13. Juli 2015
Übereifrige Social-Media-Veteranin
Eine Woche nach Antritt meiner neuen Arbeitsstelle bekomme ich eine Nachricht vom Kollegen B., dass mein Profil jetzt auch auf der Teamseite des Intranets stehe. Ich klicke auf den Link und gelange auf eine Intranetseite mit meinen Kontaktdaten und der Möglichkeit, ein Profilbild sowie Details zu meinem fachlichen Hintergrund zu hinterlassen. Außerdem kann ich eintragen, wer alles zu meinen Kollegen und Kolleginnen gehört.
Ich bin begeistert: Von solchen internen Mitarbeiterplattformen habe ich bislang nur gelesen; sie ermöglichen bestenfalls, schnell intern vorhandene Erfahrungen und Kompetenzen zu finden. Als langjährige Nutzerin von Social Media hatte ich sofort den Nutzen gesehen und bei einem früheren Arbeitgeber bereits vergeblich versucht, die Einführung eines solchen Systems anzuregen. Ich hatte mir immer vorgestellt, dass jemand zum ersten Mal ein Projekt in Indien hat und über die Plattform jemanden im Unternehmen findet, der vielleicht organisatorisch weit entfernt ist, aber bereits Erfahrungen mit ähnlichen Projekten in Indien hat.
Allerdings war mir schon damals klar, dass solche Systeme davon leben, dass alle tatsächlich Informationen in ihrem Profil hinterlegen. Umso eifriger ergänze ich jetzt also mein Profil: Ich lade ein Foto hoch, gebe meine Kenntnisse in Englisch und Spanisch an, vernetze mich mit den Profilen von Kollegen und Kolleginnen.
Wenige Minuten später treffen erste Mails von diesen Kollegen und Kolleginnen ein: Was das denn sei? Ob sie irgendwas tun müssten? Hätten sie vielleicht irgendwas verpasst? Offensichtlich hat meine Profilvernetzung Benachrichtigungen ausgelöst. Auch Kollege B. meldet sich: Er dankt für mein Vertrauen – aber die Plattform sei eigentlich erst noch in der Betaphase. Schulungen dafür begönnen erst im Oktober, ich könne mich bei Interesse gerne dafür anmelden. Mit rotem Kopf entschuldige ich mich für meinen Übereifer und verspreche Geduld.
(die Kaltmamsell)









