Freitag, 18. Juli 2025, 14:07 Uhr bis ungefähr 22:30 Uhr
Echtzeit ist auch keine Lösung
Mir fällt ein: Ich muss noch schnell eine Rechnung bezahlen, die heute fällig ist. Ich hätte es fast vergessen, aber da es ja jetzt Echtzeit-Überweisungen gibt, sollte das kein Problem sein. Also schnell das Handy gezückt, Banking-App geöffnet, IBAN, Betrag, Verwendungszweck eingetippt – alles bereit für die Echtzeit-Überweisung. Das Geld soll ja noch heute beim Empfänger ankommen. Jedoch, leider:
Foto vom Handybildschirm mit der Fehlermeldung (Gemacht bei einem der vielen späteren Versuche, mit einem Handybildschirmabfotografierhandy, da natürlich die Banking App aus Sicherheitsgründen keine Screenshots zulässt)
Und das war’s dann wohl mit der Echtzeit. Ich habe es mehrfach probiert. Jedes einzelne Mal musste ich alle Überweisungsdaten komplett neu eintippen – weil die Postbank-App so etwas wie das Zwischenspeichern einer fehlgeschlagenen Überweisung offenbar nicht kennt oder nicht möchte. Jedes Mal: Empfänger, IBAN, Betrag, Verwendungszweck mit Kundennummer und Rechnungsnummer. Jedes Mal die gleiche Fehlermeldung. Scheint eine elegante Lösung zu sein, die Pflicht zur Echtzeitüberweisung zu umgehen: Einfach eine Fehlermeldung ausspucken. Wenn ich die Überweisung jetzt als normale Überweisung aufgebe, kommt das Geld wahrscheinlich erst am Dienstag beim Empfänger an, weil bei der Postbank ja am Freitag ab 14 Uhr Wochenende ist; sie wird dann also erst am Montag bearbeitet, zzgl. Überweisungslaufzeit von einem Tag macht: Dienstag. Dienstag, das ist deutlich zu spät und wäre mir peinlich.
Schließlich mache ich die Überweisung deshalb von meinem Geschäftskonto bei N26 – was natürlich genau nicht der Sinn eines Geschäftskontos ist: das Vermengen von Privatem und Geschäftlichem. Aber besser als ein Mahnschreiben. Die Echtzeitüberweisung klappt dort sofort, es ist mittlerweile so gegen 22:30 Uhr.
Der ganze Vorfall erinnert mich wieder mal daran, mich zu fragen, warum ich eigentlich noch bei der Postbank bin. Die ehrliche Antwort: weil sie in den 1980er Jahren mal modern war, ich einen Kontowechsel scheue und meine bisherigen Wechselversuche leider nicht zu einer neuen langfristig zufriedenstellenden Kundenbeziehung führten [1, 2, 3, 4, 5, 6].