Hey. Hab gelesen, dass du 2 Klinik Aufenthalte hattest und ich wollte dich fragen, wie diese waren. Ich ĂŒberlege, freiwillig in eine zu gehen, aber weiĂ nicht so recht wie es da ablĂ€uft und alles.
Es gibt immer einen klaren Unterschied zwischen den Stationen. Ich war zweimal auf einer geschlossenen Jugendstation. Ein Zuckerschlecken ist es dort nicht. Doch ich war beide Male akut suizidal, somit war ich gezwungen, in die geschĂŒtzte Jugendpsychiatrie zu gehen. Doch wenn man freiwillig gehen möchte und nicht wegen akuter SuizidalitĂ€t stationĂ€r aufgenommen werden muss, sondern von sich aus, weil man an sich arbeiten und gesund werden will, dann ist die offene Station sehr rentabel. Ist allerdings meist mit langen Wartezeiten verbunden. Ist allerdings von BL zu BL unterschiedlich. Ich wĂŒrde mich einfach an den derzeitigen ambulanten Therapeuten wenden, wenn Du einen hast. Der kennt sich damit besser aus und kann handeln. Ich kann Dir an dieser Stelle nur sagen: es ist weniger schlimm, als man denkt. Man gewöhnt sich relativ schnell an den Alltag und lernt viele Leute kennen, die Ă€hnliche Probleme und Störungen haben und kann gute Freundschaften bilden. Es lĂ€uft immer gleich ab, man hat WochenplĂ€ne, viele verschiedene Therapien mit den anderen Patienten, also Sport, Fitness, Ergo, Musik, usw. (Kann man nicht pauschalisieren, aber meist sind diese sehr Ă€hnlich.) Auch werden Gruppen angeboten, die auf Station stattfinden, welche die Pfleger (PEDs) leiten. Also GFL (Games For Life), wo man Brettspiele oder dergleichen zusammen spielt, SKT (Soziales KompetenzTraining), welches es auch im Einzelbereich gibt, also man hat eine Liste von Sozialen Interaktionen, welchen man nachgehen muss. Diese legst Du mit Deinem fĂŒr Dich zustĂ€ndigen allgemeinen Bezug/Betreuer fest. Aber es gibt auch andere Unternehmungen in der Klinik. Ab und zu, wenn es sich ergibt, dann kann man ins Hallenbad gehen oder zur Kegelbahn, usw. (So ist es in der Klinik in meinem Regierungsbezirk.) Beispielsweise wurde bei uns Freitag abends immer zusammen gekocht, wer Lust hatte, konnte mitmachen. Sonst gab es von der KlinikkĂŒche eben das Essen. Freitags war auch Betten neu beziehen und Samstag/Sonntag Besuchszeit. Du kannst auf der Offenen auch AusgĂ€nge nehmen, kannst jederzeit mal raus, hast Dein Handy, usw. Ersteres mussten wir uns auf der Geschlossenen hart erkĂ€mpfen. xD 10 Minuten Spaziergang mit einem PED war das Highlight des Tages. Aber man durfte auch nur mit, wenn man eben vom zustĂ€ndigen Arzt die Genehmigung fĂŒr AktivitĂ€ten hatte. Sonst musste man immer auf Station bleiben. Und wenn man eine irre Ărztin hatte, wie ich, dann kommt man nie raus, sondern Zimmeraufenthalt - und das alles, weil man ânicht genug mitarbeitetâ. Also stell Dich aber auch drauf ein, dass dort ein paar Ărzte sein können, die eher streng und sehr durchsetzungsfĂ€hig sind. Sie dĂŒrfen sich halt nicht auf der Nase herum tanzen lassen; das muss man auch erachten und verstehen. Alles Gute, Du schaffst das schon! Ich hatte vor meinem ersten Aufenthalt auch etwas Angst, doch man findet schnell Anschluss an Mitpatienten, selbst mit Sozialphobie, wie ich damals. :)
Ach ja: wichtig ist, dass Du an Dir arbeiten möchtest und wirklich motiviert bist, um etwas zu verÀndern. Denn wenn Du die Therapie auch zulÀsst und nicht dagegen arbeitest, dann wirst Du auch mit einem positiven Effekt rausgehen können!















