Wir müssen ungeniert unsere Utopien verfolgen.
Paul Mason: “Postkapitalismus”, S. 367
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Wir müssen ungeniert unsere Utopien verfolgen.
Paul Mason: “Postkapitalismus”, S. 367
So bedauerlich es ist: Die Quelle des Patriotismus ist der Patriotismus.
Paul Mason: “Postkapitalismus”, S. 255
Die alte Sequenz - Massenstreiks, Barrikaden, Arbeiterräte, Herrschaft der Arbeiterklasse - wirkt utopisch in einer Welt, in der die größte Stärke der Arbeiter, die Solidarität, unentschuldigt dem Arbeitsplatz fernbleibt.
Paul Mason: “Postkapitalismus”, S.238
Der wesentliche innere Widerspruch des modernen Kapitalismus ist der zwischen der Möglichkeit kostenloser, im Überfluss vorhandener Allmendeprodukte und einem System von Monopolen, banken und Regierungen, die versuchen, ihre Kontrolle über die Macht und die Informationen aufrechtzuerhalten. Es tobt ein Krieg zwischen Netzwerk und Hierarchie.
Paul Mason: “Postkapitalismus”, S.196
In jeder Deutung der Menschheitsgeschichte muss Platz für die Möglichkeit des Zusammenbruchs sein.
Paul Mason: “Postkapitalismus”, S. 23
Der Robocop wird in den Kampf gegen friedliche Demonstranten geschickt: Taser, Schallkanonen, und Tränengas in Kombination mit Überwachung, Infiltrierung und Desinformation sind zu normalen Werkzeugen der Ordnungskräfte geworden.
Paul Mason: “Postkapitalismus”, S.22
Nicht für die Schule lernen wir, sondern für das Leben nach dem Kapitalismus
me
/14/ 46 Fragen zur nachkapitalistischen Zukunft / Meinhard Creydt
Liebe Maria,
schon wieder eine Rezension auf der Reise und aus dem Gedächtnis - Meinhard Creydts "46 Fragen zur nachkapitalistischen Zukunft" tragen den Untertitel "Erfahrungen, Analysen und Vorschläge". In einer umfangreichen Einleitung leitet er zum Thema hin, die Fragen selbst sind dann thematisch auch noch einmal in Blöcke sortiert.
Was aus den einleitenden Seiten hängenbleibt: Unsere kapitalistische Gesellschaft besteht nur aus Handeln qua Eigeninteresse. Materialismus ist vorausgesetzt und Umweltverschmutzung etwas, das keinesfalls umgangen werden will. Seine die Thesen untermauernden Argumente reichen von a) bis p), beziehen sich aber aus meiner Sicht zu oft nur auf einzelne gesellschaftliche Details, als dass sie das Gesamtbild abbilden.
Innerhalb seiner 46 abghandelten Fragen und den dazugehörigen Antworten geht Creydt von einem dem Kapitalismus überwundenen Ist-Zustand aus und zitiert vor allem eine Bandbreite Philosophen und Denker, die sich an selbigen Thema abgearbeitet haben. In der Hinsicht eine schöne, wenn auch manchmal sehr theoretische Zusammentragung, aber es fehlen die eigenen Erfahrungen, Analysen und Vorschläge (s. Untertitel). Ebenso wirkt die Aufsplittung des Themas in 46 Fragen zum Schluss auf mich ein bisschen zu zusammenhangslos, da die Fragen sich in unterschiedlichem Ausmaß und die Antworten dafür zu detailliert und fragenbezogen, um zum Schluss ein Ganzes Bild der nachkapitalistischen Zukunft zu geben.
Das Bild des Rosinenpickers stellt sich sehr in den Raum. Denn ja, nicht alles läuft im Kapitalismus reibungslos. Ebenso bleibt die durchaus spannende Frage unbeantwortet, wie sich eine Gesellschaft dem Wandel zu seinen nachkapitalistischen Ideen hingeben kann. Ein großes Recherchewerk zu sicherlich wichtigen Fragen, dem ein wenig die Antworten ausgegangen sind.
Liebste Grüße aus dem Zug nach Hildesheim
Franzi
/14/
"Nicht allein um eine andere Verteilung des Kuchens geht es, sondern um einen anderen Kuchen und um eine andere Art des Kuchenbackens." Liebe Franzi, was vom Westfälischen Dampfboot aufgelegt wird kann so verkehrt nicht sein. "46 Fragen zu nachkapitalistischen Zukunft" heißt Creydts Buch, nicht 46 Antworten, 46 Vorschläge. Seine Analyse Richtung gelingt. Als Lösungsansatz taugt sie nicht, die Gedanken mit zu streifen ist trotzdem gut. Den Pessismismus zu den Entwicklungen in der Arbeitswelt, der so weit gestreut wird, teile ich, wie auch Creydt, nicht. Im Gegenteil, wir können uns von Arbeitsinhalten und Produkten befreien, die unsinnig und überflüssig sind, die schlecht produziert werden, um sich selbst zu erhalten. Die neue Arbeit ist sinnstiftend und nachhaltig, anregend, und ermöglicht ein besseres Leben. Alles kann gut werden, jetzt läuft vieles falsch. So weit, so wahr. Wie? Hier bleiben wir im Fragemodus, die Andeutung: Gibt viele gesellschaftliche Gruppen, die Druck erzeugen und schon mal vorausgehen - die gibt es aber schon länger. Ein Durchdiffundieren, meinetwegen, dann so. Das wird lange dauern und unser Problem ist die Trägheit: Es gibt viele gute Lösungsansätze, die wir nicht übernehmen, weil den Status quo zu erhalten einfacher ist. Erst wenns brennt, vielleicht. Letzten Endes gilt ja: Unser Wirtschaftssystem läuft aktuell falsch, aber wir trauen uns nicht grundlegend ran. Genannt sei das in einem Schwung mit der sozialen Sicherung, das noch, bevor wir den globalen Kontext in den Blick nehmen. Viel zu tun also, ein guter erster Ansatz hier. Lass uns weiter machen mit den 46 +++ Antworten. Und da ist er wieder, der Weber Max. Bretter. Viele. Bohren. Dann mal her mit der Bohrmaschine.