4.5.2017
Über die fragmentarische Natur moderner Streamingdienste am Beispiel einer wirklich ernsthaft gedruckten Fernsehzeitung
In der Techniktagebuchredaktion diskutieren wir über die Unterschiede von Streamingangeboten für Film und Musik. Ausgangspunkt ist dieser Post von André, in dem er sagt, dass Musik am besten digital erschlossen ist, danach kommt Film, dann Bücher. Andere Leute sind anderer Meinung.
Ich glaube auch, dass es zumindest im abobasierten Streamingbereich (man zahlt monatlich, hat dann aber auch Zugriff auf alles) bei Musik am egalsten ist, bei welchem Anbieter man sein Konto hat, während es bei Bewegtbildinhalten eben schon einen Unterschied macht, ob ich bei Netflix oder bei Amazon Prime (oder bei Maxdome oder bei Sky) angemeldet bin.
Als Beispiel führe ich einen neuen Teil unserer Fernsehzeitung an, in dem sehr anbieterbasiert die neuesten Angebote und Eigenproduktionen aufgeführt sind.
Kathrin kann sich nicht nur schwer etwas darunter vorstellen, sie ist auch irritiert, dass es überhaupt noch Menschen gibt, die eine Fernsehzeitung zu Hause haben. Ich habe ungefähr seit 1994 eigentlich immer eine Fernsehzeitung, die ich erst jahrelang gekauft und seit einigen Jahren im Abo habe. Zwischenzeitlich, in der Peakzeit meiner Videoaufnahmesucht (das Techniktagebuch berichtete), hatte ich sogar zwei Fernsehzeitungen, um wirklich ganz sicher nichts zu verpassen.
Seit einiger Zeit gibt es nun in der Fernsehzeitung neben den aktuellen Kinofilmstarts, DVD- und BluRay-Erscheinungen und neuen Musikalben auch auf zwei oder drei Seiten Hinweise zum Programm von Video-on-Demand-Diensten. Zu den Höhepunkten gibt es kleine Texte und kurze Interviews, in der rechten Ecke steht dabei immer hilfreich der Dienst, auf dem man das beworbene Format angucken kann. Unten gibt es dann in Kurzform noch mal zu den vier wichtigsten (oder von den Fernsehzeitungsmachern am wichtigsten empfundenen) Diensten eine Auswahl an neuen Serien und Filmen. Alles in allem sieht das dann so aus:
Beispiel aus der TV Today
Meine Fernsehzeitung ist also jetzt noch hilfreicher als vorher und arbeitet schwer daran, nicht obsolet zu werden. Aber, na ja, ich gucke ja auch “Aktenzeichen XY”, an mir wird es sowieso nicht liegen, wenn das lineare Fernsehen zugrunde geht.
(Anne Schüßler)













