IRI // DESIGNSTUDIO RUKA54
Was machst du beruflich?
Zum einen arbeite ich als freiberuflicher Typograf und Lettering Artist und zum anderen habe ich mich mit dem Designstudio RUKA54 selbstständig gemacht.
Als Freiberufler habe ich die Möglichkeit individuelle Logos und Schriften zu entwickeln, meist auf der Grundlage der klassischen Kalligrafie und der Kombination dieser mit modernen Elementen aus Graffiti und anderen Schriftgestaltungen. Ich versuche meinen eigenen Stil immer wieder neu zu entwickeln, schreibe auf allen denkbaren Unterlagen und experimentiere in aller Freiheit.
Mit dem Designstudio RUKA54, das ich zusammen mit 2 Freunden gegründet habe, erfülle ich mir den lang ersehnten Traum einer eigenen Agentur. Bei RUKA54 kann ich Interessen verfolgen, die etwas umfangreicher ausfallen. Da kann ich mich z.B. auch in anderen Gebieten austoben wie z.B. das Corporate Design eines Unternehmens, 3D-Visualisierung, oder auf Verpackungsdesign.
Was wolltest du als Kind werden?
Als Kind hatte ich in Rumänien eine recht einprägsame Begegnung mit einem Schäfer, die mich dazu gebracht hat Schäfer werden zu wollen. Rückblickend hatte dieser Beruf etwas mystisches und für mich sehr schönes. Dieser Beruf beeindruckt mich noch heute, besonders weil der Beruf des traditionellen Schäfers als beinahe ausgestorben gilt und es nur noch sehr wenige gibt, die diesem Beruf so nachgehen, wie noch vor hunderten von Jahren. Sie leben meist zurückgezogen und völlig autark in den Wäldern in Demut und Ehrfurcht.
Wie sieht ein ganz normaler Arbeitstag bei dir aus?
Einen normalen, oder typischen Arbeitstag gibt es bei mir glaub ich nicht. Doch dreht sich jeder Tag um RUKA54 und die Anfragen aus aller Welt bezüglich Schrift- und Logo-Design. Aktuell erstelle ich gerade ein Leinwandbild für einen Musikproduzenten aus Italien. Da habe ich erste Entwürfe mit ihm besprochen und kann den fertigen Entwurf dann auf die Leinwand bringen. Parallel bereiten wir uns bei RUKA54 im Moment auf eine etwas aufwendige 3D-Animation vor.
Eine Erinnerung die dich geprägt hat?
Sehr schwer eine Erinnerung auszusuchen, jedoch fällt mir wenn ich an meine Schriftkunst denke, der Moment ein, der meine Liebe für die Typografie und Kalligrafie geweckt hat. Um genau zu sein war es ein Küstler der das tat. Im ersten Semester meines Desig-Studiums hielt ein Kommilitone ein Referat über den Calligraffiti-Artist Niels Shoe Muelmann. Ich erinnere mich sehr gerne an diesen Moment, da ich von der ersten Sekunde des Einführungsvideos alles verschlunge habe, was mit dieser Kunst zutun hat. Dieser Moment hat zwar nicht mein ganze Leben verändert, jedoch meinen beruflichen Weg so geprägt wie kein andere Moment in meinem Leben zuvor.
Worauf willst du auf keinen Fall verzichten? Auf die Freiheit in meinem Kopf :) Was ist dein sehnlichster Wunsch?
Glücklich sein, egal was ich tue und egal wo ich bin.
Woran glaubst du?
Ich glaube an den Menschen und daran was er alles im Stande ist zu tun, wenn er es nur will.
Wovor hast du Angst?
Es ist jetzt keine richtige Angst, aber mit Spinnen kann ich überhaupt nichts anfangen.
Bist du glücklich mit dem was du beruflich machst?
Ja sehr sogar. Ich bin sehr dankbar für ein paar Entscheidungen in meinem Leben, die mir diesen Weg jetzt so ermöglicht haben und bin zutiefst meiner Familie dankbar, die mich bei meinen Ideen immer unterstützt hat, sind sie noch so verrückt gewesen.
Es war nicht immer einfach für uns, besonders nach dem wir nach Deutschland ausgewandert sind, kurz nach dem Zerfall des Kommunismus in Rumänien. Ich weiß dass ich vor Deutschland eine Weile bei meinen Großeltern gelebt habe, weil meine Eltern erst einmal in Deutschland eine Basis aufbauen und mich anschließend holen wollten. In Rumänien habe ich mich sehr behütet gefühlt. Wir haben auf dem Land gelebt und ich hatte eine wirklich schöne Kindheit dort. In Deutschland war die erste Zeit sehr stressig und oftmals unsicher weil wir nur eine Aufenthaltserlaubnis hatten und ich weiß noch dass meine Mutter immer sehr darauf geachtet hat, dass wir bloß nicht negativ auffallen, eben aus dieser Angst vielleicht wieder zurück zu müssen. Damals war es oft nicht einfach, auch in der Schule lief es nicht immer super. Ich wusste lange Zeit nicht was ich werden wollte und konnte mich auch nicht immer gut integrieren. Umso glücklicher bin ich wie es mittlerweile geworden ist, Schule, Abitur, Uni, alles war gut. Nicht immer zukunftsweisend aber ich bereue keinen Schritt, alles hat mir geholfen da zu sein wo ich jetzt bin. Ich weiß jetzt was ich machen will und tue es nicht weil es lukrativ, klug oder zukunftsorientiert ist, sondern weil ich es einfach liebe.









