6 Monate und 2 Tage in Behandlung und ich denke trotzdem jeden Tag daran wie gerne ich grade eine line ziehen würde.
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6 Monate und 2 Tage in Behandlung und ich denke trotzdem jeden Tag daran wie gerne ich grade eine line ziehen würde.
Die Schatten der Nacht fliegen heran, ich kann sie spüren und lass mich von ihnen verführen. Sie dringen in mich ein und bringen mich zum wein. Ich kämpfe gegen sie an, doch ich weiß, dass ich hier nur der Verlierer sein kann. Das einzige, was mir hilft, bist du, schöner Mann. Du bist meine Droge, mein Lebenselixier, mein Körper sehnt sich so sehr nach dir. Schenk mir deine Aufmerksamkeit und mach dich her über meinen hungrigen Leib. Du, nur du schaffst es, dass ich mich wieder spüren kann. Dein Verlangen nach meinem Körper turnt mich an. Vergnüg dich mit mir, schenk mir neues Leben, nichts außer dir kann mir dieses Feeling geben. Ich möchte dieses Gefühl für immer bewahren, es vakumieren, so kann ich immer wieder etwas davon konsumieren. Doch ich kann es nicht lange halten, es rinnt wie Sand durch meine Hände und ich erlebe wieder eine grausame Wende. Die Sonne versinkt und mit ihr mein Strahlen, die Nacht bricht heran mit all ihren Qualen.
Noch 5 Tage Freiheit...
Soziale Medien machen krank. Verbringt nicht zu viel Zeit damit. Denn das Leben offline ist so viel schöner und gesünder.
Mein Leben besteht aus Gefühlen, die ich nicht erklären kann und einem Konsum, den ich nicht mehr kontrollieren kann.
Ich bin Jäger des Rausches und Sammler von Drogen
Balkano S.
Alternativ zu Alkohol und Tabak, sind es Suchtmittel, doch für die meisten eher Fluchtmittel.
Kalter Entzug #2
Der dritte Tag nach dem Rückfall. Der dritte Tag, an dem ich trocken bin. Der dritte Tag in Richtung neues Leben. Plan A und B habe ich im Moment im Hinterkopf. Das neue Leben, der Marsch den Berg hoch und die Macht und Selbstbestimmung über mein eigenes Leben habe ich, wenn ich Plan A durchziehe. Doch dazu muss ich es durchstehen, muss abstinent bleiben. Sollte es mal wieder einen Rückfall geben, wie vor drei Tagen, dann muss ich mich wieder hochziehen. Wenn ich meine Ziele verfolgen möchte, dann muss ich auch die Abstinenz verfolgen. Ich muss dem Druck stand halten, auch wenn es noch so schwer wird. Wie viel habe ich mir schließlich schon zerstört mit der Sauferei? Wie viele Freundschaften gingen kaputt, wie viele Leute haben sich entfernt, nachdem man immer und immer wieder in der Klapse im Entzug saß? Wer bleibt da schon noch, wenn man mir nicht mehr vertrauen kann, sobald ich mit Alkohol, meinem so treuen Begleiter, doch zugleich größten Feind, der tut, als wäre er mein bester Freund, in Kontakt trete? “Alki” nennen sie mich. “Komasäufer” nannte man mich. “Es gibt nichts Schlimmeres als eine Frau, die trinkt” rief sie mir voll Entsetzen zu. So viele Leute habe ich enttäuscht, so viele hab ich weggedrückt von mir.
Doch am meisten hat mir ein einziger Verlust weh getan. M. Hätte ich mich nicht mal wieder voll laufen lassen, dann hätte ich sie nie in diese missliche, ausweglose Situation gebracht, dann hätte sie mich nicht abgewiesen. Ich wäre nie so tief nach unten gerutscht, wie damals. Vielleicht wäre ich dann heute nicht so kaputt, so ein Wrack, wie ich es bin. Möglicherweise hätte ich nicht wieder exzessiv zu trinken begonnen, wäre nicht wieder entgiftungsreif geworden, hätte schon viel früher den Weg zur Besserung einschlagen können. Doch was nützt es mir noch, diese Gedanken zu hegen? Weshalb soll ich mich noch verrückt machen, mit dem, was passiert ist? Ich hänge zu sehr in der Vergangenheit, statt mich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren und meinen Fokus in die Zukunft und mein Leben im besseren, neuen Umfeld zu richten.
Was, wenn ich kaum widerstehen kann? Wenn mir Alkohol angeboten wird, wenn mich die Versuchung überwältigt und ich rückfällig werde? Ich habe Angst. Angst, dass wieder all der Stress um den kalten Entzug nur umsonst war und ich immer wieder von vorne beginnen muss. Angst.
Doch ich setze mir Ziele. 6 Tage konnte ich verzichten. 6 Tage sind fast eine Woche. Wenn ich nichts einkaufe, dann kann ich auch nichts trinken. Somit halte ich mich von Supermärkten fern, wenn ich alleine bin. Dies ist das erste Ziel. Das zweite ist, eine Woche zu überstehen. So wird mir Plan A gelingen. Schritt für Schritt.