Steinzeit
Stein weise weilt
Reifezeit
Arbeit Steine pfeilt
Freiheit?
Eifer entweiht Zeit
Steinsein
Heilt
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Steinzeit
Stein weise weilt
Reifezeit
Arbeit Steine pfeilt
Freiheit?
Eifer entweiht Zeit
Steinsein
Heilt
„Amen“, sagte der Priester.
„Taufen wir sie doch ohne Namen -
Wer weiß schon, wer die Vorfahren waren.“
Und sie waren ja auch nicht da, doch dann:
Zwischen geschürzten Lippen und runzliger Stirn
Eine zitternde Nase, aus der Rotz und Wasser rann.
Und die Putzfrau, die ihren Lappen nahm,
Beflissen ins Taufbecken tränkte und dann
Liebevoll über das rote Gesichtchen strich,
So dass des Paters Pathos einer Regung wich:
Nach dieser Frau nannte er das Kind Irene,
Die mit guter Hand in Frieden lebt,
Seit ein zarter Moment
Mit einem Namen
an ihr klebt.
Vor meinem Himmelstor liegt eingerollt die Königstochter -
diese Zeile kam mir bei dem Stichwort „Königstochter“ ohne Einladung in den Sinn. Für dieses Werk werde ich noch einen Moment brauchen…
Danke @montagsgedicht für die Fülle, die wöchentlich mit euren Stichworten in mein Leben tritt
Im Baumarkt
Ich möchte den Bohrer zurückgeben;
Mir fehlt die Kraft, ihn zu bewegen.
Er führt mich ohne Unterlass in Regionen,
In denen alte Gespenster wohnen.
Und ist die Bohrung erst in Gang,
So dauert es nicht lang:
Hitze, Funken, schwarzer Rauch
Sorry, das war echt ein schlechter Kauf.
Ne Gutschrift wäre nett…
Oder hätten Sie vielleicht ein dünnes Brett?
Der Stürmer stand still
Es rannte nur sein Schatten
Über ihn ins Ziel
Die Welt ist möglich und nicht anschaulich, so wie wir sie sehen.
Wir könnten ebenso im Nirwana stehen.
Wenn wir den Moment beim Schopfe ergreifen, der uns stört,
Ist das womöglich das Ehrlichste, was wir denken können,
Weil es nicht zu uns gehört.
Das Ladekabel
Stromschnelle Lichtgeschwindigkeit Leere, die nach neuem Futter schreit Alles muss ungestört in mich fließen Stille soll nicht wie Unkraut sprießen Traue nicht dem Bodenlosen Ernähre mich aus vollen Dosen Gedanken vibrieren in den Hosen Überall warten rote Rosen Muss sie nur mit Input locken Auf dem Sofa, kalte Füße, dicke Socken Ladekabel, Dealer für das Glück Wenn der Strom das Handeln überbrückt Und immer neue Impulse schickt Die uns glauben machen, dass wir leben Wenn wir unantastbar am Bildschirm kleben Heute habe ich mein Ladekabel vergraben In einer fremden Stadt Bin weggerannt ohne den Standort zu finden Auf meinem Handy ohne Saft Und begann mich ohne Kabel zu verbinden Mit Menschen, die ich traf Es war sehr ungewohnt und nicht gewöhnlich Ich fühlte mich wie ein kleines Kind Das durch eine kalte Welt mit heißem Herzen schlich Und als ich dem Moment durch die Haare strich Ergriff mich ein tiefer und realer Schrecken Ich konnte mich nirgendwo verstecken Denn ich ahnte, dass es mich nicht gäbe Wenn ich ab jetzt ohne Ladekabel lebe Da weinte ich bitterlich inmitten einer Welt Die ein unersättlicher Dealer am Leben erhält Denn selbst wenn ich schöne Dinge erlebte Verlor ich sie, weil ich nicht am Bildschirm klebte Ich wusste nicht, was mich erwartet Hatte ohne Ziel die Unabhängigkeit gestartet Und beschloss meine Verfassung zu studieren Um nicht den Verstand zu verlieren Ich entdeckte ein Land, in dem ich viel Kabelloses fand, von dem ich bisher dachte, dass es mir mein Handy brachte. Und ich liebte mein Vermögen, konnte mich mit ihm auf mein Sofa legen und entspannen ohne Strom und Ladepannen. Und schlussendlich fiel mir ein: ich könnte unabhängig auch mit Kabel wieder glücklich sein. Ob ich’s mache, weiß ich noch nicht, habe viel zu tun, jetzt wo all die bequemen Helfer mit dem Kabel im namenlosen Grabe ruhen…
Wenn mein Herz auch ein zartes Vöglein wär‘
So würde es doch singend in knirschende Turbinen fliegen,
Und während die mit blinder Kraft Federn, Blut und Knochen kriegen,
Geraten Stromschnellen in ein erstarrtes Meer!