Nach längerer Pause bin ich wieder mal als Schöffin ins Münchner Amtsgericht geladen. Zu den Hygienemaßnahmen gehören Plexiglasscheiben zwischen allen Plätzen auf der Richterbank, Schutzscheiben um den Platz der Staatsanwaltschaft, des Angeklagten, seines Verteidigers. Die Richterin hat zudem das durchgehende Tragen von FFP2-Masken angeordnet.
Der Angeklagte spricht kein Deutsch, deshalb nimmt eine Dolmetscherin an der Verhandlung teil. In Verhandlungen vor März 2020, also vor Ausbruch der Covid-19-Pandemie, saß die Dolmetscherin immer neben dem Angeklagten und murmelte ihre Übersetzung an ihn hin. Diese körperliche Nähe ist derzeit ein zu hohes Risiko, deshalb sind Angeklagter und Dolmetscherin per Funk verbunden: Der Angeklagte trägt einen kleinen Kopfhörer und ein Empfangskästlein, die Dolmetscherin sitzt in der vordersten Zuhörerreihe und spricht in ein kleines Mikrophon. Die Lösung erinnert mich an die Technik, die ich von heutigen Stadtführungen kenne.
Durch die Mund-Nase-Masken sind Richterin, Staatsanwältin und Angeklagter allerdings nur schwer verständlich. Bald setzt sich die Dolmetscherin näher heran, und zwar auf den Platz, der eigentlich Zeugenaussagen vorbehalten ist.
Lingual Consultancy Services (LC) ist ein global vernetztes Übersetzungsunternehmen mit Büros in Berlin (Deutschland), Gurgaon (Indien), Paris (Frankreich), Boston (USA) und Yangon (Myanmar). LC bietet Übersetzung, Transkription, Dolmetschen, Untertitelung, Synchronisation, Voiceover, Softwarelokalisierung, Website-Lokalisierung, App-Lokalisierung, Sprachschulungen für Unternehmen, Sprachbewertung und andere kundenspezifische Sprachdienstleistungen an. LC gehört zu einem der führenden Unternehmen in der Sprachdienstleistungsbranche mit einem Netzwerk aus mehr als 16 000 Übersetzern, Transkribierern, Dolmetschern und professionellen Sprechern aus der ganzen Welt.
Als ein erstklassiges Übersetzungsbüro in Deutschland leistet LC Übersetzungsdienste in mehr als 250 Sprachen, einschließlich der wichtigsten europäischen, lateinamerikanischen, indischen und afrikanischen Sprachen.
Der Betreiber des UEPO gräbt immer wieder spannende Artikel aus der Vergangenheit aus. Was mir in der Überschrift aufgefallen ist: Offenbar hat man schon im Jahr 1889 “linguistisch” gesagt, wenn “sprachlich” gemeint war. Ich habe das immer für eine Unschärfe der heutigen Zeit gehalten (für mich bedeutet “linguistisch” “auf die Wissenschaft Linguistik / synchrone Sprachwissenschaft bezogen”).
Ingeborg Kuhl de Solano
Zwischen Knast und Staatsempfang
Aus dem spannenden Leben einer Dolmetscherin und Übersetzerin
200 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-95716-338-7, E-Book ISBN 978-3-95716-357-8
Preis 19,90 € E-Book 9,99 €
Im Dienste der Verständigung – Eine Dolmetscherin erzählt
Ingeborg Kuhl de Solano schreibt in „Zwischen Knast und Staatsempfang“ über ihr Berufsleben als Dolmetscherin und…
Hi! Ich hab schon öfter gesehen, dass du nicht sooo viel von Berufsverbänden hältst. Jedes Mal, wenn Universitas (Österreich) ihre Vorträge etc postet und ich die Preise sehe, denke ich mir so... ist es das wirklich wert? Bin noch im Studium, aber inzwischen nicht mehr so überzeugt, dass ich danach dann Mitglied werden will, weil für 130€ kann ich halt schon viel anderes kaufen.. aber ich weiß auch nicht, ob es ohne Verifizierung schwerer ist, Klienten zu finden? uuuugh
Hi 😊
Ich weiß, ich beschwere mich hier und auf meinem Übersetzungs/Dolmetsch-Sideblog @lost-in-interpreting gerne über den BDÜ/VKD, aber das ist auch spezifisch bezogen auf den BDÜ/VKD und heißt nicht, dass ich Berufsverbände allgemein schlecht finde.
Zu meinem persönlichen Issues (TM) mit dem BDÜ/VKD hab ich auf meinem Sideblog mal einen längeren Rant geschrieben, den du hier lesen kannst falls er dich interessiert:
@eragonika (the tagging system isn't working again, goddamnit Tumblr) I don't know anything about scholarships, to be honest. I never stumbl
Aber TLDR von dem Post ist ich bin kein Riesen-Fan von dem BDÜ/VKD, weil sie aufgrund der hohen Beitritts- und Mitgliedschaftskosten (552€ Mitgliedschaftsbeitrag für beide Verbände und mit Beitrittskosten im ersten Jahr 674€) und der trotz Mitgliederrabatt immer noch teuren Veranstaltungen einem ziemlich elitären und ehrlich gesagt etwas klassistischen Eindruck machen und Berufseinsteigern, die keine Eltern mit genügend Geld haben, so den Berufseinstieg schwer machen. Und weil ich für meinen Mitgliedsbeitrag selber fast nix bekommen würde. Zu ihren Gunsten muss ich aber auch sagen, dass man manche Dinge nicht direkt mitbekommt, wie zum Beispiel die Lobbyarbeit, die sie betreiben (u.A. aktuell in der Corona-Krise für staatliche Unterstützung für Selbstständige). Anyway, mehr Details im verlinkten Post oben.
