Ich spürte sogleich, dass alte Zargen aus jeder dunklen Ecke meines Erdenlebens ragen…
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@rikes-lyrics
Ich spürte sogleich, dass alte Zargen aus jeder dunklen Ecke meines Erdenlebens ragen…
Nochmal Montagsgedicht, weil der Montag ohne Gedicht sich selbst nicht mehr erkennt und denkt, ich habe die geschenkte Stunde verpennt, die mich stets am Wochenende bereits erinnert, dass Poesie in jedem Anfang stecken kann und sei es nur der Wochenanfang. Und wie kurios, fröhlich, traurig, exzentrisch, still, romantisch, gediegen, ach und vieles mehr sind Worte, die sich auf ein Stichwort finden und das Kamel an die Laterne binden. Ja, es ist ein schöner Flirt mit dem Moment, in dem man sich ins Ungeplante verrennt und das dann an die Pinnwand pinnt. Nochmal Montagsgedicht und danke für das eloquente Eselsohr in einem offenen Buch 🌻
Zug rast dran entlang,
Als ob sie gar nichts gelte.
An ihre Bedeutung erinnert sodann
Des Schaffners laute Schelte.
Memo-Pic der Show von Jehnny Beth in D-dorf. Das ging so richtig unter die Haut.
See more: https://youtu.be/sUQCBCJkG5Y?is=6uYY1GNZFGxQqHtq
Sich in geschlossenen Kreisen stören lassen, krassen Wellen Luft verschaffen, Leben aus den Tiefen schrauben, Saft aus vollen Trauben klauben, den Mittelpunkt recht eigentlich erschüttern, flache Hand in glatte Flächen schlagen, zittern, Herz auswringen bis es endlich trommelt wie dein eigenes Omen, toben, toben, toben, exzentrisch Veränderung feiern, die im Strudel des Gefühls in deine Mitte fallen will.
ZWEIFEL
Blauer Himmel wiegt ein Meer aus Ähren, die im Wind sich neigen
Ich sehe Vögel wie zufällige Pinselstriche ins Blaue steigen
Es ist als könnten sie mir im schönen Einerlei neue Möglichkeiten zeigen
Seid ihr das da oben?
Ich betrachte, ohne mich zu regen
Zweifel beginnen ihre dünnen Finger an meine Lider zu legen, und ich starre still, während Träume sich in meiner Brust wie ängstliche Vögel bewegen
Und beim Betrachten des Ganzen wird mir klar:
Es ist deine Kunst und sie ist wahr
Immer aufs Neue nehme ich den Vogel in meiner Brust und werfe ihn ins Weite, wo er frei den Himmel mit seinen Federn streicht
Erkläre mich zur Künstlerin!
Jetzt macht die Sache Sinn
Und einfach schön muss diese Kunst nicht sein, sie darf auch weinen oder schrei’n
Sie ist kein Plan, kein Ritter oder Retter, sie ist unberechenbar wie Wind & Wetter
In ihr ist alles und das lockt den Zweifel, doch keine Angst, er ist ein Getriebe, und er packt an, was ohne ihn auf immer liegen bliebe
Vor meinem Himmelstor liegt eingerollt die Königstochter -
diese Zeile kam mir bei dem Stichwort „Königstochter“ ohne Einladung in den Sinn. Für dieses Werk werde ich noch einen Moment brauchen…
Danke @montagsgedicht für die Fülle, die wöchentlich mit euren Stichworten in mein Leben tritt
„Amen“, sagte der Priester.
„Taufen wir sie doch ohne Namen -
Wer weiß schon, wer die Vorfahren waren.“
Und sie waren ja auch nicht da, doch dann:
Zwischen geschürzten Lippen und runzliger Stirn
Eine zitternde Nase, aus der Rotz und Wasser rann.
