20.04.2020
Wie man der Kuh ein fremdes Kalb unterjubelt beziehungsweise umgekehrt, denn es ist ja der Laptop, der am Akku saugt
In diesem Beitrag über mein defektes Notebooknetzteil hatte ich behauptet, dass es bei Notebooknetzteilen vor USB-PD nicht möglich ist, das angeschlossene Netzteil zu erkennen, solange es hinreichend und den Spezifikationen entsprechend Strom liefert. Nun stellt sich nach einiger Recherche heraus, dass ich die Rechnung da ohne die Firma Dell gemacht habe. Laut Aussagen mehrerer Dell-Supportmitarbeiter in Foren haben Dell-Netzteile einen Mittelpin, über den der Ladecontroller das angeschlossene Netzteil als Originalware erkennen können soll. Ob das über ein Kommunikationsprotokoll passiert oder über verschieden weit in die Buchse hineinragende Pins bleibt etwas unklar. Ob andere Hersteller das ähnlich handhaben, weiß ich nicht, es würde mich aber auch nicht wirklich wundern.
Und in der Tat wird mir beim 45W-Originalnetzteil im BIOS korrekt “<45W>” als Netzteiltyp angezeigt. Laut den Aussagen der Supportmitarbeiter dient das dazu, Schäden an der Ladeelektronik durch zu hohe Ströme oder Spannungen zu vermeiden (auch dazu lese ich unklare und sich widersprechende Aussagen). Fest steht aber, dass Nicht-Originalnetzteile in vielen Fällen als solche erkannt werden und dann die im oben verlinkten Beitrag erwähnte Fehlermeldung beim Start angezeigt wird.
Ich finde das übrigens heraus, weil ich das Notebook für ein paar Monate nicht wirklich in Betrieb hatte und jetzt der Akku tiefentladen ist und sich wohl auch nicht mehr ohne schmutzige Tricks wachküssen lässt, die den Anschluss des Akkus mit offenen Kontaktstiften an ein externes LiPo-Ladegerät beinhalten. Das ist mir trotz oder vielleicht auch wegen meiner zahlreichen Modellbauerfahrungen zu heikel und ich entscheide mich für die Option, bei einem seriösen großen Onlineversand einen nichtoriginalen Ersatzakku für erstaunlich wenig Geld zu bestellen. Der Originalakku sagt nämlich über sich selber aus, das er ohnehin nur noch 56% seiner ursprünglichen Fitness besitzt und dafür möchte ich nun erst recht keine brandgefährlichen Experimente mit ihm anstellen.
In einer Bewertung eines anderen Ersatzakkus schreibt jemand, dass dieser bei ihm als nicht original abgelehnt wurde. Er hat dann das Betriebssystem ohne angeschlossenen Akku hochgefahren, den Akku dann an den laufenden Rechner angeschlossen, kurz laden lassen und dann neu gestartet. Danach gab es keine solche Bemerkungen mehr. Ich hoffe das Beste und freue mich über eine bald wieder funktionierendes Notebook, das sich in der Coronazeit gerade nützlich machen würde.
(Gregor Meyer)













