November 2018
It was always burning
Meine Frau bittet mich, für eine Freundin eine Audio-CD zu brennen. Geht denn kein anderes Medium? Ein USB-Stick vielleicht? Anscheinend nicht. Die Freundin möchte die Musik im Auto hören, da ist es zumindest nicht restlos unplausibel – bei Menschen, die bei Autos keinen besonderen Wert aufs neueste Modell legen, kommt der mobile Medienfortschritt bisweilen später. Auch ich bin bis 2013 oder 2014 noch mit CD-Spieler (und Cassettenschacht) spazierengefahren.
Also schön.
Rohlinge sind kein Problem, das vermeintliche Ende der CD-Ära hat mich mit einer fast vollen Spindel zurückgelassen. Mein Rechner hat sogar noch einen, allerdings defekten, CD-Brenner, in meiner Technikschublade findet sich jedoch noch ein portabler Brenner mit USB-Anschluss.
Auf der Suche nach einem Programm, das ihn fehlerfrei ansteuert, entfahren mir einige Kommentare, die sich zur schriftlichen Wiedergabe schlecht eignen, aber Banshee schafft es schließlich. Es gelingt mir, eine funktionierende CD zu brennen.
Um der Sache den letzten Schliff zu verpassen, suche ich in meiner Schublade für Merkwürdigkeiten. Dort finde ich bedruckbare Visitenkarten (in Bögen mit Mikroperforation), mit Tintenstrahldrucker bedruckbare Overheadfolien (nie benutzt, wegen der kurzen Überlappungszeit des Overhead- und des Tintenstrahlzeitalters ist es nie dazu gekommen), Endlosetiketten für Matrixdrucker, sowie – HA! – CD-Etiketten, kreisrund mit Loch in der Mitte. In meinem CD-Regal finde ich noch eine CD, die man nun wirklich mal wegschmeißen kann, und deren Hülle ich für mein Werk verwende.
Und er sah alles, was er gemacht hatte, und es war sehr gut.
(Tilman Otter)
















