Ronan #6
Ronan verschränkte die Arme hinter dem Kopf und atmete einmal tief durch. Das Feld roch nach dem Heu, das sein Vater morgen einfahren würde aber momentan noch in Haufen zusammengeschoben trocknete. Aus der Taverne am Fuße der Anhöhe drangen gedämpftes Reden und Gelächter hoch, doch ansonsten war es ruhig. Grillen zirpten und eine leichte Brise strich ihm durchs Haar. Ronan verzog den Mund zu einem halben Lächeln und streckte die Beine aus. Man brauchte kein Augenlicht, um die letzten warmen Herbstnächte zu genießen.
Hastige Schritte ließen die Erde sanft erbeben. Sie kamen näher. Ronan setzte sich ein Stück auf und neigte den Kopf leicht. Im ersten Moment hatte er geglaubt, sein Vater käme ihn rufen aber Vaters Schritte klangen anders.
Die Person blieb keuchend und nach Luft ringend vor ihm stehen. Ronan runzelte die Stirn, grub die Finger unwillkürlich in die trockene Erde. Was war geschehen? War seinem Vater etwas zugestoßen …?
“Ronan...”
Ronan hätte die Stimme unter Tausenden wiedererkannt. Er schluckte und grub die Finger tiefer in die Erde.
“Ronan, ich brauche dringend deine Hilfe”, brachte Liam hervor.