Und die Putzfrau, die ihren Lappen nahm,
Beflissen ins Taufbecken tränkte und dann
Liebevoll über das rote Gesichtchen strich,
So dass des Paters Pathos einer Regung wich:
Nach dieser Frau nannte er das Kind Irene,
Die mit guter Hand in Frieden lebt,
Seit ein zarter Moment
Mit einem Namen
an ihr klebt.
unreachable
more
your distortion zones
last ember
figures further
each blur of they incremental
every human
sky distanced
untouchable
What matters is not so much the end we reach as our manner of reaching it…
Virginia Woolf
Im Baumarkt
Ich möchte den Bohrer zurückgeben;
Mir fehlt die Kraft, ihn zu bewegen.
Er führt mich ohne Unterlass in Regionen,
In denen alte Gespenster wohnen.
Und ist die Bohrung erst in Gang,
So dauert es nicht lang:
Hitze, Funken, schwarzer Rauch
Sorry, das war echt ein schlechter Kauf.
Ne Gutschrift wäre nett…
Oder hätten Sie vielleicht ein dünnes Brett?
"The death of human empathy is one of the earliest and most telling signs of a culture about to fall into barbarism." - Hannah Arendt.
Steinzeit
Stein weise weilt
Reifezeit
Arbeit Steine pfeilt
Freiheit?
Eifer entweiht Zeit
Steinsein
Heilt
Time to put the silicon obsession down … you were never an island
A Perfect Cercle, Desillusioned
Heute habe ich dich aufgegabelt in der dunkelsten Ecke der Stadt aus tanzenden Spaghettis.
Du bliebst an meiner Gabel kleben, als wärst du scharf auf mein Leben.
Und als ich zubeißen wollte, ging deine akustische Rückwärtsfahrwarnung an.
Jetzt weiß ich aber nicht, was ich noch erwarten kann….
….Und fange einfach von vorne an.
Der Beutelschneider
Klöppelt flink
K u l t u r b e u t e l
.
(fast wie neu)
(und so nachhaltig)
Das Ladekabel
Stromschnelle Lichtgeschwindigkeit Leere, die nach neuem Futter schreit Alles muss ungestört in mich fließen Stille soll nicht wie Unkraut sprießen Traue nicht dem Bodenlosen Ernähre mich aus vollen Dosen Gedanken vibrieren in den Hosen Überall warten rote Rosen Muss sie nur mit Input locken Auf dem Sofa, kalte Füße, dicke Socken Ladekabel, Dealer für das Glück Wenn der Strom das Handeln überbrückt Und immer neue Impulse schickt Die uns glauben machen, dass wir leben Wenn wir unantastbar am Bildschirm kleben Heute habe ich mein Ladekabel vergraben In einer fremden Stadt Bin weggerannt ohne den Standort zu finden Auf meinem Handy ohne Saft Und begann mich ohne Kabel zu verbinden Mit Menschen, die ich traf Es war sehr ungewohnt und nicht gewöhnlich Ich fühlte mich wie ein kleines Kind Das durch eine kalte Welt mit heißem Herzen schlich Und als ich dem Moment durch die Haare strich Ergriff mich ein tiefer und realer Schrecken Ich konnte mich nirgendwo verstecken Denn ich ahnte, dass es mich nicht gäbe Wenn ich ab jetzt ohne Ladekabel lebe Da weinte ich bitterlich inmitten einer Welt Die ein unersättlicher Dealer am Leben erhält Denn selbst wenn ich schöne Dinge erlebte Verlor ich sie, weil ich nicht am Bildschirm klebte Ich wusste nicht, was mich erwartet Hatte ohne Ziel die Unabhängigkeit gestartet Und beschloss meine Verfassung zu studieren Um nicht den Verstand zu verlieren Ich entdeckte ein Land, in dem ich viel Kabelloses fand, von dem ich bisher dachte, dass es mir mein Handy brachte. Und ich liebte mein Vermögen, konnte mich mit ihm auf mein Sofa legen und entspannen ohne Strom und Ladepannen. Und schlussendlich fiel mir ein: ich könnte unabhängig auch mit Kabel wieder glücklich sein. Ob ich’s mache, weiß ich noch nicht, habe viel zu tun, jetzt wo all die bequemen Helfer mit dem Kabel im namenlosen Grabe ruhen…