O & D - "Safe Travels"
Eigentlich hatte Rapper O-Lay im Januar 2011 gerade beschlossen das Songwriting erstmal ruhen zu lassen - ergo: sein Studium an der McNally Smith College Of Music damit nicht kolliedieren zu lassen. Dass es bei solchen Ambitionen traditionell anders kommt, als geplant, ist da fast ein Naturgesetz und so traf er eines Tages (der Legende nach verzaubert von den sumpfigem Soul-Bap-Klängen aus einem Seminarraum) auf seinen Kommilitonen und späteren Producer Diatonic. Nach einigen Sessions und Gesprächen über die gemeinsamen Interessenschnittmengen zwischen Lupe Fiasco und Little Brother, können die zwei St. Paulianer nun auf eine Free-Download-LP ("The Set List LP") einer kleine EP ("Meanwhile") zurückschauen. Mit vorliegendem Album-Streich namens "Safe Travels" knüpft man auch 2013 an die besagte Marschroute aus dem Neo-Boombap-Umfeld an, erweitert sein Soundspektrum jedoch um Ambient- und gar Cloud-Rap-ähnliche Nuancen im Unterbauch. Zunächst wirkt die reichlich unauffällige Produktion stark gewöhnlich, doch stellt sich nach ein paar Durchläufen jene subtile Brillianz ein, die eben nicht jedes Wohnzimmer-Duo hervorbringt. Hier geht es vorallem um das Gesamtwerk. Auch wenn man die Unbeholfenheit des Rappers an manchen Stellen gerne auch als amatuerhafte Unvollständigkeit auslegen könnte, gelingt es O-Lay auf den 12 Tracks eine insgesamt charismatische und brauchbare Vorstellung abzuliefern, die aber erst durch Diatonics Instrumenals an Durchschlagskraft gewinnt. Anhand ihrer selbstgedrehten Dokumentation (Teil 1 und Teil 2) bekommt man auch einen guten Eindruck, aus welch minimalistischen Vorraussetzungen die Herren ihr Potenzial schöpfen. Der NME glaubt, dass vorallem Ratking und Joey Bada$$ dieses Jahr abräumen und A$AP Rocky bleibt vermutlich weiterhin der König der Welt, doch dessen ungeachtet, darf man sich als Freund von mittelständischem Alltags-Hop gerne mal bei O & D durchskippen.
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