Anlässlich der Geheimdienstaktivitäten äussert sich jüngst auch Buprä Gauck in dem Sinne, dass das alles irgendwie gar nicht ginge, weil sonst der Bürger sein "Freiheitsgefühl" als eingeschränkt erlebe. Mal abgesehen davon, dass dem (Pfaffen, Therapeuten, Esoteriker…) Geschwätz über das Gefühl sowieso viel zu viel Raum gegeben wird, und vergessen wird, dass es eine der eigentlichsten Fähigkeiten des Menschen ist, sich von seinen Gefühlen - wenn nötig - auch dissoziieren zu können, zeigt sich in der Wortwahl eines ganz deutlich: es geht längst nicht mehr um Freiheit oder Freiheitsrechte. Sondern um das höchst subjektive Gefühl von Freiheit, das sich auch einstellt, wenn ich an einem Sommertag in einer Diktatur Cabrio fahre. Oder das Freiheitsgefühl 100te von Fernsehkanälen zur Wahl zu haben. Von dort kann Charlie Sheen ein Lied singen: Als Avatar des bürgerlichen Freiheitsgefühls durfte er sich in 2&1/2man gerieren wie er wollte. Als er das in der Realität versuchte, wiesen ihn Jobverlust und Gerichtsverhandlungen schnell und deutlich darauf hin, wie es um die Freiheit in der Realität bestellt ist. Er wurde ausgetauscht, die Serie läuft weiter. Zum Systemerhalt genügt das Freiheitsgefühl. Nun ist ja Gauck nicht eigentlich ein Spezialist für Freiheit, sondern für Wahnsysteme, und bevor er Sprecher der Republik wurde, verdiente er seinen Lebensunterhalt damit, dass er sich als Sprecher einer ausserirdischen Macht ausgab, deren Anhänger (unabhängig von der jeweiligen inhaltlichen Ausgestaltung des Wahnsystems) extrem pissig werden, wenn sie sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt glauben. Vielleicht kann Gauck deshalb das Eine nicht vom Anderen unterscheiden. Wahnsinnige (idS) tun sich schwer zwischen Realität und Gefühl, Aussen- und Innenwelt zu unterscheiden. Also doch kein Dampfplauderer sondern doch nur Gaga? Mein Gefühl sagt mir…egal. Jedenfalls hat uns die falsche Wortwahl des Herrn Gauck der Wahrheit näher gebracht. Möge ihm dafür, was leider nicht passieren wird, das gleiche Schicksal widerfahren wie seinem Kollegen Köhler, als der aus Versehen einmal Klartext über die Wirtschaftsinteressen Deutschlands redete. Wenn Gauck mag, kann er hinterher, mit einem Therapeuten seiner Wahl, über das Abhandenkommen seines Präsidentschaftsgefühls sprechen. Und ich geh jetzt Cabriofahren.