Wenn man sich mal das AfD-Geschwätz live anhören (will) und vor dem Saal die Kamera abgeben muss und es dann bei der Eröffnungsrede heißt: “willkommen Presse, wir haben hier nichts zu verbergen.
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@grasgefluester420
Wenn man sich mal das AfD-Geschwätz live anhören (will) und vor dem Saal die Kamera abgeben muss und es dann bei der Eröffnungsrede heißt: “willkommen Presse, wir haben hier nichts zu verbergen.
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Kein Sieg ohne Niederlage
Nicht für die Schule lernen wir, sondern für das Leben nach dem Kapitalismus
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20 EIS AM STIEL, BITTE!
Es gibt Tage, da kifft man in kleiner Runde, an anderen in großer Runde, an wieder anderen Tagen lässt man es sein. An manchen Tagen ist man kreativ wie nie, an anderen Netflix und Chill. An manchen Tagen geht man raus und stellt die Welt auf den Kopf, an anderen hängt man im Bett oder auf der Couch und lässt sich höchstens vom grummelnden Magen in die Küche lotsen.
Zum Thema in die Küche lotsen fällt mir neben meiner Freundin auf jeden Fall auch mein kuschelbäriger Freund Johann ein. Letzten Sommer war so eine „Fressorgie“ angesagt. Ich weiß nicht mehr, welcher Monat das war, aber es war das Halbfinale der Fußball-EM – damals in Frankreich. Einen oder zwei Tage vorher haben wir uns in einer kuschligen Runde bei Johann eingenistet, waren vielleicht zu fünft oder zu sechst. Zu Johann sind wir immer gerne gefahren. Wenn seine Family verreist war und er sturmfrei geschoben hat, haben wir dann das Riesenhaus okkupiert. Das war immer wie Urlaub, da direkt in Deutschlands schönster Schweiz gelegen. Urlaub auf dem Lande! Da die meisten von uns einen längeren Anfahrtsweg hatten, sind wir dann immer über Nacht geblieben und haben diese zum Tag gemacht. Immer schön Lunte gezündet, gut gekocht und gegessen und viel Spaß gehabt. Bei Indiemukke und Mate.
An jenem Länderspielabend sind wir jedoch nur zu zweit in der Casa mit den 1000 Zimmern. Pustekuchen! Johanns mittelgroße Geschwister, also die jüngeren mittelalten Zwillingsgeschwister, sind auch da und haben großzügig zum Public Viewing auf der herrlichen Terrasse eingeladen. Na toll, Plan A geht also erst mal baden. [Plan A = Pizza essen + Fußball gucken auf der Terrasse]. Also Plan B. Wobei, das klingt jetzt so aufregend, im Prinzip ziehen wir einfach von der Terrasse ins Wohnzimmer im Erdgeschoss. Zum Fußballgucken dann. Plan P wie Pizza steht aber natürlich trotzdem noch auf der Agenda. Also: Schön den Teig meterhoch belegen und vor allem den 4-Käsegrundsatz beachten. Dann irgendwann ab in den Ofen und die Backzeit für eine genüssliche „Cannabis-Zigarette“ nutzen. Ich glaube, damals schon pur. Jedenfalls schön dick und saftig gedreht, soll ja auch pfeffern zur Feier des Tages. Und während ich noch versuche, mein High zu analysieren, mischt sich zum knurrenden Magen auch schon das liebliche Geräusch des Timers hinzu. Sauber, Pizza ist fertig. Besonderes Extra: Überbackener Camembert, überall auf der Pizza verteilt. Kann ich nur weiterempfehlen! Jedenfalls haben wir einen Bärenhunger. Die Grassorte war meiner Erinnerung nach Jack Herer, davon hatte ich immer gut Hunger bekommen :D.
