eine tiergeschichte
2015, MuellerKachinsky Eine Tiergeschichte hat 2 Akte (und ein Epilog) oder Aufzeichnung einer wahren Begebenheit Epilog „Los, los“, sagte Mutter Reh zu den kleinen. Sie rennen über die Straße und verstecken sich im Gebüsch. Plötzlich kommt ein Lastwagen. Die Scheinwerfer schwenken aufs Gebüsch. Ob hier jemand etwas sieht? Ein paar Fleckchen Reh zu sichtbar. „So schnell können Herzen schlagen“, denkt Flocki. Der Lastwagenfahrer merkt nichts. Er ist kein Wurschtsemmerl. „Auftragsarbeit ist das Lustige Leben“, denkt er sich. „Aber woher nehme ich die Butter fürs Brot?“ Er ruft seine Frau am Iphone und als er sie nicht erreicht, schreibt er eine Kurznachricht. Sie schreibt zurück: „Nichts ist so geil als eisgekühltes Cola“ I Fred ist müde. Seit Stunden gräbt er sich durch die Dunkelheit. Er kann sicht gar nicht mehr erinnern, wie das Licht war, das er GEFÜHLT hat. Er kommt bei einem A vorbei. Nach einer Biegung erscheint vor ihm eine Luke. „Hinunter oder nicht hinunter?“, denkt er, „Ist das die Frage?“. Eine wahnwitzige Weile später steckt er sich eine Zigarette an, dreht sich einmal im Kreis und fällt durch den Rost. Etwas zerdepscht rappelt er sich auf und fällt durch den Rost./ rappelt er sich auf. Stöhnt, rappelt er sich auf. Stöhnt, schaut ob alles noch ganz ist und denkt, dass das wohl viele blaue Flecken geben wird. Sein Fuß tut weh. Aber er muss weiter. Als moderner Nomade muss Fred seinem Schicksal ins Auge schauen. „Kommt Zeit, kommt Geld“, denkt er und wurstelt weiter. FRED ist ein Bücherwurm. Sein Name ist eine eingetragene Marke und gesetzlich geschützt. Ich hätte gerne ein Cola und wenn du schon dabei bist, nimm mir doch einen WrÄp mit. Danke. II „Los“. Er flitzt los. Einmal zigzag quer über das Feld. Die ältere Dame in der ersten Reihe schüttelt den Kopf. „Die Jugend von Morgen. Kein Vorbild. Kein Anstand“. X mal wiederholt sie „Tztztz“. Dann trinkt sie ein Schluck Cola und stößt auf. Der Ball trifft ins Tor. Die Menge dreht durch. Rennt aufs Spielfeld. Rasenstücke fliegen durch die Luft. Ein toter Hase? Sie sieht genauer hin. Er ist weg. Sie schnäuzt sich und geht zurück zum Auto, wo sie noch ein bisschen Schokolade versteckt hat. Daneben liegt eine angebrochene Packung Kondome und ein Funken Sinn, versteckt hinter den Taschentüchern, flammt auf und setzt den Beifahrersitz ein bisschen in Flammen. "Zum Glück hat das niemand gesehen". Sie schaut sich um, zur Versicherung. Kauderwelsch hatte sie heute schon, sie will sich nicht mehr zusammen reißen oder auseinander setzen müssen. Am liebsten wäre ihr jetzt eine Leinwand und etwas Cafe mit Schlagsahne. Sie parkt rückwärts aus und fährt volle Wäsch das Rücklicht eines blauen Nazi-Mercedes ein. Schon steigt ein Typ in Krawatte aus, Fäuste geballt, Ader, roter Schädel. Sie winkt aus dem Fenster, wirft ihm ein Hustenbonbon vor die Füße und düst mit quietschenden Reifen vom Flugzeugparkplatz in die Sonne. Ende














