Der erste Tag ist erfolgreich abgeschlossen – Bis jetzt noch keine Kuchenschlachten
von Sophie Klockenbusch und Veronika Blang
8:23
Es ist der frühe Morgen des zweiten Tages, entsprechend dem zweiten Jahr in Ökoland und Ökologistan, und da das Planspiel erst in einer guten Viertelstunde beginnt, sind die Flure und Räume des Oberstufengebäudes wie leergefegt – bis auf die Redakteure von Rapp-Extra, Frau Weven und natürlich Noah. Frühschicht einlegen, bei einer nicht bewerteten Projektwoche zwei Wochen vor den Ferien? Ich hab keinen Schimmer, warum wir das tun, aber einen Grund wird es haben.
Der erste Tag der Planspielwoche begann mit einer Einführungsveranstaltung in der Aula. Zwar stammte die Flipchart Präsentation aus dem letzten Jahrhundert und niemand war danach viel schlauer war als zuvor, aber in den anschließend Präsentation in den einzelnen Gruppen wurde langsam klar, wie ÖKOWI und WIWAG gespielt werden. Danach begann die Arbeit in den Kleingruppen – in Ökowi die Regierung, die privaten Haushalte, die Kommission Zukunft und, wie auch in Wiwag, die Unternehmen.
„Der Anfang ist schwer, das ist Material ist ziemlich viel“, bestätigt ein Unternehmensmitglied aus der Ökowi-Gruppe Gürtler. Auch ein Mitglied der Regierung ist zufrieden und hofft, dass die nächsten Tage noch mehr Dynamik bekommt. Ist alles so schlecht? Nein. Denn nach den ersten Anlaufschwierigkeiten „wird es besser und macht Spaß.“
Die Planspielwoche lässt uns alle Einblick nehmen in die Funktionsweise von Staatsorganen und wirtschaftlichen Akteuren. Die Unterscheidung zu unserem gewohnten Schulalltag ist enorm. Doch man merkt deutlich, dass fast jeder motiviert ist, und Spaß daran hat, die etwas andere Aufgabe zu bewältigen. Die Arbeit in den Gruppen fördert das Zusammenhaltsgefühl.
Beim gemeinsamen Mittagessen in der Cafeteria, die eine Kantine eines Betriebes simuliert, drehen sich alle Gespräche weiter um die Geschehen des Tages. Es wird diskutiert und neue Taktiken ausgearbeitet. Die Arbeit der Presse wird von außen scharf beobachtet, es werden Bestechungsversuche und Beschwerden eingereicht. Eine richtige Pause gibt es eigentlich gar nicht.
Am Ende des ersten Tages, nach der Parlamentssitzung (Ökowi) beziehungsweise der individuellen Besprechungen in den Kleingruppen von Wiwag, reichen die Akteure ihre Entscheidungen ein.
Und das Ergebnis des ersten Tages? Bis auf ein paar Faulenzer, die nicht gearbeitet haben, oder früher gegangen sind, ist der ganze Jahrgang total erschöpft. Die ungewohnte Arbeit rädert - umso größer ist die Freude, wenn ein Arbeitsschritt erfolgreich abgeschlossen ist. Für die Presse war es ein produktiver Tag – am Ende war die ganze Pressewand mit Artikeln bestückt, auch wenn man sich dadurch nicht nur Freunde gemacht hat.
Wir gucken gespannt auf die ereignisreiche Woche, die noch vor uns liegt.
9:51
Jetzt stehen wir kurz vor der ersten Plenumssitzung des zweiten Tages, in der jede Gruppe ihre Ergebnisse vom Vortag erfahren wird, mit denen sie dann im zweiten Jahr weiterarbeiten muss. Es wird spannend, wie die Entscheidungen vom Vortag sich ausgewirkt haben. Aufgrund der kurzen Zeitspanne des Spiels erhält man schnell Ergebnisse und lernt, darauf zu reagieren. Es zeigt sich, ob wirklich alle auf einer Seite stehen und zusammenhalten, wie es gestern den Anschein hatte, oder ob sich die Konkurrenzen verschärfen und vielleicht sogar Feindschaften bilden.