Meine Kritik am BDÜ/VKD heißt jetzt aber nicht, dass ich alle Berufsverbände mies finde. Über UNIVERSITAS weiß ich jetzt zum Beispiel gar nichts, weswegen ich zu dem Berufsverband und dem Preis-Leistungs-Verhältnis, das er dir bietet, nichts sagen kann. Mit 130€ ist er auf jeden Fall preislich im Mittelfeld, würde ich sagen (Ich meine, für das Geld, das es kostet BDÜ und VKD beizutreten, kannst du 5 Jahre UNIVERSITAS-Mitglied sein und hast noch 25€ übrig).
Ich bin selber Mitglied in einem Berufsverband, dem Chartered Institute of Linguists (CIOL), einem britischen Verband. Und zwar, weil ich der Meinung bin, das er mir ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Die Mitgliedschaft kostet mich 90£ im Jahr und dafür bekomme ich einen monatlichen Newsletter, ein Abo der Fachzeitschrift des Verbands, gratis Webinare, Rabatte bei Partnerverbänden (wie dem BDÜ, lol *Telemarketer Voice* “Der BDÜ hasst diesen Trick”), ich darf das CIOL-Logo auf meinen Visitenkarten/professionellen sozialen Medien verwenden und bin in der Übersetzer-Datenbank des Verbands gelistet. Um neue Kunden zu gewinnen nutzt mir diese Mitgliedschaft aber nicht viel, da der Verband wie gesagt ein britischer Verband ist und ich in Süddeutschland bin, aber dessen bin ich mir durchaus bewusst und das interessiert mich momentan auch nicht, da ich gerade nicht selbstständig tätig bin. Dafür wäre ein lokaler(er) Verband wahrscheinlich besser, aber auch hierfür gibt es Alternativen/zusätzliche Möglichkeiten, wie beispielsweise die Datenbank der Justizdolmetscher und -Übersetzer, in die man eingetragen wird, wenn man sich gerichtlich beeidigen lässt. Was der BDÜ mir persönlich im Vergleich zum CIOL bietet, ist aber relativ wenig (trotz fünfmal so hoher Kosten)- ich wäre wieder in der Datenbank gelistet und dürfte das Logo auf Visitenkarten etc verwenden und ich glaub ich würde vierteljährlich ne Fachzeitschrift bekommen und könnte zu ein paar Networking-Dinnern gehen, aber das wars auch schon; alles andere kostet wieder extra (den Mitglieder-Rabatt für ihre Events würde man auch noch bekommen, aber den hab ich ja schon durch das CIOL). Allerdings ist eine Bekannte von mir auch letztes Jahr dem BDÜ beigetreten und hat gemeint es lohne sich wegen dem Mentoring-Programm, also es gibt auch andere Meinungen.
Grundsätzlich würde ich mir bei Berufsverbänden immer das Preis-Leistungs-Verhältnis anschauen, also was sie dir als Mitglied für dein Geld bieten und ob du findest, dass Kosten und Leistungen in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen. Oder alternativ kannst du dir deine genauen Ziele aufschreiben und überlegen ob und wie eine Mitgliedschaft in dem Verband dir dabei helfen kann, diese zu erreichen. Weil einfach nur Mitglied in einem Verband zu werden, weil das von einem erwartet wird, bringt dir nicht wirklich etwas, aber ein engagierter Berufsverband kann dir auch einiges bieten!
Das war jetzt ziemlich viel Zeugs durcheinander; ich hoffe das hilft dir trotzdem weiter 😅 Und ich wünsche dir auch viel Erfolg mit deinem Studium! 😊
Google Assistant kann bei Unterhaltungen in gut zwei Dutzend Sprachen aushelfen. Er hört sich jeden Satz an und wiederholt ihn in der jeweils anderen Sprache.#google #smartspeaker #dolmetschen #sprachenvielfalt https://goo.gl/g5zw4r
Zum Teil tritt aber auch der kulturelle Hintergrund eines Vortragenden in Erscheinung, der sich bemüht, lexikalische oder Konzeptstrukturen seines Ursprungslandes auf die Vortragssprache zu übertragen. Insbesondere Redner mit romanischen Muttersprachen neigen dazu, ihrem Konferenz-Englisch stilblütenartige Differenzierungsversuche aufzunötigen. Der Konferenzdolmetscher befindet sich hierbei in einem Dilemma: Domestiziert er pragmatisch die erkannte romanischen Konzepte in die angelsächsische und anschließend etwa in die deutsche Konzeptwelt oder bemüht er sich womöglich kreolisierend (K.-H. Stoll 2005) um Lokalkolorit bei der Übertragung etwa der eigenwilligen romano-englischen Metaphorik?
Stoll, Christoph (2009) Jenseits simultanfähiger Terminologiesysteme. Trier: WVT. p.55.