28.02.2023
Von der Freude, mit einem Menschen telefonieren zu können
Ich muss etwas Geld von einem Girokonto auf ein Tagesgeldkonto im gleichen Account verschieben. Dafür logge ich mich auf meinem Rechner im Online-Banking ein. Das Umbuchen ist ein bisschen kompliziert, so dass ich das in drei Tranchen machen muss. Beim ersten Mal klappt alles, beim zweiten Mal auch. Beim dritten Mal verschwindet der Betrag vom Girokonto, taucht aber nicht quasi im selben Moment auf dem Tagesgeldkonto auf, wie das bei den Vorgängen davor der Fall war. Schweißperlen bilden sich auf meiner Stirn.
Ich aktualisiere den Kontostand, schaue in der Banking-App auf dem Handy: Nichts. Die nicht vollkommen unbedeutende Summe bleibt verschwunden.
Selten habe ich mich mehr über die angegebene Telefonnummer meines Beraters gefreut als jetzt und sehe ein, dass meine Kontoführungsgebühren vielleicht doch nicht ganz unnütz sind. Also überwinde ich meine Telefonphobie, und es beruhigt mich gerade sehr, mit einer echten Person, die sogar in der gleichen Stadt sitzt wie ich und die einen Namen hat, telefonieren zu können, die einem beruhigende Details aus dem internen Banksystem geben kann. Das Problem ist zwar noch nicht gelöst, aber ich bin jetzt guter Dinge, dass da nur gerade “ein Pups quer sitzt” und sich das erledigt. Das würde ich wohl nicht so locker sehen, wenn auf der anderen Seite entweder niemand oder nur ein Chatbot zu erreichen wäre.
(Markus Winninghoff)