Wir fläzen uns zum Fußball auf die Couch (Fläzen: „schwaches Verb – in nachlässiger Haltung halb sitzen, halb liegen; sich halb setzen, halb legen; sich hinlümmeln, -flegeln„). Das Gras macht schon ordentlich high, damit einher geht aber auch mein größer werdendes Desinteresse für das Halbfinale Deutschland – Frankreich. Konzentration dafür auf meine kulinarischen Fertigkeiten. Noch ein paar weitere maschinell panierte Camembert in das heiße Fett gelegt und gewendet und unsere Stoner-fressflash-Diabetes-kenn-ich-nicht-Herzen freuen sich wieder wahnsinnig. Herrlich. Nächstes Highlight ist dann die Halbzeitpause (oder war das schon vor dem Spiel?… lange her). Die Mädels von Johanns Geschwistern sind richtig patriotisch drauf, schön die Fahne auf der Backe (oder war es die Wange?) und die andere Fahne in der Hand. Schwarz-rot-goldene Hawaiikette (ist das schon typisch deutsch?) auf weißem Grund – als modernes Mädchen von Welt hat man scheinbar ein Trikot der Mannschaft im begehbaren Kleiderschrank. Das alles ist für mich taggenden Weltverbesserer und bekennenden Pegidahasser natürlich ein gefundenes Fressen, um mal ein bisschen Stimmung zu machen. Und mit Johann hab ich zum Glück einen vertrauten Verbündeten an Board. Also gehen wir flugs auf die Brücke von der Haustür zur Terrasse, von der man herrlich auf die grillende Gemeinde im Garten runtergucken kann, und zünden demonstrativ zwei Autofahnen in den bekannten Farben an. Der Kunststoff wird zu langen Kunststofffetzen geschmolzen und die ganze Sache ist echt eklig. Aber wie kann man denn sonst noch zivilen Ungehorsam zeigen, in Zeiten, in denen man für jeden Bumms vor die Herren in der schwarzen Robe geladen wird?
Dazu muss ich sagen: Wir sind natürlich auch für einen Halbfinal-Erfolg der Mannschaft, aber man kann es IMHO auch übertreiben (Stichwort Gartenparty). Mich interessiert das Ergebnis in meinem Zustand jedenfalls nur einen feuchten Dreck, die Camemberts sind nach wie vor Top(ic) N°1. Nachdem wir also kurz bereden, dass die EM dann wohl für Deutschland gelaufen ist, geht es ab in Richtung Bett. Natürlich nicht ohne einen Umweg in den Keller! Denn dort warten in der XXXXL-Kühltruhe 20 Eis am Stiel. Solche „Finger“, mit Schokolade überzogen. Das Beste daran: 20 Eis / 2 Personen = 10 Eis für jeden!
Johann hat als Krönung natürlich ein Zimmer mit eigenem Balkon. Und der Sternenhimmel zeigt sich in seiner ganzen Pracht. Die Nacht ist lau. In der Ferne singt die Nachtigall…. Nein, im Ernst! Es ist eine sehr „romantische“ Nacht, jedenfalls von den Umweltbedingungen her. Also: Matratze auf den Balkon gehievt und eine Bromance gestartet. Oder fortgeführt ;)? Wir haben zum Zeitpunkt noch was zum rauchen. Also: Nichts verkomme lasse! Aufrauche. *Ich hasse schwäbisch.* Die Füße unter die Bettdecke gekuschelt und oben rum von einem warmen Pullover gewärmt folgen Gespräche über dies und das und Gott und die Welt und dabei leert sich die Eisschachtel unaufhaltsam. Kurz darauf und knapp bevor ich die Welt so begreife, wie Faust sie nie begriffen hat, falle ich, wahrscheinlich mit einem Eis in der Hand, in einen tiefen Schlaf.
Und während neben mir das letzte Eis im Karton schmilzt, singt um mich die Nachtigall. Und 1000 Sterne leuchten vom Firmament.
deutscher Blog zum Thema Cannabis mit vielen liebevollen Grasgeschichten
www.grasgeflüster.de