Ich war zu Besuch in Dalaran, um mir meine Kristallklingen schärfen zu lassen. Denn es gibt nirgends bessere Schmiede für solche außergewöhnliche Waffen als in Dalaran. Und ich wollte fernab der großen Städte von Allianz und Horde ein sicheres Plätzen finden, für mich und vor allem meine Tochter.
Da es bei meiner Ankunft schon spät war, nahm ich mir ein Zimmer im Gasthaus “Zauberkasten”, ausnahmsweise bin ich nicht im Untergrund eingekehrt, ich wollte immerhin am nächsten Tag ein wichtiges und seriöses Geschäft erledigen.
Und was war? Diesen verdammten Magiern fiel nichts Besseres ein, als die gesamte Stadt mal eben um die halbe Welt reisen zu lassen.
Eigentlich war ich todmüde in mein Bett gefallen, bis ich durch ein Ziehen im Magen aus dem Schlaf gerissen wurde. Als ich die Treppe in den Gastraum runter kam, sahen die Betreiber auch ziemlich verwirrt und durcheinander aus. Ich ging ohne ein Wort an ihnen vorbei nach draußen auf die Straße. Es viel sofort auf das es wesentlich wärmer war als sonst in Nordend, viel zu warm, als das wir noch hätten da sein können. Ich lief los zum Flugplatz, das war der einzige Ort, wo man über die Mauer gucken konnte, ohne die Aufmerksamkeit der Wachen zu erregen.
Was ich sah, als ich in die Tiefe blickte, verschlug mir die Sprache. Die Landschaft unter mir war zwar karg und tot, aber auf eine düstere unnatürliche Art und weise. Wenn mich nicht alles täuschte, waren wir mit der gesamten Stadt im Gebirgspass der Totenwinde gelandet. Ich schlurfte zurück, die Treppe runter, wieder in die Stadt hinein. Ich nahm gleich links vom Treppenhaus den Eingang zur Kanalisation, auf der Rampe nach unten gab ich der kleine noch eine Schluck aus einer Phiole mit bläuliche Flüssigkeit, es war ein leichtes Schlafmittel, ein weinendes Kleinkind konnte man in der Schattenseite nicht gebrauchen. Dann machte ich mich auf den weg zur Zauberkrähe.
Es war frustrierend, eigentlich hatte ich die lange und teure reise gemacht, um mich aus den kämpfen raus zu halten, stattdessen war ich jetzt mitten drin. Es dauerte auch nicht lange bis die Dämonen, die in die östlichen Königreiche einfielen, die riesige fliegende Stadt bemerkten. In den Straßen der Stadt brach Tumult aus, aber dass war nicht mein Kampf. Ich blieb sitzen und trank mein Bier. Während ich in der dunklen Spelunke saß und trank beobachtete ich alles und jeden um mich ganz genau, immerhin musste ich vorsichtig sein, dies war nicht der richtige Ort für ein kleines Kind und meine Schwerter waren nun mal sehr auffällig und sahen wertvoll aus. Irgendwann begann ich einen Brief zu schreiben an Kiralu Fala'andu, sie hatte mich schon mehrmals vorm verließ in Sturmwind bewahrt, und ich hoffte sie hätte zumindest eine gute Idee und kann mir schnell helfen.
Der Brief lag schon eine weile ordentlich gefaltet vor mir auf dem Tisch, ich wollte eigentlich gerade den letzten Schluck trinken und dann gehen, da kam ein großer gut aussehender Kaldorei zur Tür rein. Auf seinem Rücken sah man zwei riesige dunkelgrüne Kristallklingen, ich war total überrascht, denn solche klingen sind äußerst selten. Ansonsten sah er ein wenig seltsam aus, sein Oberkörper war frei so dass man die Muskeln und Narben sehen konnte, und die Augen wurden von einer großen grünen Ingenieursbrille verdeckt. Er blieb in der Tür stehen und sah sich im kleinen Schrankraum um, als er mich sah schien er genauso überrascht. Mit geschmeidigen Gang kam er zu mir rüber. “Darf ich mich setzen?”, fragte er höflich auf darnassisch. “Ja, ist doch frei.”, antwortete ich, und hoffte das er schnell wieder verschwinden würde, ich wollte keine Gesellschaft. Trotzdem fingen wir eine Unterhaltung an, die Kristallklingen die wir beide trugen waren unser Hauptthema.
Wir verstanden uns gut, und unterhielten uns bald über andere Sachen, und gaben jeder eine junge nach der andern für einander aus. So kam es dass er mir seinen Namen verriet, was man in der Schattenseite besser vermeiden sollte. “Man nennt mich Jegger.”, sagte er nicht mehr ganz nüchtern. “Mein Name ist Linau, aber sowas solltest du hier besser für dich behalten. Aber noch weniger Nachnamen!”







