#underberg #magenbitter #palais #underbergpalais #rheinberg #kräuterturm #kräuter #kräutergarten #gebäude #niederrhein (hier: Rheinberg) https://www.instagram.com/p/CjDrwKTsG6k/?igshid=NGJjMDIxMWI=
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Ein Tässchen Adlertropfen zur Verdauungsunterstützung… #Magenbitter #kauflokal (hier: Plauen) https://www.instagram.com/p/Ccs-bKKNUDP/?igshid=NGJjMDIxMWI=
Tag 68 / Fuck you!
Einfach mal die Fresse halten? Könnt ihr nicht, ne? "Fuck you! Ihr scheiß Arschlöcher!" fauche ich in den Spiegel auf der Toilette. Das AA-Meeting ist zuende, und ich bin geladen, am Überlaufen, kurz vorm Platzen und Durchdrehen. Dass man nicht bewerten soll, findet ihr gut. Deshalb ruft ihr auch gleich in den Raum hinein wie gut ihr das findet. Kapiert ihr nicht, dass Gutfinden auch eine Bewertung ist? Eine positive. "Ja", "haha", "genau", "Das ist auch richtig so", "Gut, sehr gut". Was sollen immer diese Zustimmungen? Und das Murmeln und Grunzen? Wenn ich nicht gerade den Plan hätte, mindestens zwei Jahre am Stück keinen Alkohol zu trinken, dann würde ich jetzt etwas machen, was ich in den Jahren meines Trinkens nie gemacht habe: Mich am helllichten Tage in eine Kneipe setzen und volllaufen lassen. Einfach, weil ich so viel Blödheit und Selbstüberschätzung nicht vertrage. Darauf einen Magenbitter. Und nach Meetingende geht das ja weiter. Kommt die auf mich zu, kommt der an, fragt dies, wünscht das. Und es ist mir scheißegal, ob ihr es nur gut meint. Wenn ich "gut gemeint" in die Internetsuchmaschine eintippe, dann stosse recht schnell auf den Spruch: "Das Gegenteil von gut ist nicht böse, sondern gut gemeint." Versteht ihr was ich meine? Warum wirke ich auf alle so, als ob ich diese aufbauenden Worte brauche? Irgendwer hat mal gesagt: "Die besten Therapeuten sitzen bei AA." Und den Schuh zieht sich wohl echt jeder von euch an und denkt, er kann seine Therapiemethode auf die anderen ergiessen. Und dann seid ihr auch noch im Glauben, ihr leistet etwas Gutes, weil ihr eure Erfahrung, Kraft und Hoffnung weitergebt. Einen Scheiß gebt ihr weiter, wenn ihr mir dieses Crosstalken so aufdrückt. Dass ich im Nebensatz "meine Suchtberaterin" erwähne, stachelt euch gleich an, in eurem darauffolgenden Redebeitrag zu sagen: "Ich brauche keine Saufberaterin." Dann erntet ihr Lachen, Nicken, Zustimmung. Fuck you for your disrespect! Spreche ich im Meeting offen darüber, dass mir die multiplen Regeln, Ratschläge, Hilfsangebote, Aufforderungen, Vorschläge zu viel sind, ist das auch wiederum ein Anlass, in der Pause, nach Ende des Meetings oder ein andermal am Telefon auf mich einzureden, was ich alles nicht muss und was das einzige wäre, was ich müsste. Und dann kommt auch noch so eine emotionale Erpressungsnummer, dass sie mich ansprechen, auf mich eingehen würden, weil sie mich mögen. Und soll ich mich deshalb dafür bedanken? Weil ich gemocht werde? Ich bin nicht bei AA, weil ich gemocht werden will, sondern weil ich trocken bleiben möchte. Ich nutze ganz bewusst parallel professionelle Hilfsangebote: Suchtberatungsstelle, Ärtzin/nen, eine Psychologin. Obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass keine der genannten Professionellen ein Suchtproblem haben oder hatten, vertraue ich ihnen vollends und gebe tausend mal mehr auf deren Worte als auf eure penetrante egozentrische Besessenheit. Vielleicht liegt es auch an mir. Vielleicht wirke ich ja wie ein Häufchen Elend in diesen Meetings. Wie eine Blume, die gegossen werden möchte. Ein kleines Mädchen, das auf den Arm will. Vielleicht wirke ich desorientiert und überfordert. Ich bin es aber nicht. Ich komme klar mit der Abstinenz. Mein Leben ist alles andere als supergeil. Aber ich spüre, dass es besser wird. Und ich bin einfach nur ehrlich. Natürlich fehlt mir die Orientierung in diesem Leben ohne Suchtmittel. So gefestigt wie ihr immer denkt, wirkt ihr jedoch auch gar nicht alle auf mich. Wer sagt: "Mir geht es sehr, sehr gut" und dabei ein Gesicht zieht, als hätte man gerade auf eine schimmelige Zitrone gebissen, dem kauf ich da was nicht ab. Fuck! Und vergraulen lass ich mich trotzdem nicht. Ich werde weiter in Meetings gehen. Für mich. Für meine Abstinenz.