Zum Teil tritt aber auch der kulturelle Hintergrund eines Vortragenden in Erscheinung, der sich bemüht, lexikalische oder Konzeptstrukturen seines Ursprungslandes auf die Vortragssprache zu übertragen. Insbesondere Redner mit romanischen Muttersprachen neigen dazu, ihrem Konferenz-Englisch stilblütenartige Differenzierungsversuche aufzunötigen. Der Konferenzdolmetscher befindet sich hierbei in einem Dilemma: Domestiziert er pragmatisch die erkannte romanischen Konzepte in die angelsächsische und anschließend etwa in die deutsche Konzeptwelt oder bemüht er sich womöglich kreolisierend (K.-H. Stoll 2005) um Lokalkolorit bei der Übertragung etwa der eigenwilligen romano-englischen Metaphorik?
Stoll, Christoph (2009) Jenseits simultanfähiger Terminologiesysteme. Trier: WVT. p.55.












