Aus Muuh wird Wow!
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Aus Muuh wird Wow!
Die offizielle Webseite von Schweiz Tourismus, myswitzerland.com, schickt die Milchbauern Sebi und Paul ins Rennen um eure Gunst auf Facebook. Ihr Ziel: Sie wollen mehr Besucher in die Ruhe und Natur der Schweiz locken. In eine Welt ohne Internet- und Handyempfang. Wer hätte gedacht, dass dies einmal Argumente für einen Urlaubsort sein könnten.
Hier geht es zur Anwendung:
Fazit: Ich selbst habe die Anwendung getestet, ich musste der Anwendung Zugriff auf meine Daten geben, damit die zwei Milchbauern etwas über mich erfahren konnten. Jedoch finde ich, dass die Anwendung sehr gelungen und amüsant ist. Auf jeden Fall weiter zu empfehlen.
No Milk today
Eigentlich bin ich mit diesem Artikel ja ein klein wenig zu spät dran - aber das Thema an sich finde ich schon einer näheren Betrachtung wert. Die Milchbauern proben den Aufstand und lassen die Milch ihrer Rindviecher jetzt lieber verderben, als sie an ihre Abnehmer zu den vereinbarten Preisen auszuliefern, weil die nach ihrer Ansicht nicht ausreichend hoch sind.
Nun stecke ich nicht in der Kalkulation eines Milchbauernbetriebs, aber wenn die trotz all der Subventionen aus Brüssel außerstande sind, die Milch zu einem gleichermaßen marktgerechten wie auch für sie kostendeckenden Preis anzubieten, dann sollen sie ihre Landwirtschaft aufgeben. Dann wird die Milch eben genauso importiert wie Zitronen, Tomaten und Unterhaltungselektronik. Einzelne Politiker befürchten in diesem Zusammenhang Abhängigkeiten vom Ausland? Nun, ich dachte eigentlich, die Zeiten des kalten Krieges seien vorbei, und bei Kiwis und Handies hat ja auch niemand diese Befürchtungen. Wir können unsere Landwirte nicht im Stich lassen - warum eigentlich nicht? Ist ein arbeitsloser Landwirt mehr wert als ein arbeitsloser Bergmann oder ein arbeitsloser Büroangestellter? Natürlich wünsche ich niemanden, das er seine Existenzgrundlage verliert, aber die Gesetze, die dergleichen verhindern sollen, sollten schon für alle gleich sein. Da können die Bauern, die ohnehin mit einer starken Lobby in der Politik vertreten sind und eigentlich seit Jahrzehnten dank Subventionen aus Brüssel nur noch künstlich am Leben erhalten werden, keine erneute Sonderrolle für sich beanspruchen. Mir als Verbraucher ist es egal, ob meine Milch aus der Eifel oder vom Golan kommt, solange der Preis stimmt.
Europäische Union
Die wenigsten Verbraucher können mal eben so ihre Einkommensverhältnisse proportional an die allseits gestiegenen Preise in sämtlichen Bereichen anpassen, wie der Staat und die Krankenkassen das über Steuer- und Beitragserhöhungen machen, von den Energieversorgungsunternehmen gar nicht erst zu sprechen. Und wenn auf diese Art und Weise selbst dem Durchschnittsverdiener immer weniger zum Ausgeben in der Tasche bleibt, darf man sich von seiten der Politik dann eben auch nicht über eine mangelnde Inlandsnachfrage wundern. Da ist für Luxusmilch aus Deutschen Landen frisch auf den Tisch kein Raum mehr da. Dann wird Geiz eben geil - und das bei einer immer größeren Bevölkerungsschicht, auch ganz ohne die Parolen der bekannten Elektronik-Kette. Eine Verkäuferin, die für 5;- Euro die Stunde bei einem Discounter arbeitet, muß geizig sein, sonst stirbt sie Hungers.
