Altern ist nach Mae West zwar nichts für Feiglinge. Dennoch, so heisst es auf dem Grab von Giovanni und Bice Segantini: Arte ed amore vincono il tempo.
Die Technik und die Rüstung falten mit der Zeit das Temperament. Professor Wiener aus Wien (sic!) wurde mit der Zeit nicht nur seiner Bardame Cissy immer ähnlicher, sondern auch sich selbst als Kind, als Würstchen.
Meine Doktorväter kehren in ihre Kindheit zurück, als seien sie neue Adrian Leverkühns und als würde das ganze Studium diabolischer Verträge einem nix nützen. Brock ist wieder Revolutionsbrotbacksohn wie in Stolpe. Teubner wieder Herrnhuter. Vesting wird immer detmoldischer. Mühlmann ist wieder Regensburger Domspatz.
Ich kehre auch in meine Wuppertaler Kindheit zurück, von der berichtet wird, dass ich meist alle Wörter, Strümpfe und Schlümpfe durcheinander gebracht hätte. Es schimmele draußen die Luft, das hieß dann, dass es nebelig wurde. Meiner Mutter auf dem Schoß sitzend und ihre schön gewölbte Stirn streichelnd soll ich relativ häufig scheinwerfergroße Augen gemacht und ihr dann 'Postauto' zugerufen haben. Darauf freue ich mich schon wieder. Derweil altert die Alterität einfach weiter.
Als Fabian Steinhauer eines morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in der Staatstechtslehrervereinigung in einen gigantischen, gelben VW-Käfer verwandelt.
A propos: Was macht eigentlich der unerbittlich fantastische Peter Glaser? Seitdem ich nicht mehr auf Facebook bin, bekomme ich von zeitgenössischer Literatur kaum mehr etwas mit.