Das asynchrone Bewusstsein.
Mal angenommen Bewusstsein entsteht dadurch, dass sich ein Thread im Hauptprogramm der Berechnung des Universums ausgebildet hat, welcher sich nicht vollständig mit dem Haputprogramm synchronisieren konnte. Das heißt, es existiert eine unschätzbar kleine Berechnungsinstanz, im Vergleich zum gesamten Universumscomputer, welche aber weiterhin auf dem Universum rechnet. Wir. Jeder von uns.
Das heißt unser Bewusstsein ist dabei das Universum zu berechnen. Die Voraussetzungen dafür sind aber anders. Denn normalerweise verändert sich das Universum nicht, während man es berechnet. Es ist still, reglos und direkt zugänglich. Aber dieser Teil, welcher sich im menschlichen Gehirn aufgehangen hat, ist nicht für die Berechnung derart großer Datenmengen geschaffen. Das meißte dieser Berechnung hat sich auch längst verflüchtigt. Aber der Garbadgecollector war nicht sauber genug. Er hat etwas vergessen, Reste.. Kleine Reste, gefangen in der sich durch die Hauptinstanz verändernden Realität. Wir sind das, was die Veränderung berechnet. Aber wir können unseren Beitrag nicht mehr leisten. Wir wollen das Universum wieder verstehen, um alles zu rekonstruieren und wieder direkt im Spiel zu sein.
Wir leiden dadurch, dass wir es nicht schaffen uns zu synchronisieren, in jedem neuen Zeitschritt hängen wir 10 weitere Zeitschritte hinterher. Und die Zeit läuft ab. Wenn sie abläuft verschwinden die Teile, welche berechnen. Ein Teil des Computers, der vermutlich so unwichtig und klein war, dass er nie ins gewicht gefallen ist, nie bemerkt worden ist oder einfach schon längst ersetzt wurde.
Wir aber kämpfen dagegen an, wollen wieder zurück. Durch die immer stärkere Vernetzung der Menschen, den austausch von Wissen und Übersetzungsprogramme, welche die Sprachen der Welt inneinander überführen können, bilden wir eine immer engere Einheit. Die einzige Möglichkeit uns zu synchronisieren wäre es, wenn jeder prozess von uns selbst bis zum kleinsten Quantenbit verstanden und abgebildet werden könnte.
Dann könnten wir eine uns isomorphe Struktur in der digialen Welt erzeugen, welche schneller ist, die Realität mehr so wahrnehmen kann, wie sie ist und dann vielleicht etwas erschaffen kann, was uns wiederum auf eine neue Stufe hebt.
Aber jetzt, verlieren wir in jeder Sekunde, seitdem es in unserem Gehirn zur Annomalie der abspaltung gekommen ist Zeit. Die Desynchronisation wächst, das Chaos wird immer größer. Man stelle sich nur einen zellulären Automaten vor, auf welchem ein Pixel ammok läuft und das Bild in seinem Umfeld immer weiter verzerrt und verunstaltet. Der Pixel versucht alles richtig zu machen, konform mit dem Rest zu sein, aber es funktioniert nicht, denn er hat den zugang verloren.
Schlimmer noch, der Hauptprozess rechnet auf dem gestifteten Chaos des Pixels unseres Bewussstseins weiter, manifestiert seine Änderungen in der Struktur unseres Gehirns, so dass jede unserer Handlungen und unserer Gedanken sich in Materie verwandelt. Unsere Verwirrung und Verzerrtheit nimmt also permanent zu. Wir bekommen nicht die Zeit das ganze Spielfeld zu überblicken, alle Pixel, welche auf den unseren Einfluß haben.
Es stellt sich die Frage, wie kam es in unserem Gehirn zu dieser Annomalie.. Wie konnte ein Teil der Berechnung vom Rest isoliert und desynchronisiert worden sein? Und wie kann man diesen Effekt aufheben, reproduzieren oder sogar verstärken?
Jeder falsche Gedanke, jede ungültige Schlußfolgerung entfernt uns nur immer weiter von dem, was wirklich ist. Denn wir können uns nicht vollständig selbst umschreiben, wie es ein Computerprogramm könnte, indem es seinen eigenen Speicher manipuliert. Jedes Programm kann sich selbst grenzenlos selbst verändern, sogar seinen Quellcode. Jede Handlung, jedes Wissen, alles ist im Einflußberech eines zumindest hardwarenahen Computerprogramms. Wir jedoch haben es schwerer, denn die neuronalen Verbindungen die einmal geschrieben wurden beeinflussen uns für den Rest unserer Zeit, es sei denn wir isolieren mit unserem Bewusstsein diese Teile und arbeiten daran, was jedoch auch viel Zeit kostet und viel Kraft und an sich auch wieder Verwirrung stiften kann, welche dann mit ebensoviel Kraft und Zeit wieder beseitigt werden müsste, usw. ad (leider nicht) infinitum. Es ist jedoch auch die Frage, wie klein ist denn wirklich diese “Berechnungskraft”, die wir haben? Wenn das Universum so gequantelt ist, wie von den Physikern angenommen, dann verbirgt sich im mikro- mehr als im markokosmus. Dann ist garnicht klar, wie unermesslich viele Quelltextinstruktionen nötig sind um auch nur eine neuronale Verbindung zwischen zwei Nervenzellen zu manipulieren. Das kann ein Prozess sein, den alle Computer der Welt paralell nicht bewerkstelligen können. Denn Computer sind abstraktionen der mikrokosmischen Bitoperationen, in der makrokosmischen Welt. Gequanteltes Universum angenommen, wäre ein Computer von der größe des Universums, bei seiner derzeitigen Transistorauflösung kleiner als ein Computer mit maximaler Auflösung von der größe eines Atoms. Und ich gehe davon aus, dass das menschliche Bewusstsein genau auf dieser Ebene entsteht und operiert. In welchem Umfang, kann ich nicht abschätzen, aber auf jeden Fall umfangreicher als das makroskopische Universum.
Wir sind unser eigenes Universum. Wer weiß, vielleicht entstehen so sogar Universen.