Von Mindestlöhnen will man ja besonders bei den wirtschaftsnahen Parteien nichts wissen - weil ein solcher Mindestlohn Arbeitsplätze vernichten würde. Das mag wohl stimmen, aber Arbeitsplätze, die so gering entlohnt werden, daß ein Mensch davon nicht einmal mehr seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, braucht keiner, außer denen, die sich an der Arbeit der solchermaßen Geringentlohnten eine goldene Nase verdienen. Wie Arbeitslose oder gänzlich aus unserem Sozialsystem gefallene Mitglieder der Gesellschaft ihr Leben noch managen, bleibt oftmals deren Geheimnis. Klar ist, daß ein Großteil der Kriminalität auf die gestiegene Armut zurückzuführen ist. Viele von denen gehen auch schwarz arbeiten, womit sich eine weitere Erkenntnis auftut: Jeder Schwarzarbeiter ist eigentlich nichts anders als ein Gegenbeweis für die von interessierten Kreisen oft herausgekramte Faulheits-Theorie. Wenn eine Arbeit "Schwarz" ausgeführt wird, muß ja sowohl Arbeit wie auch jemand, der bereit ist, sie für einen vereinbarten Stundenlohn auszuführen, da sein. Wenn diese Arbeit nicht offiziell verrichtet werden kann, dann liegt das schlicht und ergreifend an der Tatsache, daß Steuern und Sozialversicherungsbeiträge nicht um ein paar Prozentpunkte, sondern um ein Vielfaches zu hoch sind. Es kann und darf ja wohl nicht wahr sein, daß ein Handwerkermeister z. B. in einer KFZ-Werkstatt 4 Stunden arbeiten muß, um einen anderen Handwerker, z. B. einen Tapezierer bei sich zu Hause für eine Stunde zu bezahlen, wovon der dann seinerseits nur einen Bruchteil auch wirklich ausgeben kann. Nicht zuletzt die Höhe dieser Zwangsabgaben führt auch dazu, daß die Sozialsysteme mißbraucht werden wo es nur möglich ist. Warum sollte man mit dem Staat anders umgehen als der Staat mit uns umgeht? Der Begriff "Solidargemeinschaft" wird von staatlichen Stellen gerne dann verwendet, wenn es darum geht, uns ein weiteres Mal in die Taschen zu greifen oder wenn eine Leistung verweigert werden soll. Wen wundert es, wenn angesichts solcher Umstände längst nicht mehr jeder mit einem "Keep Smiling"-Gesicht über die Straßen läuft ...
Selbst in der Musik und Unterhaltungsindustrie spiegelt sich all dies wieder. Musiker, Schauspieler, Models und Künstler jeder Art werden heute gecastet, promotet und vermarktet. Daß hierunter z. B. die Musikqualität ebenso leidet wie beim Metzger die Wurst (mal eine original polnische Krakauer-Wurst vor und nach deren EG-Beitritt gegessen?) ist offensichtlich, scheint aber niemanden zu interessieren, solange die Kassen nur an den richtigen Stellen klingeln. Man schaue einmal in die Gesichter einer Band aus den 60er Jahren, wieviel Optimismus und Freude an der Musik und am Leben die einfach ausstrahlen.
Herman's Hermits - No milk today
Mir fällt auf Anhieb kein Musikschaffender von heute ein, bei dem das auch nur noch annähernd so vermittelt wird. Und ein Xavier Naidoo mit seinen Depri-Gesängen hat uns da wirklich gerade noch gefehlt. Wo bleibt ein neuer Peter Kraus, der einfach nur singt "Baby, mach Dich schön ... "? Dieter Bohlen ist ein perfektes Produkt unserer Zeit - mit Modern Talking hat er noch einfach gestrickte Gute-Laune Musik gemacht und produziert, aber bei DSDS wird er keine neue Connie Francis finden, soviel scheint mir sicher. Trotz oder gerade wegen all dieser wenig erfreulichen Erscheinungen unserer Zeit sollten wir aus jedem Tag das Beste machen und uns über die Sonne, unsere Freunde, ein neues Paar Schuhe oder auch über einen Wurf unserer Haustiere freuen. "Cheese" kommt uns dann von ganz alleine ins Gesicht. Man sollte einfach jedem Tag eine Chance geben!