„Tatort: Schwarzer Afghane“ (ARD)
Der „Tatort: Schwarzer Afghane“ ist nichts anderes als die Verfilmung feuchter Träume der blamabel gescheiterten Soko „Bosporus“. Die Soko „Bosporus“, die größte Pleite deutscher Polizeiarbeit, ermittelte jahrelang gegen die Opfer der NSU-Morde, phantasierte Mafia- und Rauschgift-Verbindungen, anstatt nach den rechten Mördern zu fahnden, auf die sie hingewiesen wurden.
„Tatort: Schwarzer Afghane“: Ein Ausländer wird bei lebendigem Leib verbrannt, die Räume seines Vereins gehen in Flammen auf. Was macht die Leipziger Kriminalpolizei? Sie ermittelt gegen die Opfer! So weit, so realistisch.
Dreist, unverschämt, geradezu geschichtsverfälschend wird es aber, wenn nach zahllosen Haken und konstruierten Wendungen dann niemand anderes der Täter ist als ausgerechnet einer aus dem Umfeld der Opfer.
Als ob der MDR beabsichtigt hätte, die kranken Vorurteile der realen „Bosporus“-Polizisten durch einen verlogenen „Tatort“ zu legitimieren. Der „Tatort: Schwarzer Afghane“ ist ein perfides Machwerk, das es nicht wert ist, weiter kritisiert oder diskutiert zu werden.
Entweder lesen die Macher des „Tatort: Schwarzer Afghane“, allen voran Autor Holger Jancke und Regisseur Thomas Jahn, keine Zeitung oder sie sind schwerst begriffsstutzig. Bei klarem Verstand müssten sie bemerkt haben, was für einen Mist sie da anrichten.
Auch bei Schauspielern wie Martin Wuttke, Sylvester Groth oder Kostja Ullman stellt sich die Frage, ob sie überhaupt mehr von einem Drehbuch lesen als die Dialogzeilen ihrer Figur.
ARD 17.3.2013: „Tatort: Schwarzer Afghane“; Krimi; Drehbuch: Holger Jancke 5,0; Regie: Thomas Jahn 5,0. Beste Darsteller: keine Wertung. Wer an diesem Film mitarbeitet, ist nicht gut. Gesamtbewertung „Tatort: Schwarzer Afghane“: 5,0
Der „Tatort: Schwarzer Afghane“ wird wiederholt und in der Mediathek gezeigt. Wenn Sie ihn unbedingt sehen wollen, suchen Sie’s selber raus.